Berta-Tschechien25-Tag04


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Mittwoch, 27.08.2025 – Krumnau an der Moldau

Vom Stellplatz bei Horni Plana bis zum Dehtar-See (Nähe Dehtare) - 71 km

Vormittags Regen und 18 Grad, ab Mittag zunehmend sonnig bis 27 Grad

Heute startete der Tag bewölkt und während unseres Frühstücks begann es leicht zu regnen. Laut Wetterbericht sollte der Regen um 11 Uhr vorbei sein die Sonne wieder herauskommen. So war es dann auch.

Heute wollten wir Krumnau besichtigen, die “Perle Südböhmens” und UNESCO-Welterbe. Wir hatten überlegt, ob wir überhaupt nach Krumnau fahren, da alle Reiseführer die Stadt als total überlaufen schildern. Insbesondere bei Japanern und Amerikanern sei sie sehr beliebt. Diese werden wohl in Reisebussen aus Prag angekarrt, um hier einen Tag zu verbringen. Auch die Tschechen selbst lieben die Stadt und das Canyoning auf der Moldau, die die Altstadt von Krumnau umfließt.

Da wir nur 40 Minuten von Krumnau entfernt waren, beschlossen wir, einen Ausflug dorthin zu wagen. Mit dem Camper ist man ja auch schnell wieder weitergefahren. Außerdem brauchten wir eine kleine Schraube für Udos Fahrradgepäckträger, die auf der gestrigen Tour verlorengegangen war mit dem Effekt, dass die Satteltasche nicht mehr richtig befestigt werden konnte. Recherchen im Internet hatten ergeben, dass es in Krumnau einen kleinen Baumarkt gibt, der vielversprechend aussah. Ihn wollten wir zuerst anfahren, danach den einzigen Parkplatz P7 der Stadt, auf dem Wohnmobile parken dürfen.

Um 10 Uhr waren wir nach einem kompletten Camperservice startklar und fuhren im Regen nach Krumnau. Nachdem wir uns ein paar Minuten durch die Stadt gestaut hatten, kamen wir am Baumarkt an und Udo konnte tatsächlich um 5 Kronen (20 Ct) eine Schraube kaufen. Inzwischen hatte es aufgehört zu regnen und als wir auf dem Wohnmobilparkplatz ankamen, kam die Sonne heraus und es wurde zunehmend wärmer.

Die Altstadt ist 800 Meter vom Parkplatz entfernt und gut zu Fuß zu erreichen. Bevor wir hineingingen, beobachteten wir die Kanus, Schauchboote und Kajaks, die auf der Moldau vorbeifuhren und einige Staustufen mit Kanurutsche zu bewältigen hatten. Von hier aus hatten wir auch einen schönen Blick auf den bunten Turm des Schlosses von Krumnau.

Es waren schon einige Leute in der Altstadt, aber nicht mehr als in anderen historischen Altstädten auch. Mehr “störten” uns die vielen Souvenirläden und Restaurants, die hier dicht gedrängt in den schönen alten Gassen zu finden sind. In einer kleinen Bäckerei holten wir uns zwei Cappuccinos und 2 süße Stückle und verzehrten das gleich an einem kleinen Tisch vor der Bäckerei.

Wir bummelten durch die kleinen Kopfsteinpflasterstraßen und statteten der Propsteikirche St. Veit einen Besuch ab. Nicht weit entfernt gibt es eine Aussichtsterrasse, von der aus man einen schönen Blick auf die Moldau, einen Teil der Stadt, das Schloss und den Schlossturm hat.

Weiter gingen wir zum “Platz der Eintracht” im Herzen der Altstadt, der von Häusern mit Barock-, Renaissance- und klassizistischen Fassaden umgeben ist. Hier befindet sich auch das Rathaus mit einem Foltermuseum, das wir aber nicht besuchten. Auf dem Platz steht eine schöne Mariensäule aus dem 18. Jahrhundert. Wir ruhten uns auf einer Bank etwas aus, gingen aber schnell weiter, da Bauarbeiten am Kopfsteinpflaster einen Höllenlärm machten.

Jetzt wollten wir unbedingt noch zum Schloss. Wir betraten das Gelände durch das Rote Tor und hier war jetzt wirklich eine Menge los. Wir lösten Tickets für eine deutsche Schlossführung, die um 14 Uhr startete. Bis dahin hatten wir noch eine Stunde Zeit, die wir zur Erkundung des Außengeländes und des Schlossparks nutzten.

Die Führung selbst war sehr interessant, dauerte 60 Minuten und wir erfuhren viel über die früheren Schlossherren Rosenberg und Eggenberg. Der Höhepunkt der Tour war der Maskensaal, dessen Wände über und über sehr plastisch, farbenfroh und lebensnah mit Personen und Figuren bemalt ist. Am beeindruckendsten ist die Person, die sich im Spiegel sieht (Bild unten mitte).

Weitere Besichtigungen im Schloss machten wir nicht mehr, dazu waren unsere Köpfe zu voll und die Füße zu schwer. Als wir um 15:30 Uhr wieder an der Berta waren, waren wir ziemlich müde. Da der Parkplatz recht teuer war, verließen wir diesen gleich und fuhren in Richtung Holasovice, das wir als nächstes besichtigen wollten. Dabei handelt es sich um ein Dorf mit Gehöften im Bauernbarockstil, das als Ganzes in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen wurde.

Auf dem Weg hielten wir an einem kleinen Feldweg an, machten ein Schläfle und einen anschließenden Kaffee mit Marmeladebrot. So gestärkt und ausgeruht ging die Fahrt weiter nach Holasovice, das wir um 17:45 Uhr erreichten.

Wir fuhren auf den Parkplatz am Ortseingang, auf dem auch Wohnmobile stehen dürfen und mussten dort feststellen, dass das ganze Dorf abgeriegelt und der Parkautomat außer Betrieb war. Von einem Parkwächter erfuhren wir, dass im Dorf heute ein Theater stattfindet und man deshalb ohne Theaterkarte nicht hinein darf. Karten waren keine mehr zu bekommen und so mussten wir leider wieder umkehren, allerdings mit der Zusage, dass wir am morgigen Tag wiederkommen und bis 12 Uhr umsonst parken könnten.

Nun mussten wir einen Nachtplatz finden und Udo machte über Park4Night einen 6 km entfernten kleinen Parkplatz am Dehtar-See ausfindig. Diesen steuerten wir an, was noch ganz abenteuerlich wurde, da die Straße die letzten Kilometer so schmal wurde, dass die Berta gerade noch draufpasste. Zudem ging es ein Stück durch den Wald, was mit unserer Fahrzeughöhe von 3,2 Metern und Ästen über der Fahrbahn auch problematisch werden kann. Wir überlegten schon, ob wir das Unterfangen abbrechen, als zwei Wanderdamen auf uns zukamen und uns versicherten, dass der Weg bis zum See befestigt bleibt, wir dort gut parken und an einem Imbiss sogar etwas essen können. So wagten wir die Weiterfahrt und kamen auch gut am See an.

Den Imbiss nutzten wir zum Abendessen. Xenia wählte eine große tschechische rote Wurst, Udo gebackenen Käse mit Pommes. Dazu tranken wir selbstgemachte Himbeerlimonade. Das Ganze genossen wir im Sonnenschein mit Seeblick und bekamen die Erlaubnis, hier über Nacht stehen bleiben zu dürfen. Wir gingen noch ans Seeufer zum Sonnenuntergang und telefonierten mit Mama und Marina. Wie gut, dass zuhause alles in Ordnung ist!

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