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Donnerstag, 28.08.25 – Holasovice, Schloss Hluboka nad Vltavou (Frauenberg), Budweis
Von Dehtare bis Ceske Vrbne – 36 km / Radtour 28 km
Sonnig und heiß bis 31 Grad, nachmittags und abends bewölkt
Die Nacht verlief ungestört bis 6:30 Uhr. Dann kam ein großer LKW, der das Dixi-WC des Imbiss-Standes leerte und säuberte. Das war zwar etwas nervig, hatte aber später den Vorteil, dass wir eine frisch gereinigte Toilette benutzen konnten.
Der neue Tag startete mit viel Sonnenschein und angenehmen Temperaturen. Während dem Frühstück beobachteten wir einen Reiher auf Fischfang, aus dem Wasser springende Fische und Spatzenschwärme. Im Anschluss nutzte Udo den noch einsamen Platz für Drohnenflugversuche.
Um 9:30 Uhr starteten wir zu einem zweiten Versuch, Holasovice zu erkunden. Diesmal klappte es, allerdings nicht ohne den Parkautomat bedienen zu müssen. Der Ort mit seinen schönen beiden Straßenzügen im Bauernbarockstil um den Dorfplatz herum gefiel uns gut, war aber in einer Stunde gemütlich besichtigt. Auf der Wiese war die Tribüne für das Theater aufgebaut und auch verschiedene Scheinwerfer waren zu sehen, die die Häuser anleuchten sollten. Wie uns die Dame in der Info sagte, würde der Ort ab 12 Uhr wieder dichtgemacht werden, um die sonstigen Requisiten aufbauen zu können.
Um 11:30 Uhr starteten wir zur Weiterfahrt. Ziel waren Budweis und das schöne weiße Märchenschloss Hluboka nad Vltavou. Nach einigen Parkplatzrecherchen entschieden wir uns, einen einfachen Campingplatz zwischen den beiden Zielen an der Moldau anzufahren, der überwiegend von Kajakfahrern benutzt wird. Die Idee war, von dort aus mit den Rädern zum Schloss und in die Stadt zu fahren.
Um 12 Uhr waren wir dort und bekamen einen Platz. Zuerst gab es Probleme mit dem Strom, aber dann konnten wir auf einen anderen Platz gegenüber fahren, wo es funktionierte. Wir wollten doch unsere Radakkus nach der Radtour wieder laden.
Doch zuerst machten wir uns ein Vesper mit Salat und waren froh, draußen im Schatten sitzen zu können; inzwischen war es nämlich 30 Grad heiß geworden. Udo machte ein Schläfle, Xenia plante die Radtour. Bis Udo die Räder gerichtet und auch seinen Gepäckträger wieder repariert hatte, war es 14:30 Uhr geworden. Wandern hätten wir in der Hitze nicht wollen, aber radfahren ging und so machten wir uns auf den Weg gen Norden zum Schloss, auf einem schönen Radweg immer an der Moldau entlang.
Wir ketteten unsere Räder im Schlosspark an. Bis wir dann im Schloss und am Ticketschalter waren, lief der Schweiß in Strömen. Um 15:13 Uhr waren wir am Ticketschalter und erkundigten uns, ob es eine deutsche Führung gibt. Ja, die gab es, und zwar in 2 Minuten um 15:15 Uhr! Schnell die Karten bezahlt und dann ging es auch schon los. Da hatten wir aber Glück gehabt!
Das Schloss war innen nicht weniger märchenhaft als von außen. Prächtige Säle mit Wandteppichen und aufwändigen Holzschnitzereien erwarteten uns. So etwas hatten wir tatsächlich noch nie vorher gesehen! Leider war im Schloss das Fotografieren verboten, daher gibt es von den beeindruckenden Sälen keine Bilder. Die Besichtigung hat sich aber absolut gelohnt und im Schloss war es zudem noch deutlich kühler als draußen. Die Führung dauerte eine Stunde.
Als wir das Schloss wieder verließen, hatte sich der Himmel zugezogen. Da es aber nicht regnete, war das eher angenehm. Jetzt ging es wieder zurück, die Moldau entlang gen Süden nach Budweis. An unserem Campingplatz legten wir einen kleinen Zwischenstopp ein, da Xenias Radakku nicht richtig eingesetzt war und sie dafür ihren Radschlüssel brauchte, der in der Berta war. Im Prinzip kamen wir genau am Campingplatz vorbei, nur auf der anderen Seite der Moldau. Wir dachten, dass das kein Problem wäre, aber der Staudamm beim Campingplatz war nicht befahrbar. Was jetzt? Da entdeckte Udo ein kleines Fährboot, das gerade angelegt hatte und uns ans andere Ufer mitnahm. Wieder einmal Glück gehabt!
Das Rad war schnell instandgesetzt und weiter ging es auf dem schönen Radweg an der Moldau nach Budweis. Wir hatten Regencapes dabei, da ab 20 Uhr Gewitter angesagt waren. Es kamen aber keine. In Budweis fuhren wir auf den zentralen großen Stadtplatz Přemysl-Otakar II.-Platz. In der Mitte steht der schöne Samson-Brunnen, umgeben ist der Platz von sehr schönen im Barock- oder Renaissancestil erbauten Häusern mit Arkaden.
Hier gibt es natürlich auch viele Restaurants und in einem, dem Zvon Restaurace Pilsner Urquell, aßen wir sehr gut und böhmisch zu Abend: Xenia Rindergulasch mit Zwiebeln und Semmelknödeln, Udo Entenkeule mit Semmel- und Kartoffelknödeln und Rotkraut. Es hat uns wirklich gut geschmeckt! Der Blick auf den Platz war auch sehr schön, nur der Straßenlärm – insbesondere durch Motorräder und Mopeds – war beträchtlich. Das schmälerte das Erlebnis etwas.
Um 19:00 Uhr machten wir uns auf die Rückfahrt zum Campingplatz und kamen eine halbe Stunde später gut und trocken dort an. Es hatte zwar merklich abgekühlt und es wehte ein frischer Wind, aber Regen haben wir keinen abbekommen. Da wir morgen weiterfahren wollen, wurde alles wieder gut verstaut. Dann beendete eine schöne Dusche in der Berta den wieder gelungenen Ferientag.

















