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Sonntag, 31.08.25 – Telc, Schloss Lednice
Von Jindrichuv Hradec bis Lednice – 206 km
Vormittags sonnig, dann bewölkt, abends sonnig, 23 Grad
Wir erwachten nach einer guten Nacht bei strahlendem Sonnenschein. Heute wollten wir eine größere Strecke fahren und waren froh, nichts zusammenräumen zu müssen und nach dem Frühstück einfach losfahren zu können.
Den ersten Halt machten wir um 10 Uhr in Telc, dessen historischer Stadtkern samt Renaissance-Schloss UNESCO Welterbe ist. Über Telc hatten wir gelesen, dass es einen der schönsten Marktplätze Europas hätte. Bei den Superlativen waren wir inzwischen etwas skeptisch, da sie in Reiseführern gerne inflationär gebraucht werden. Aber der Marktplatz von Telc ist wirklich außergewöhnlich schön. Störend wirken nur die Autos, die auf den Platz fahren und dort auch parken dürfen.
Wir konnten mit unserem Wohnmobil nicht in die Altstadt hineinfahren, aber nicht weit entfernt gab es auf dem zentralen Parkplatz der Stadt eine Abstellmöglichkeit für Caravans. Diese nutzten wir und marschierten im Sonnenschein in die zwischen zwei Teichen liegende Altstadt. Die pastellfarbenen pittoresken Häuserfassaden im Renaissance- und Brockstil waren im Sonnenschein wunderschön anzuschauen und die Arkadengänge luden zum Bummeln ein.
Wir umrundeten den Platz, schauten uns die schöne Marienstatue in der Mitte etwas genauer an und landeten auf der Terrasse eines Cafés, wo wir uns ein zweites Frühstück gönnten: Xenia Cappuccino und Baumkuchen mit Apfel-Zimt-Füllung, Udo Cappuccino und einen Schoko-Banane-Palatschinken mit Sahne.
Nun ging es noch zur Heilig-Geist-Kirche und zum Schloss, die sich am Ende des spitz zulaufenden Platzes befinden. Das Schloss haben wir nur von außen besichtigt, da wir heute noch ein weiteres Schloss auf dem Programm hatten.
Um 11:45 Uhr fuhren wir weiter nach Lednice und benutzten dafür zum erstenmal in der Tschechei eine Autobahn. Xenia machte während der Fahrt ein paar Brote, die wir gleich im Auto als Mittagessen verzehrten. Leider machte sich der Himmel immer mehr zu, aber der Regen war bereits vorbei, als wir um 14:15 Uhr Lednice erreichten. Hier wollten wir zwei Nächte bleiben, um am Montag eine schöne Radtour durch das Areal Lednice – Valtice zu machen, das mit seinen zwei Schlössern und der dazwischenliegenden Parkanlage der Liechtensteinfamilie UNESCO Weltkulturerbe ist. Mit 180 m2 ist sie außerdem die größte Parkanlage Europas.
Doch bevor wir das alles anschauen und genießen konnten, mussten wir einen Stellplatz für die Berta finden. Eine kostenlose Möglichkeit war bereits komplett belegt und so mussten wir ein Stück zurückfahren, um zu den anderen Wohnmobilstellplätzen zu kommen. Diese gibt es hier von ziemlich günstig bis sehr teuer und wir fanden den günstigen Gartenplatz erst beim zweiten Anlauf. Davor wollte uns der Nachbar ziemlich abzocken, aber zum Glück ließen wir uns nicht darauf ein.
Nun hatten wir einen schönen Platz um 8 Euro am Tag, allerdings ohne Dienstleistungen. Wir hielten uns nicht lange auf sondern starteten gleich zum Schloss, das wir in 5 Minuten zu Fuß erreichten. Dort nahmen wir an einer Führung durch die Privatgemächer teil. Leider gab es diese um diese Uhrzeit nur noch auf Tschechisch. Wir bekamen aber mehrere Blätter mit deutschen Erklärungen zu den Räumen, sodass wir wenigstens ein bisschen darüber informiert waren, was wir da sahen. Sie haben nicht schlecht gelebt, die Liechtensteins! Auch in diesem Schloss war Holz ein prägendes Element in den Räumen.
Nach der Führung gingen wir zurück zur Berta, machten uns eine Tasse Kaffee und schauten uns die Karte an, was wir hier noch machen wollen. Wir entschieden uns für eine Abendrunde von 5,5 km um einen See in der Park- und Seenlandschaft hinter dem Schloss. Dies ist ein Gebiet, in dem Radfahren verboten ist und das wir daher morgen mit den Rädern nicht erkunden können. Über kleine Brücken geht es über kleine Flüsse, immer an einem See entlang bis zu einem großen Minarett am Ende des Sees. Dort hat man die Möglichkeit, auf die andere Seeseite zu wechseln und bis zum Schloss zurückzugehen. Es war eine einfache, schöne Runde in der Abendsonne, die jetzt wieder herausgekommen war. Den Abschluss bildete ein Bummel durch den Schlossgarten, wo Udo die Susi fliegen ließ und wir so noch zu ein paar Luftaufnahmen vom Schloss kamen.
Um 19 Uhr waren wir wieder an der Berta. Xenia kochte Spaghetti mit Tomatensoße und Salat – unsere ersten Spaghetti in Tschechien!
Nach diesem wieder sehr schönen und ereignisreichen Tag zogen wir uns gerne in die Berta zurück und freuten uns auf eine hoffentlich ungestörte, erholsame Nacht.






















