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Sonntag, 07.09.2025 – Javoricko-Höhle, Mladec-Höhle, Litomysl
Von Javoricko bis Adersbach, 213 km
Sonnig mit ein paar Wolken, 17 bis 22 Grad
Der Tag startete ziemlich kühl, aber mit viel Sonnenschein. Wir hatten eine ruhige Nacht auf dem Parkplatz in Javoricko hinter uns. Um 8 Uhr kam der Parkwächter an sein Häusle, wartete aber geduldig, bis Udo nach dem Frühstück zu ihm ging und die 100 CZK Parkgebühren bezahlte.
Wir hatten die Uhr während dem Frühstück vergessen und bemerkten erst um 8:40 Uhr, dass es höchste Zeit war, zur Höhle zu gehen. Jetzt kamen wir tatsächlich unter Druck, spurteten um 8:45 Uhr los und schafften die 700 Meter den Berg hinauf gerade auf 9 Uhr. Schnaufend und außer Puste kamen wir an der Höhle an, um dort zu erfahren, dass die Führung erst um 9:30 Uhr startet. Das stand definitiv anders auf der Tafel und ein anderes Paar musste wie wir auf die junge Höhlenführerin warten.
Wir nutzten die Zeit, um den Höhlenprospekt zu lesen und uns so auf das vorzubereiten, was wir gleich zu sehen bekamen. Die Javoricko-Höhle ist wirklich ganz besonders schön! Großartiger Sinterschmuck, Tropfsteine in Hülle und Fülle und in allen Größen, ganze Wände sind über und über voll damit und in einigen Sälen hängen die Decken voller Makkaroni. Auch wenn wir von der Erklärung der Führerin nichts verstanden, konnten wir doch dank einer Höhlen-App das Wichtigste mitverfolgen. Außer uns nahm nur noch das tschechische Paar an der Führung teil, das zusammen mit uns draußen gewartet hatte. Wir hatten im Gegensatz zu ihnen die große Führung gebucht und durften noch durch einen langen verschlungenen Tropfsteingang zu einem anderen Ausgang gehen.
Auf dem Rückweg kamen wir noch an einem Denkmal für 38 ermordete Männer aus dem kleinen Ort vorbei. Die SS hatte am 5.5.1945 das Dorf niedergebrannt und alle Männer ab 15 Jahren erschossen. Alle Menschen, die am Denkmal vorübergingen hielten kurz inne und gedachten an die Toten. Hoffentlich denken die nicht, dass wir zu der Art Deutschen gehören, die das getan haben.
Um 11 Uhr waren wir wieder an der Berta und beschlossen, nach diesem schönen Höhlenerlebnis noch zur zweiten Höhle in der Region zu fahren, der Mladec-Höhle. Sie ist nur 15 Autominuten entfernt. Auch hier muss man ein paar hundert Meter vom Höhleneingang entfernt parken, aber da wir um 11:20 Uhr auf dem Parkplatz ankamen, brachte uns das nicht unter Druck. 20 Minuten später waren wir an der Höhlenkasse und bekamen Tickets für 12 Uhr. Diesmal war die Gruppe größer, ca. 15 Personen, und natürlich verstanden wir auch diesmal nichts von den Erklärungen und mussten uns mit einem Zettel bzw. der App behelfen. Das funktionierte aber wieder prima.
Diese Höhle war ganz anders als die zuvor gesehene. Es gab bis auf ein beeindruckendes Stalagmiten-Exemplar, die “Mumie”, kaum beeindruckende Tropfsteine, dafür ein Labyrinth aus Felsen- und Steingängen und Hallen. Der “Dom der Toten” ist eine weltberühmte archäologische Lokalität und die größte und älteste Siedlung von Cro-Magnon-Menschen in Mitteleuropa. In der Höhle sind Szenen nachgestellt, wie diese hier gelebt haben. Außerdem kann man Reste ihrer Feuerstellen und Knochen urzeitlicher Tiere sehen. Das Ganze war nett und ganz interessant, unsere Begeisterung hielt sich aber in Grenzen.
Wieder zurück an der Berta gab es um 13:15 Uhr Mittagessen: gebratenen Leberkäse mit Spiegelei und Salat. Udo machte noch eine kurze Siesta, dann ging es um 14:20 Uhr auf große Fahrt zur Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt. Wir wählten eine Route, die nicht durch Polen führte, und Xenia realisierte begeistert, dass diese sogar durch Litomysl, die Geburtsstadt Smetanas, ging! Das dortige Renaissance-Schloss ist Weltkulturerbe und auch der Hauptplatz (Smetanaplatz) ist sehr schön. Wir beschlossen, dort einen Halt einzulegen und auf dem Smetanaplatz einen Kaffee zu trinken.
Xenia fand einen Parkplatz direkt an der Straße, von dem aus man in 10 Minuten in der Innenstadt ist. Bei herrlichem Sonnenschein machten wir uns auf den Weg und fanden einen Platz in einem Eiscafé, wo wir ein Eis aßen und einen Cappuccino tranken. Bevor wir zum Schloss weitergingen, bestaunten wir noch die Mariensäule auf dem Platz. Wie wir es jetzt schon häufig in tschechischen Städten gesehen haben, gibt es auch in Litomysl in der Ortsmitte einen Hauptplatz mit wunderschönen Häuserfassaden, einer Säule (manchmal auch einem Brunnen) in der Mitte und Autoverkehr darum herum.
Auf dem Weg zur Burg kamen wir an verschiedenen besonderen Bänken vorbei. Xenia gefiel ganz besonders die Käsebank mit einer Maus in der Mitte.
Das Schloss hat wirklich eine beeindruckende Außenansicht. Leider waren 3 Seiten eingerüstet. Diese noch zu renovieren ist aber auch wirklich notwendig, damit die besonderen Briefchensgraffiti wieder strahlen und zur Geltung kommen. Auf eine Schlossführung haben wir verzichtet, dafür reichte die Zeit nicht mehr. Die Susi durfte noch ein paar Aufnahmen machen, dann gingen wir wieder zur Berta zurück.
Um 17 Uhr starteten wir zum zweiten Teil unserer Fahrt nach Adersbach. Wir fuhren auf einer großen Bundesstraße und der Autobahn, wo wir zügig und komfortabel vorankamen. Das letzte Stück vor Adersbach war dann wieder eine kleine Straße, aber da war das Ziel schon absehbar. Wir hatten uns einen Wohnmobilstellplatz ausgesucht, der alles bot außer einem WC und nicht mehr kostete als der überteuerte Parkplatz der Felsenstadt (20 Euro). Als wir um 19:30 Uhr dort ankamen, waren wir sehr froh, dass noch Plätze frei waren und wir dort stehen bleiben und die Nacht verbringen konnten. Ein Klo hatten wir ja an Bord und die Möglichkeit, es zu entleeren, gab es hier. Xenia machte noch ein kleines Vesper, dann war es auch schon dunkel und wir beendeten den Tag mit unseren PC-Arbeiten.




























