< Di 02.08.25 - Kromeriz | zurück | Do 04.08.25 - Freibadtag in Hranice >
Mittwoch, 03.09.25 – Hranice: Radtour Zbrasov-Aragonithöhlen, Hranice-Abgrund, Burg Helfenstein
0 km / Radtour 48 km
Morgens wolkig, dann zunehmend sonnig bis 25 Grad
Heute stand eine Radtour zu den Sehenswürdigkeiten rund um Hranice auf dem Plan. In der Nacht hatte es geregnet und der Tag startete mit vielen Wolken, aber es war und blieb den ganzen Tag trocken und wurde im Tagesverlauf immer sonniger und wärmer.
Nach dem Frühstück richtete Udo die Räder, Xenia kümmerte sich um ein paar Vesperbrote. Um 10 Uhr starteten wir, zuerst in Richtung Süden zu den Zbrasov-Aragonithöhlen. Wir mussten den Eingang zu diesem Höhlensystem etwas suchen, da er falsch in komoot eingetragen war. 300 der insgesamt 900 Meter des Höhlensystems können von Besuchern begangen werden und mit 14 Grad Innentemperatur zählt die Höhle zu den wärmsten Höhlen Tschechiens. Tropfsteine sucht man hier bis auf ganz vereinzelte Exemplare vergeblich. Dafür gibt es besondere Aragonitgebilde, wie zum Beispiel Geysirstalagmiten. Sie sehen aus wie kleine Vulkane.
Wir waren um 10:30 Uhr an der Kasse, mussten bis 11 Uhr auf die nächste Führung warten und waren dann die einzigen Besucher. Unsere junge Führerin las uns auf Englisch einige Erklärungen zur Höhle vor und wir bekamen ein Blatt mit den wichtigsten Infos auf Deutsch. Die kleinen “Vulkane” waren schon besonders, ansonsten hat uns die Höhle nicht so begeistert. Man begeht sie auf mehreren Ebenen und außer Steinen, teilweise mit weißem Blumenkohl (Kalziumcarbonit) überzogen, gibt es nicht viel zu sehen. Die Höhle verfügt über ein besonderes Belüftungssystem, da die untersten Ebenen ständig mit Kohlendioxid gefüllt sind.
Um 12 Uhr waren wir wieder bei den Rädern, aßen ein Vesperbrot und machten uns dann weiter auf den Weg zum Weißkirchner Abgrund (Hranicka propast), dem tiefsten überfluteten Karstloch der Welt. Seine größte bestätigte Tiefe beträgt 519,5 Meter, wovon 450 Meter unter Wasser liegen.
Nachdem wir eine Weile ins Loch geschaut hatten, radelten wir wieder zurück, um dann noch einige Kilometer in die andere Richtung gen Westen zu fahren und zur Burg Helfenstein zu gelangen. Da unser Weg direkt am Stellplatz vorbeiführte, legten wir eine Mittagsrast an der Berta ein, nachdem wir zuvor noch im Ort Hranice bei einem Bäcker ein paar Backwaren gekauft hatten. Diese verzehrten wir vor der Berta, machten noch eine kleine Verschnaufpause und starteten dann um 15 Uhr zum zweiten Teil unserer Radtour zur Burg Helfenstein.
Auf dem toll ausgebauten und asphaltierten Becva-Radweg war das Radeln ein Genuss und wir kamen zügig voran. Nur das letzte Stück zur Burg hinauf war etwas anstrengender, aber dank unseren Bosch-Motoren gut zu bewältigen. Die Teeroberfläche ist sehr fein, die Räder rollen fast von alleine. Die Beschilderung und Markierung ist vorbildlich. Abundzu gibt auch extra Brücken für den Radweg.
Burg Helfenstein ist eine der größten Festungen Europas und kann auf eigene Faust durchstreift und erkundet werden. Besonders schön ist der vollständig restaurierte Hussitenturm, den wir bestiegen und von oben eine schöne Aussicht aufs Umland hatten.
Er steht direkt neben dem Palast, den man auf mehreren Ebenen begehen kann. Dafür wurden extra Stege angelegt. Die Burg dient zudem als Ausstellungsgelände für geschmiedete Metallplastiken. Diese werden wohl bei besonderen Veranstaltungen hergestellt, an denen sich viele Schmiede zur gemeinsamen Herstellung von den Plastiken treffen. Vom Turm aus sieht man einige der ca. 20 Schmiedearbeitsplätze im Hof. Diese haben uns sehr gut gefallen. Es gab wirklich viel zu entdecken und wir hielten uns eine gute Stunde in der Burg auf.
Da der Becva-Radweg so schön war, radelten wir ihn noch ein Stück weiter bis nach Lipnik nad Becvou und gönnten uns dort auf dem Marktplatz zwei Eisbecher und einen Eiskaffee.
Nun war es aber Zeit, dass wir uns wieder auf den Rückweg machten. Einen kleinen Abstecher hinauf in den Wald schoben wir noch ein, da hier auf der Karte ein Wasserfall eingezeichnet war. Dieser erwies sich aber als Flopp, denn da fiel nichts. Der kleine Fluss war total ausgetrocknet und wir sahen nur noch das Flussbett.
Um 19 Uhr waren wir wieder an der Berta, saßen noch ein bisschen im Freien und beendeten dann den Tag mit einer schönen warmen Dusche im Gebäude des Freibads.


























