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Dienstag, 02.09.25 – Kromeriz
Von Lednice bis Hranice – 166 km
Sonnig und wolkig, 23 Grad
Der Tag startete mit Sonnenschein. Es zogen dann immer wieder Wolkenfelder durch, aber es blieb trocken – zumindest dort, wo wir gerade waren.
Udo hatte herausgefunden, dass es bei Hranice eine schöne Höhle gibt und Xenia hatte in der Nähe einen neuen Wohnmobilstellplatz entdeckt, der um 20 Euro eine Vollversorgung inkl. Strom anbietet. Allerdings liegt er auf dem Gelände eines großen Freibades und man kann nur während der Öffnungszeiten des Bades einchecken, da sonst das Tor verschlossen ist. Am letzten Abend hatten wir niemanden mehr telefonisch erreicht, aber jetzt am Morgen war die Rezeption besetzt und eine Dame bestätigte uns, dass wir kommen können. So war das Ziel des heutigen Tages klar: Hranice.
Auf dem Weg dorthin statteten wir der Stadt Kromeriz einen Besuch ab, deren Schloss und Schlossgarten auf der UNESCO-Welterbeliste steht. Auch der Marktplatz ist sehr schön, mit seinen prächtigen Bürgerhäusern, einem Springbrunnen und einer goldenen Mariensäule in der Mitte.
Bis Kromeriz mussten wir eine gute Stunde fahren und kamen um 10:30 Uhr auf einem Parkplatz an, wo wir die Berta abstellen konnten. Ein längeres Wohnmobil hätte hier allerdings nicht stehen können und so waren wir wieder einmal dankbar für unsere “nur” 6 Meter Länge.
Nach 15 Minuten Fußmarsch kamen wir auf dem Marktplatz an, schauten uns dort ein wenig um und wollten dann ins erzbischöfliche Schloss. Der Reiseführer hatte eine Führung durch die Repräsentationssäle wärmstens empfohlen und wenn man nun mal schon in der Nähe ist ... Wir fanden den Schlosseingang nicht sofort, was den positiven Nebeneffekt hatte, dass wir eine kleine Runde durch den Schlosspark drehten und dabei an ein paar schönen Blumenarrangements, Volieren und Affengehegen vorbeikamen.
Um 11:30 Uhr waren wir an der Kasse und lösten unsere Tickets für die nächste Führung um 12 Uhr. Die Zeit bis dahin nutzten wir für eine Turmbesteigung. Die steilen Treppenstufen brachten uns ganz schön ins Schnaufen. Oben angekommen hatten wir dafür einen schönen Blick über die Stadt. Nur den Schlosspark konnten wir leider nicht sehen, da verbaute uns ein Schlosstrakt die Sicht.
Die Führung war leider nur auf Tschechisch, aber wir bekamen sie schriftlich auf Deutsch. So konnten wir wenigstens ein bisschen lesen, was wir alles zu sehen und zu bestaunen bekamen. Dieses Schloss wurde nach dem zweiten Weltkrieg auch verstaatlicht, dann aber der Kirche wieder zurückgegeben. Die Säle durfte man wegen dem schönen Parkett nur mit übergezogenen Pantoffeln betreten. Zuerst kamen wir in den Jagdsalon mit einer Unmenge von Geweihen und verschiedenen Waffen an den Wänden. Die nächsten Säle unterschieden sich von dem, was wir bisher in anderen Schlössern gesehen hatten, durch die Menge von Bildern, mit denen die Wände teilweise direkt bemalt sind. Außerdem ist Rokoko im Schloss Kromeriz das vorherrschte Stilelement. Insbesondere der geschichtsträchtige Versammlungssaal, in dem 1848/49 der Habsburger Reichstag zusammenkam, wird als einer der schönsten Rokokosäle des Landes gehandelt. Er diente auch als großer Speisesaal für bis zu 400 Personen und heute finden hier Konzerte statt.
Um 13 Uhr waren wir wieder auf der Straße und hatten Hunger. Diesen stillten wir in einem Restaurant auf dem zentralen “Großen Platz”, wo wir einen Tisch im Freien bekamen und uns ein Mittagsmahl gut schmecken ließen. Udo gönnte sich danach noch ein Eis, Xenia hatte genug.
Um 14:10 Uhr waren wir zurück an der Berta und Udo nutzte die verbleibenden 20 Minuten Parkzeit für ein Schläfle.
Nun mussten wir noch einmal eine knappe Stunde fahren bis zum ausgesuchten Nachtplatz am Rand von Hradice. Um 15:30 Uhr kamen wir dort an und standen vor dem verschlossenen Freibad-Tor. Ein Schild zeigte aber an, dass sich hier der Wohnmobilstellplatz befindet. Xenia ging zur Schwimmbadkasse um nachzufragen und kam gerade dort an, als Udo bereits mit der Dame telefonierte.
Wir buchten 2 Nächte, mussten gleich bezahlen und bekamen dafür einen Drücker für das Tor und eine Einweisung, wo wir stehen, duschen und aufs Klo gehen können. Wir waren ganz allein, weder auf dem Stellplatz noch im Bad waren Gäste außer uns da.
Das Schwimmbad dürfen wir leider nicht benutzen, aber Tische, Stühle und Liegen des Bades. Da außer uns keiner da war, hatten wir Platz ohne Ende und machten uns erst einmal einen Kaffee. Die angenehme Temperatur, die Ruhe und die Natur um uns herum waren so wohltuend, dass wir nicht mehr weg wollten. So saßen wir eine Weile vor der Berta und genossen diese Auszeit, bevor wir die großzügigen sanitären Einrichtungen zum Duschen nutzten – und dann war es auch schon Abend, es wurde dunkel und wir zogen uns in die Berta zurück.



















