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Dienstag 18.06.2024 – Tiveden Vitsand – Örebro
Unser Standplatz war in einer Waldlichtung, wo sich spät am Abend noch eine allein reisende Dame mit Hund dazu stellte.
Am Morgen erwachten wir eine Stunde früher als gewöhnlich und da die Sonne schien, beschlossen wir, den schönen Morgen für eine weitere Wanderung im Nationalpark zu nutzen.
Um 9 Uhr waren wir am Eingang Vitsand und starteten zuerst zur orangen Tärnekullerundan mit dem Highlight der Vitsands-Grotte und dann zur Junker Jägarrundan mit dem Highlight des Junker-Jäger-Steins, dem mit 15 m Höhe größten freistehenden Felsen im Parks.
Jede Tour hat ihre Eigenheiten und ist auf ihre Art besonders. Die orangefarbene Runde führte durch eine kleine Grotte hindurch steil den Berg des Tärnekullen hinauf, der der Tour ihren Namen gab. Der Weg war schon sehr anspruchsvoll: steil, steinig und unwegsam. Aber er machte Spaß und wir bewältigten ihn gut im Sonnenschein. Lediglich auf noch vom nächtlichen Regen nasse und rutschige Wurzeln mussten wir achtgeben, diese waren schon ziemlich rutschig. Der zweite Teil der Runde ging an einem See mit Sandstrand entlang – auch schön!
Sandstrand und Pferdepakplatz
Da wir noch Kraft und Zeit hatten, nahmen wir gleich im Anschluss die weiße Runde in Angriff. Sie führt durch den Wald an vielen großen Steinen vorbei oder auch darüber hinweg, die die Gletscher der Eiszeit hierher geschoben hatten. Das ist hier ohne Frage ein sehr wildes und uriges Gelände.
Um 11 Uhr waren wir nach 4,3 km wieder an der Berta und nahmen nach der schweißtreibenden Wanderung erst einmal eine Dusche und danach ein kleines zweites Frühstück zu uns.
Um 12 Uhr fuhren wir weiter nach Örebro und das in strömendem Regen, der bei unserer Abfahrt einsetzte. Es schüttete wie aus Kübeln und wir waren sehr froh, im Trockenen zu sitzen. Der Regen verfolgte uns die ganze Strecke bis Örebro.
Kurz vor dem Ortseingang sahen wir ein großes Einkaufszentrum mit einem Ikea und kamen auf die Idee, uns das mal im schwedischen Original anzuschauen. Gesagt, getan. Udo fand einen Parkplatz ganz in der Nähe des Eingangs, so dass wir einigermaßen trocken im Inneren ankamen. Wir schauten uns kurz im Verkaufsraum um und gingen dann ins Bistro. Dort kauften wir sehr günstig Hot Dogs, Cola, Zimtschnecken, Cappuccino und ein Eis. Die Zimtschnecken und das Eis waren lecker, der Cappuccino war ok und die Hot Dogs gingen gerade so - aber was will man schon erwarten, wenn sie in der Luxusversion einen Euro und in der Standardversion 45 Cent kosten?
Aus der Tiefkühltruhe nahmen wir noch eine Packung Köttbullar und eine Packung Kartoffelscheiben mit - zumindest dachten wir, es wären Kartoffeln, aber wie sich am Abend herausstellte, waren es kleine Hähnchenmedaillons.
Zurück am Auto war es 14 Uhr geworden, der Regen war vorbei und die Sonne schien wieder. Also ab in die Stadt und dort zu einem Parkplatz ganz in der Nähe des Schlosses. Wir hatten mal wieder Glück. Der Parkplatz war komplett voll, aber als wir reinfuhren stieg ein Mann in sein Auto und fuhr davon. So hatten wir doch noch einen Platz bekommen und gingen knappe 10 Minuten zu Fuß zum Schloss, das mitten in der Stadt auf einer kleinen Insel im Fluss Svartån liegt. Um das Schloss herum waren gerade bunte Kunstwerke aufgebaut.
Im Schloss besichtigten wir eine Ausstellung über die Geschichte der Stadt und eine Ausstellung mit Alltagsgegenständen von früher.
Danach wollten wir eigentlich noch in die Innenstadt, aber irgendwie haben wir sie nicht so richtig gefunden, zumindest keine Fußgängerzone. Da wir nun doch ziemlich müde waren, gingen wir zurück zur Berta und machten ein Schläfle.
Xenia recherchierte noch einmal im Internet nach einer besseren Übernachtungsmöglichkeit und fand dabei heraus, dass es in der anderen Richtung vom Schloss einen sehr schönen Stadtpark und daran angrenzend das Freilichtmuseum Wadköping gibt, das aber leider schon geschlossen hatte. Wir beschlossen, uns den Park und die Häuser des Freilichtmuseums wenigstens von außen anzuschauen und machten uns noch einmal auf den Weg. Das war eine gute Entscheidung!
Der Park ist sehr schön angelegt, mit einem Rosengarten in der Mitte und einheimischen Pflanzen drum herum. Außerdem viel Grün, Spielplätze und Rasenflächen.
Besonders gut hat uns ein Spielplatz vor dem Freilichtmuseum gefallen, auf dem verschiedene Kinderspielhäuser ähnlich wie im Freilichtmuseum aufgebaut sind. Teilweise sind Rutschen oder Kletterelemente integriert, neben Küche, Wohnzimmer, Schule oder Stall. Wirklich toll gemacht! Daneben ein Sandplatz mit Wasser zum Kochen und Spielen.
Das Bauernhaus
oben ging die Rutsche dann ins Nachbarhaus
Die Schule
und oben ging wieder eine Kletterröhre ins nächste Haus
Der Stall
Als wir da waren spielten gerade ein paar Kinder, wie sie Essen kochen und dann von der Kuh die Milch und von den Hühnern die Eier holen. War sehr schön mitzuerleben.
Das Freilichtmuseum ist auch sehr liebevoll gestaltet mit vielen Schautafeln, die wir uns größtenteils von Google Lens übersetzen und vorlesen ließen.
Ganze Straßenzüge wurden nachgeaut, inklusive Telefonzelle von 1820
Ein liebevoll eingerichteter Tante Emma Laden bot Handwerkskunst und Süßigkeiten
Auf dem Rückweg sahen wir noch ein Ausflugsschiff, welches die Gäste die Kanäle entlang schipperte.
So verbrachten wir eine gute Stunde dort und waren erst um 19:30 Uhr wieder bei der Berta.
Nun ging es noch 2,5 km weiter zu einem Parkplatz an einem Badesee, wo man kostenlos parken kann. Auf diese Idee waren aber nicht nur wir gekommen. Der Platz war schon halb voll, als wir ankamen, und füllte sich im Laufe des Abends ganz mit Wohnmobilen aus verschiedenen Ländern.
Udo kochte die Köttbullar und die vermeintlichen Kartoffeln, Xenia machte einen Salat dazu. Nach dem Abwasch machten wir um 21.30 Uhr noch eine kleine Runde um den Badesee und erkundeten die Umgebung unseres Standplatzes - leider mit der Begleiterscheinung von einigen Mückenstichen.
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