Berta-Tschechien25-Tag17


< Mo 08.09.25 - Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt | zurück | Mi 10.09.25 - Bozkover Dolomithöhlen – Wanderung Felsenlabyrinthe Besedice und Kuhstall, Sokol Gipfel >


Dienstag, 09.09.25 – Medvedin, Wanderung zur Elbquelle

Elbtalsperre – Talstation Seilbahn Medvedin – Elbtalsperre, 7,5 km Wanderung 16 km, 290 hm bergauf, 780 hm bergab

Heiter bis wolkig, 12 – 18 Grad

Um sicher einen Parkplatz für die Berta an der Talstation der Medvedin-Sesselbahn zu bekommen, fuhren schon vor dem Frühstück los. Der Plan war, auf dem Parkplatz der Sesselbahn ein Tagesticket zu lösen und dort zu frühstücken.

So waren wir schon um 8:30 Uhr unterwegs nach Spindlermühle. Wir mussten zuerst den Ort durchfahren, denn die Seilbahn liegt am Nordende des Städtchens. Als wir vor dem Parkplatz der Talstation standen, war unser Entsetzen groß: Parkverbot für Wohnmobile mit dem Hinweis, dass diese auf P1 abgestellt werden müssen. Am Parkplatz P1 waren wir vorbeigefahren, dieser ist 2,5 km von der Talstation entfernt. Was nun?

Schräg gegenüber vom Parkplatz befindet sich das kleine Hotel Diana und hier hatte Xenia ein Schild mit einem P, einem Wohnmobil und einer Telefonnummer gesehen. Wir fuhren dorthin und Xenia versuchte, jemanden in der Wirtschaft zu erreichen. Diese war jedoch abgesperrt. Ein Hotelgast hatte uns gesehen, kam heraus und fragte, ob er uns helfen könne. Nein, konnte er nicht. Wo ein Wohnmobil hier parken kann, das wusste er nicht. Er meinte, dass das Hotel erst morgen offiziell wieder aufmacht und gerade nur ein Zimmermädchen da sei. Udo probierte es trotzdem mit der Telefonnummer – und tatsächlich: der Hotelbesitzer war am Apparat, konnte Deutsch, erlaubte uns, auf dem kleinen Hotelparkplatz unter einem Baum zu parken, wenn wir 150 CKR in einen Briefkasten werfen. Das Angebot nahmen wir natürlich sehr gerne an! Der Seilbahn-Parkplatz hätte 250 CKR gekostet. Platz war gerade für ein Wohnmobil, und den bekamen wir!! Jetzt konnten wir frühstücken, Vesper machen und unsere Rucksäcke packen. Zur Talstation waren es 2 Minuten. Noch schnell aufs dortige Klo, Tickets kaufen und dann zum Eingang. Gerade als wir kamen, wurde dieser mit einer Kette versperrt. Der Helfer sah uns kommen und ließ uns noch als Letzte durchschlüpfen. Die Seilbahnfahrt haben wir im Sonnenschein genossen und als wir um 10:30 Uhr oben ausstiegen, wurde der Lift tatsächlich abgestellt. Wie lange die Pause dann war, wissen wir nicht, aber wir waren gerade noch mitgenommen worden! Schon wieder und zum zweiten Mal an diesem Tag hatten wir Glück gehabt!

Wenn man mit dem Wohnmobil unterwegs ist, ist es auch wichtig eine gute Toilette zu finden. Wir haben zwar ein Klo dabei, verwenden dies aber höchst selten fürs große Geschäft. So suchen wir regelmäßig öffentliche Toiletten auf. Unsere Erfahrung ist, dass hier (und auch in Griechenland) die Toiletten sehr sauber sind. Es fällt uns sehr auf, dass es hier wohl keinen Benutzer gibt, der die Toilette schmutzig verlässt. Wenn man die Länder nach der Sauberkeit der Toiletten beurteilt, ist Deutschland vermutlich sehr weit hinten. Wo sind denn in Deutschland die Eltern, die die Kids zu Sauberkeit und Hygiene auch in öffentlichen Räumen erziehen?

Frohgemut starteten wir unsere Wanderung bei herrlichem Sonnenschein. Wir waren tatsächlich zu warm angezogen (Wettervorhersage 11 Grad auf dem Medvedin) und während wir den Berg hinaufstiegen, zogen wir unsere Jacken und Xenia ihre Strumpfhose wieder aus.

Was wir nicht erwartet hatten waren die vielen Menschen, die wie wir zur Elbquelle wanderten. Es wurden sogar Reisegruppen mit Bussen bis zu einer Hütte (Jestrabi boudy) hochgefahren, zu der wir zuerst hinaufwanderten, teils auf einem Wanderweg, teils auf der Fahrstraße mit schönem Ausblick. Ab der Hütte ging es weiter auf einem schönen Wanderweg an einem Bergkamm entlang, vorbei am Pancava-Wasserfall und mehreren Aussichtspunkten bis zu einem Berghotel (Labska bouda). Dort machten wir unsere erste Rast auf einer Bank und aßen einen Teil unseres Vespers. Hier an der Kante war es ziemlich windig.

Mit Hut und ohne Hut

Vom Hotel führt ein Weg bis zur Elbquelle. Viele Menschen waren mit uns unterwegs, fast mehr als gestern in der Felsenstadt! Auch am Quelltopf der Elbe war allerhand los. Da ist eine Quelle eingemauert, die kaum noch Wasser führt. Ein kärkliches Rinnsal verlässt den Quelltopf. Schön gemacht ist dort eine Reihe von Mosaikstein-Wappen von Städten, die die Elbe durchfließt, angefangen von der Quelle in Spindlermühle bis zur Mündung in Cuxhaven.

Wir hielten uns nur kurz dort auf, kehrten zum Hotel zurück und setzten uns dort auf die Terrasse, um einen Cappuccino zu trinken. Udo gönnte sich noch ein Stück Heidelbeerkuchen dazu, Xenia aß lieber ein Vesperbrot. Wir hatten jetzt 7,5 km unserer 16 km langen Wanderstrecke geschafft, wobei der anstrengendere Teil noch vor uns lag.

Ab jetzt ging es zwar nur noch bergab, aber die ersten 5 km auf einem Fels- und Steineweg. Jetzt waren die Wanderstöcke eine große Hilfe! Auch auf diesem Weg waren noch andere Wanderer unterwegs, aber sehr viel weniger als auf den Wegen davor und meistens waren wir auf unserem Wegstück allein. Nach ein paar Minuten kamen wir am Elbfall vorbei. Dieser war deutlich beeindruckender als die Quelle!

Weiter ging es ziemlich steil in Serpentinen den Berg hinunter und dann immer an der Elbe entlang. Die letzten 4,5 km gingen nur noch leicht bergab und das auf einem asphaltierten Waldweg. Jetzt kamen wir deutlich schneller voran. Um 16:45 Uhr waren wir wieder an der Berta. Der Himmel hatte sich leider zugezogen, aber geregnet hat es nicht.

Der Blick hinüber zum Pancava-Wasserfall, den wir von oben gesehen hatten. - Xenia und der Baumgeist. - Ein Baum, der Angst vorm Boden hat!?

Froh, dass alles so gut geklappt hat und wir die Wanderung geschafft hatten, fuhren wir zurück zum Elbstaudamm, um dort zu duschen, ein paar tschechische Tortellini zu kochen und die Nacht zu verbringen.

Page last modified on 09.09.2025, at 10:32 PM CEST
Powered by PmWiki