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Freitag, 19.09.25 – Loket, Hans-Heiling-Felsen, Eger
Von Loket bis Eger – 40 km / Radtour 21 km
Sonnig, 25 Grad
Der neue Tag begrüßte uns mit Sonnenschein, und das sollte auch den ganzen Tag über so bleiben. Unser Nachtparkplatz war genial: ruhig, viel Platz und im Grünen.
Nach dem Frühstück richtete Udo die Räder und wir machten uns auf den Weg nach Loket. Das Städtchen liegt in einer Egerschlaufe, die an einen Ellenbogen erinnert – daher auch der Name “Loket” (Ellbogen).
Zuerst fuhren wir zur Burg, die uns sehr positiv überraschte. Sie liegt auf einem großen Granitfelsen in der Egerschlaufe etwas über der Stadt. Es gibt dort keine Führungen, sondern man kann sie mit dem Eintrittsticket selbst erkunden. In einem Teil waren leider Renovierungsarbeiten im Gange, dafür war der Rest sehr schön hergerichtet. Die Burg zeichnet sich dadurch aus, dass nicht nur Mauerreste übrig sind, sondern es wurden auch die Aufbauten aus Holzfachwerk restauriert, so dass man mal einen schönen Eindruck hat, wie so eine kleine Burg ausgesehen hat. Udo gefiel besonders das Gebälk, das hier noch intakt ist.
Wir kamen gerade noch vor dem großen Ansturm an und hatten in den ersten Minuten die Burg noch für uns. Die Räume und Exponate sind gut beschriftet, immer auf Tschechisch, Polnisch, Englisch und Deutsch. Zuerst schauten wir uns ein Bruchstück eines schwarzen Meteoriten an, um den sich allerhand Legenden ranken. 1775 fand man ihn im Burggraben und hielt ihn für einen versteinerten Burggrafen. Im Burgturm wohnt der Drache Sarkan, der Hüter der Burg? Jedenfalls funkeln seine Augen gefährlich.
In den Räumen haben wir Waffen, böhmisches Porzellan, Egerländer Truhen, Schränke und Trachten, Heiligenfiguren und liturgische Zinnarbeiten bewundert. Weiterhin gab es eine Sammlung von Helmen und eine Tracht der Sudetendeutschen.
Im Kellerverlies hat man eine Folterkammer mit nachgestellten Folterszenen und Beschreibungen dazu eingerichtet. Hier haben wir uns nicht lange aufgehalten und die Beschreibungen wollten wir auch nicht wissen.
Nach der Burgbesichtigung fuhren wir über den Marktplatz und durch die kleine Innenstadt – alles auf Kopfsteinpflaster.
Weiter ging es auf einem Radweg entlang der Eger bis zu den Hans-Heilig-Felsen. Dieses Naturdenkmal war schon schön, aber nach den Felsformationen, die wir im Böhmischen Paradies gesehen hatten, doch eher überschaubar. Zuerst fuhren wir ganz dicht an den ersten Felsen heran. Dort hörte der Weg auf und eine Möglichkeit, auf die Felsen zu klettern, gab es nicht. So fuhren wir wieder ein Stück zurück, überquerten die Eger und fuhren auf der anderen Flussseite bis zu den Felsen gegenüber. Hier befindet sich auch ein Restaurant. Es war inzwischen 12:30 Uhr geworden,
Zeit für ein Mittagessen. Aber auch hier wurde gebaut mit dem entsprechenden Baulärm und man konnte nur bar bezahlten. Dafür reichten unsere verbliebenen Kronen nicht mehr. So drehten wir wieder um und fuhren zurück.
In Loket machten wir einen kurzen Abstecher in die Innenstadt, dann fuhren wir den äußeren Ring an der Eger entlang weiter. Neben der Brücke über die Eger legten wir einen kurzen Halt ein und Udo machte ein paar Aufnahmen mit der Susi.
Um 13:30 Uhr waren wir zurück an der Berta und nutzten den schönen Platz zum Mittagessen. Udo räumte die Räder auf, Tisch und Stühle her, Xenia kochte Bratkartoffeln mit Nürnbergerle und Salat. Im Schatten der Berta hat uns unser Mittagsmahl sehr gut geschmeckt!
Nach einer kleinen Mittagspause verließen wir unseren Parkplatz und fuhren weiter nach Eger. Um 16:00 Uhr waren wir dort, fanden einen schönen Parkplatz in Zentrumnähe und machten eine Spazierrunde durch die Innenstadt. Der Marktplatz hat uns sehr gut gefallen. Es war gerade eine kleine Musikgruppe da, die israelische Lieder vorführte. Wir setzten uns in ein Café und aßen ein Eis. Dafür haben unsere Kronen gerade noch gereicht.
Der Rückweg führte uns an der katholischen Pfarrkirche St. Nikolaus vorbei, wo wir unsere letzten 20 Kronen in eine Turmbesteigung investierten. Der Aufstieg erfolgt über eine neu eingebaute Stiege mit vielen Treppenstufen, am Ende gibt es noch eine Wendeltreppe und eine Hühnerleiter. Hat man das alles geschafft, wird man mit einem herrlichen Blick über die Stadt und die Umgebung belohnt. Wir waren die Letzten, die den Turm besteigen durften. Er wird um 17 Uhr geschlossen und die Dame, die abschließt, wartete unten schon auf uns.
Nun machten wir noch einen Abstecher in die Fußgängerpassage, wo auf dem Boden ein Zeitstrahl mit Daten aus der Geschichte Egers eingelassen ist. Das Ganze ist mehrere hundert Meter lang. Nachdem wir in der Gegenwart angekommen waren, drehten wir um und gingen zur Berta zurück.
Jetzt blieb uns nur noch die Heimfahrt und da der Sprit in Tschechien 30 Ct billiger ist als in Deutschland, fuhren wir zu einer Tankstelle, um die Berta noch einmal komplett vollzutanken.
Während Udo tankte, suchte Xenia nach einem Schlafplatz auf der Strecke. Bis zur Autobahn war es nicht mehr weit und dann ist es nicht mehr so einfach, einen ruhigen Nachtplatz zu finden. Da es von Eger bis München nur 260 km sind, entschlossen wir uns, nicht mehr weiterzufahren sondern beim Kulturzentrum die Nacht zu verbringen. Dort waren wir in wenigen Minuten und kamen um 18 Uhr an. Wir hatten einen ausgefüllten Tag hinter uns und waren froh, nicht mehr fahren zu müssen. Genug zum Abendessen hatten wir noch in unseren Vorräten. So hat alles gut gepasst und wir verbrachten unsere letzte Urlaubsnacht in Eger.


























