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Dienstag, 16.09.25 – Koneprusy-Höhle, Burg Karlstejn, Abendessen im Chodovar
Von Koneprusy bis Marienbad, 179 km
Heiter bis wolkig, 17 Grad
Die Nacht verbrachten wir allein auf dem Höhleparkplatz. Nur der Steinbruch in der Nachbarschaft war bis 22 Uhr etwas zu hören und der Betrieb ging dort auch um 5 Uhr wieder los. Aber das war gut auszuhalten.
Heute war es 5 Grad kühler als gestern, was wir gleich bemerkten, als wir die Berta nach dem Frühstück verließen, um zum Höhleeingang zu gehen. Dort kamen wir um 9 Uhr an, aber die nächste Führung begann erst um 9:30 Uhr. Wir vertrieben uns die Zeit mit Lesen der Höhlenbeschreibung und einem Naturfilm, der im Höhlegebäude gezeigt wurde. Vor der Höhle konnte man in den nahen Steinbruch sehen, wo Kalk abgebaut wird. Interessant war auch ein 3D-Modell der Höhle, welches in Bronce gegossen ist.
Um 9:20 Uhr wurde es plötzlich laut: zwei Schulklassen mit Grundschulkindern waren angekommen und wir befürchteten, zusammen mit ihnen die Führung machen zu müssen. Zum Glück war dem nicht so. Die Kinder mussten noch etwas warten und wir bekamen eine Führung zusammen mit zwei Familien und einen Rentnerpaar. Die Höhle gefiel uns so mittelprächtig. Es gibt hier kleine Tropfsteine in Rosettenform, die uns an den “Blumenkohl” erinnerten, aber wohl einzigartig sind und deshalb auch “Rosetten von Koneprusy” heißen. Es wurden hier auch Knochen von Menschen und Tieren gefunden und im Mittelalter war in einem Höhlenraum eine Geldfälscherwerkstatt.
Um 11 Uhr verließen wir unseren schönen Parkplatz und fuhren zur nicht weit entfernten imposanten Burg Karlstejn. Sie wurde vom böhmischen König und römischen Kaiser Karl IV. erbaut, um dort den königlichen Schatz, eine Sammlung heiliger Reliquien sowie die Kronjuwelen, aufzubewahren. Wir parkten am 2 km entfernten Bahnhof, um den für Wohnmobile total überteuerten zentralen Parkplatz für die Burg zu umgehen. So mussten wir zwar 500 Meter mehr laufen, aber haben dafür 400 CKR gespart.
Bevor wir uns zum Burgaufstieg aufmachten, verzehrten wir noch einen Wecken in der Berta. Dann ging es los, über den Fluss Berounka und dann den Berg hinauf durch Karlstejn zur Burg. Am Weg gibt es jede Menge Restaurants, Imbiss- und Souvenirläden mit allerhand Kitsch. Wir haben schon mal die Ritterrüstung für Lars reserviert.
Oben angekommen, war es 12:30 Uhr geworden. Wir gingen zum Ticketschalter und konnten um 12:40 Uhr an einer englischen Führung teilnehmen. Das war wieder einmal ein perfektes Timing! Ein knappe Stunde wurden wir mit 40 anderen Besuchern durch einen Teil der Burg geführt. Vom Kronschatz und manchen Gemälden gibt es allerdings nur Kopien zu bewundern.
Als erstes waren 2 Karten zu sehen, die das römische Reich deutscher Nation unter Karl IV zeigte, der seinen Hauptsitz in Karlstejn hatte. Die Rede geht so: "Schaut, so groß war Böhmen und wieviel uns weggenommen wurde."
Auf dem Rückweg zur Berta kaufte sich Udo noch eine tschechische Wurst, beide genossen wir einen Baumkuchen und Udo schaffte sogar noch ein Eis.
Wieder unten angekommen, durfte die Susi einen kurzen Ausflug zur Burg machen, dann ging es zurück zum Bahnhof.
Da wir beide ziemlich müde waren, legten wir uns eine halbe Stunde aufs Ohr und fuhren anschließend nach Marienbad.
Nur 4 km vom direkten Weg entfernt gibt es vor Pilsen einen kostenlosen Wohnmobilplatz der Stadt, den wir anfuhren, um dort einen Camperservice zu machen. Das war wieder einmal nötig! Wir leerten das Klo, ließen das Grauwasser ab und füllten das Frischwasser wieder auf – alles problemlos und umsonst.
Danach setzten wir unsere Fahrt nach Marienbad fort. In einem Youtube-Video hatten wir gesehen, dass es 15 Minuten von Marienbad entfernt in Kuttenplan (Chodova Plana) das uriges Restaurant “Chodovar” einer Familienbrauerei in einem alten Brauereikeller gibt. Das lag direkt auf unserer Strecke und so legten wir dort einen Stopp ein und gönnten uns ein deftiges Abendessen: Xenia Gulasch mit Kartoffel- und Semmelknödel, Udo Sauerbraten mit Semmelknödeln. Es hat uns gut geschmeckt und das Ambiente war wirklich besonders.
Am Schluss verabschiedeten wir uns noch von der Kellnerin und den übrig gebliebnen Gästen.
Um 19:45 Uhr kamen wir in Marienbad auf einem Parkplatz in einem großen Einkaufsgebiet nicht weit von der Innenstadt an, wo wir neben einem Penny umsonst parken durften. Froh, einen ruhigen Übernachtungsplatz in der Stadt gefunden zu haben, blieben wir dort und verbrachten hier die Nacht.





























