Berta-Tschechien25-Tag09


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Montag, 01.09.25 – Radtour Lednice – Mikulov – Valtice

0 km / Radtour 62 km

Morgens Nebel, dann zunehmend sonnig und warm – 26 Grad

Am Morgen erwachten wir im Nebel, dabei hatten wir doch Sonnenschein erwartet! So ließen wir uns Zeit mit dem Frühstück und gingen danach vor ans Schloss, um dort unser “großes Geschäft” loszuwerden. Unser Campingklo war schon ziemlich voll und wir wollten es damit nicht zusätzlich belasten. Das Schloss-WC war leider zu, aber im Restaurant waren sie sehr freundlich und wir konnten anstandslos das dortige WC benutzten.

Wieder zurück richtete Udo die Räder und Xenia schmierte ein paar Brote. Um 10:30 waren wir startklar und genau da kam auch die Sonne heraus.

Unser erstes Ziel war Mikulov und die sich in der Nähe befindende Turold-Höhle. Unser Weg führte uns zuerst an zwei Seen vorbei, dann kamen wir an den ehemaligen Eisernen Vorhang und eine Gedenkstätte, die dort eingerichtet wurde. Auf Tafeln sind die Namen der an der Grenze ums Leben gekommenen Personen aufgeschrieben und in einem Stelenfeld steht für jede von ihnen eine Stele. Auf dem weiteren Weg nach Mikulov sind immer wieder Tafeln aufgestellt, auf denen von gelungenen und misslungenen Fluchtversuchen berichtet wird – teilweise sind recht kuriose Fluchtmethoden dabei. So haben wir verschiedene Flugobjekte gesehen, eine Taucherausrüstung mit Versteck in einem Baumstamm, verschiedene Umbauten in Autos bis zu einem selbstgebauten Panzer. Was haben diese Menschen nicht alles auf sich genommen, nur um in Freiheit leben zu können!

In Mikulov machten wir einen Abstecher über den Marktplatz und hinauf zum Schloss. Die Kirchenuhr schlug 12 Uhr, als wir oben im Schlossgarten ankamen. Montags haben die Schlösser geschlossen, so erübrigte sich die Überlegung einer Besichtigung. Dafür hatten wir einen sehr schönen Ausblick aufs Land und die österreichische Grenze.

Weiter ging es zur Turold-Höhle, die etwas nördlich der Stadt liegt. Das Kassenhaus war gar nicht so leicht zu finden und hatte leider geschlossen. Recherchen ergaben, dass die Höhle ab September montags geschlossen ist. Wie ärgerlich! Wir hatten vor 2 Tagen nach den Öffnungszeiten geschaut, aber da war ja noch August. So blieb uns nichts anderes übrig, als über eine App eine Beschreibung der Höhle herunterzuladen und diese während des Vespers zu lesen, das wir auf einer schönen Sitzgruppe vor der Höhle aßen.

Jetzt mussten wir ein Stück zurückradeln, kauften in Mikulov bei einem Lidl ein paar Brezeln und Gebäck, kamen nochmals an den Fluchtgeschichten vorbei und bogen danach nach Valtice ab. Die Fahrt war streckenweise beschwerlich, da der Weg an manchen Stellen sehr holprig war, es mehrmals bergauf und bergab ging und wir einen ordentlichen Gegenwind hatten. Die Sonne brannte inzwischen ziemlich vom Himmel und es war gut warm geworden.

Oberhalb von Valtice kamen wir an der Reisterkolonnade vorbei, von wo aus wir einen herrlichen Blick über die Landschaft und nach Valtice hinunter hatten. Die Reisterkollonade war das erste Bauwerk des Schlösserareals Lednice-Valice, das wir erreichten. Weitere sollten folgen und das Ganze ist UNESCO-Welterbe.

Schloss Valtice hatten wir bereits von oben erblickt und ruckzuck waren wir auch dort, denn es ging nur den Berg hinunter. Wir schoben die Räder bis vors Schloss und fuhren dann weiter bzw. zurück nach Lednice durch den preisgekrönten riesigen Park.

Udo hatte die Strecke so gelegt, dass wir an mehreren der besonderen Bauwerken vorbeikamen, die dort einfach so im Wald bzw. in der Landschaft stehen. Es handelt sich dabei um Ehrendenkmäler, kleine Tempel oder Kapellen und alle sind sie reich verziert.

Nach 62 gefahrenen Kilometern kamen wir um 16:30 Uhr wieder an der Berta an, ruhten ein bisschen aus, duschten und machten uns einen kalten Milchkaffee mit Brezeln und Gebäck. Das tat richtig gut! So lange es noch hell war, saßen wir draußen und erkundeten mit Handy und Reiseführer, was wir hier in der Gegend noch sehen wollen. Außerdem brauchen wir jetzt unbedingt einen Versorgungsplatz, um Wasser nachzutanken und unser Klo zu leeren. Mal sehen, wo wir morgen etwas Geeignetes finden.

Mit der Abenddämmerung kamen auch die Schnaken und vertrieben uns ins Wohnmobil. Wieder lag ein sehr schöner und ereignisreicher Urlaubstag hinter uns.

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