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Montag 17.06.2024 - Tiveden Nationalpark
Am Morgen prasselten Regentropfen aufs Dach. Dieser Sound ließ uns etwas länger im Bett bleiben. Laut Wetterapp sollte der Regen aber aufhören und das Wetter dann vormittags schön bleiben. Ab 14 Uhr waren wieder Schauer und Gewitter angesagt.
Der Regen hörte auch tatsächlich vor dem Frühstück auf. Wir bezahlten unseren Platz im Café, wo uns zwei nette Trolle verabschiedeten. Dann verließen wir unseren schönen Stellplatz und fuhren an den Haupteingang des Nationalparks.
Dort machten wir uns noch einmal mit den verschiedenen Wandermöglichkeiten vertraut und entschieden uns zuerst für eine Tour von 3,4 km Länge – wobei man das nicht vergleichen kann mit 3,4 km in ebenem Gelände! Der Nationalpark schreibt die Strecke mit 2,5 Stunden aus. Wir gingen die gelbe “Stenkällerundan”, die wir noch etwas mit Teilstrecken der grauen und lila Tour erweiterten. Um 10:15 Uhr starteten wir und waren um 12:30 Uhr wieder zurück an der Berta.
Die Wanderwege im Park sind schon ziemlich anspruchsvoll und abenteuerlich. Es geht über Stock und Stein, alles voller Wurzeln und immer wieder muss man ein wenig klettern. Aber wunderschön!
Zuerst ging es durch den Wald, an großen Steinen vorbei, teilweise eng zwischen ihnen hindurch oder über sie hinweg. Dann kam eine Sumpflandschaft mit kleinen Bächen und Bohlenwegen. Zurück führte uns der Weg am Ufer des Stora Trehörningen, mal unten am See, mal oben auf den Felsen mit sehr schönen Ausblicken. Es war wirklich eine sehr schöne und abwechslungsreiche Wanderung bei inzwischen wieder herrlichem Wetter.
Wieder zurück an der Berta gab es ein Vesper und ein bisschen Ausruhen.
Was wollten wir noch unternehmen? Hierbleiben und eine weitere Runde laufen oder ans andere Ende des Nationalparks fahren und dort eine Tour machen? Oder gar nichts mehr, da der Wetterbericht ab 14 Uhr Gewitter und Regen ansagte und es inzwischen 13:30 Uhr war?
Wir entschieden uns, von dem Platz aus, an dem wir sowieso standen, eine weitere Wanderung zu wagen – denn wer nicht wagt, gewinnt bekanntlich auch nicht! So starteten wir zur laut Parkwärter anstrengendsten Tour, der roten “Trollkyrkorundan” über 4,6 km, die man auch etwas abkürzen kann. Anstrengend ist sie deshalb, weil sie wirklich fast immer rauf oder runter geht und deshalb mit 3 Stunden ausgeschrieben ist. Wir gingen sie aber in gut 2 Stunden, trotz Abstecher auf die beiden großen Felsen Lilla Trollkyrkan und Stora Trollkyrkan, die der Runde ihren Namen geben, und ohne Abkürzung.
Die Aussicht hält sich auf dieser Tour in Grenzen. Hier ist der Weg das Ziel – denn er führt durch einen urigen “Wonderland”-Wald. Man kann sich gut vorstellen, dass hier Schneewittchen mit den sieben Zwergen hinter den sieben Bergen wohnt. Auch dass die Menschen früher in den Felsbrocken allerhand Trolle, Geister und andere Fabelwesen sahen und sich daher von diesem Gebiet fernhielten, verwundert nicht. Bergauf und bergab führt der unebene Weg, was mit der Zeit ganz schön die Knöchel, Knie und Oberschenkel beansprucht.
Um 14:15 Uhr wurde der Himmel voraus schwarz und man hörte das Donnergrollen. Aber wir durften "unter dem Schirm des Höchsten" unsere Wanderung fortsetzen und bekamen erst ganz am Schluss in den letzten 5 Minuten ein paar Spritzer Regen ab.
Der zweite Teil der Runde führte uns an zwei schönen Seen vorbei, aber wir machten nur eine ganz kurze Pause, da das Wetter recht bedrohlich aussah.
Um 15:45 Uhr waren wir zurück an der Berta, und das ziemlich durchfeuchtet - weniger von dem bisschen Regen zum Schluss als vom Schweiß, den uns die Tour gekostet hatte. So heizten wir das Wasser und nahmen als erstes eine schöne Dusche. Anschließend gab es den verdienten Kaffee mit den restlichen süßen Stückle, die wir noch hatten.
Auf dem Parkplatz sahen wir einen schönen alten VW-Bus - ein ähnliches Modell, wie wir es auf unserer ersten Wohnmobiltour vor fast 40 Jahren durch Griechenland hatten.
Um 17 Uhr suchten wir uns einen Nachtplatz außerhalb des Nationalparks auf dem Weg zum Eingang Vitsand, wo wir am nächsten Tag gerne noch eine Runde wandern wollten – sofern es wettermäßig möglich wäre. Die Prognose war nicht so toll, aber das war sie für heute auch nicht.
Zuerst steuerten wir eine Sackgasse an einem kleinen See an und standen dort auch sehr romantisch, aber der Internetempfang war so schlecht bis nicht vorhanden, dass wir noch einmal umparkten und an einen anderen Platz querab der Straße zum Eingang fuhren. Dort verbrachten wir den Abend und die Nacht.
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