Berta-Luxemburg26-Tag6


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Sonntag 12.04.2026 – Stadtspaziergang durch Luxemburg-Stadt

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0 km, Stadtspaziergang 6 km

Wetter: bewölkt aber trocken, 12 Grad

Um 10 Uhr starteten wir mit dem Bus Linie 18 in die Innenstadt. Es fühlte sich irgendwie komisch an, einfach so in den Bus einzusteigen und kein Ticket zu lösen. Nach 11 Haltestellen und 17 Minuten Fahrzeit waren wir an der Haltestelle F.D.Roosevelt angekommen, dem Ausgangspunkt der von Xenia vorbereiteten Stadtrunde.

Die Haltestelle befindet sich ganz in der Nähe der Kathedrale Notre Dame, die nicht zu übersehen ist, ebensowenig wie die “Gëlle Fra“ (Goldene Frau) hoch oben auf einem Steinobelisken auf dem Place de la Constitution. Auf dem Sockel befindet sich ein gefallener Soldat mit einem Kameraden. Das Ganze ist ein Mahnmahl zum Gedenken an die im 1. Weltkrieg gefallenen Luxemburger Soldaten.

Von diesem Platz aus hatten wir auch einen schönen Blick auf das Petrusstal und die imposante Adolphe Brücke.

Direkt am Platz befindet sich auch der Eingang in die Petruss-Kasematten. Eigentlich gibt es 15-minütige Timeslots zur Besichtigung, aber wir waren um 10:20 Uhr die einzigen Besucher und konnten daher gleich die unteririschen Gänge erkunden. Unser Fazit: nett, aber die 10€ Eintritt eigentlich nicht wert. Außer den unterirdischen Wehrgängen, ein paar Tafeln zur Befestigungsanlage und einer kleinen Filmpräsentation in einer etwas größeren Nische gab es nichts zu sehen.

Der Ausgang befindet sich auf halber Höhe von Place de la Constitution und Petrusstal. Von dort aus hatten wir noch einmal einen sehr schönen Blick auf die Adolphebrücke. Die 153 Meter lange Steinbrücke verbindet die Ober- und Unterstadt von Luxemburg-Stadt. Baubeginn war im Jahr 1900 und zum Zeitpunkt ihrer Errichtung besaß die Brücke den größten Steinbogen der Welt. Benannt wurde sie nach dem damals herrschenden Großherzog Adolphe. Heute ist die Brücke doppelstöckig und verfügt über einen hinzugefügten Radweg unterhalb der Brücke, der auch von Fußgängern genutzt wird.

Wir stiegen wieder hinauf in die Oberstadt und machten uns auf den Weg in die Altstadt, die UNESCO Welterbe ist.

Unser erster Anlaufpunkt war die Tourist-Info auf dem Place Guillaume II. Sie öffnet sonntags um 11 Uhr und Glockenschlag 11 Uhr waren wir auf dem Platz. Xenia ging hinein, fand aber nicht viel Neues. Wir schlenderten über den Platz, vorbei am Rathaus mit zwei bronzenen Löwen auf beiden Seiten der Freitreppe und einem großen Reiterstandbild von Wilhelm II.

Nun führte uns der Weg am „Zentrum der Macht“ vorbei, dem prominenten und unübersehbaren Großherzoglichen Palast. Er ist die Stadtresidenz der großherzoglichen Familie.

Weiter ging es zum Place d’Armes (Paradeplatz), auf dem ein Pavillion aufgebaut war, in dem sich die verschiedenen Regionen Luxemburgs mit Infomaterial und ihren kulinarischen Spezialitäten vorstellten. Ein paar von ihnen durfte man auch probieren.

So langsam ließen wir die Altstadt hinter uns und gingen hinunter in den Arbeiterstadtteil Pfaffenthal. Pfaffenthal liegt im Tal des Flüsschens Alzette zwischen dem Altstadt-Zentrum und dem Kirchberg-Plateau und war früher ein ärmeres Viertel. Hier wohnten vor allem Menschen mit Berufen, die irgendwie mit Wasser zu tun hatten, wie Weber, Färber, Gerber, Müller und Wäscherinnen.

Heute hat Pfaffenthal ein besonderes Highlight: der Panorama-Aufzug Pfaffenthal verbindet das Tal mit der Oberstadt. In weniger als 30 Sekunden Fahrzeit kann man die 71 Meter Höhenunterschied bewältigen und hat durch die Glaswände des Aufzugs eine schöne Aussicht auf die Alzette, den Stadtteil Pfaffenthal und die rote Großherzogin-Charlotte-Brücke. Da wir unten in Pfaffenthal zum Aufzug kamen, sind wir einmal hoch und wieder hinunter gefahren und dann weiter an die Alzette gegangen.

Bei den beiden Vauban-Türmen überquerten wir die Alzette. Bei ihnen handelt es sich um gut erhaltene Original-Wehrtürme, die um 1685 erbaut und in den Befestigungsring der Stadt mit einbezogen wurden.

Nun ging es auf der anderen Talseite der Alzette, vorbei an einem alten Mehlmagazin, wieder den Berg hinauf zum Fort Niedergrünewald. Von hier aus hatten wir noch einmal einen sehr schönen Blick auf Pfaffenthal, der aber nur von kurzer Dauer war. Dann ging es schon wieder steil den Berg hinunter in Richtung Bock.

Unten angekommen kamen wir an der Jugendherberge vorbei, die mit einem großen Schild in ihr Restaurant mit Tagesmenue einlud. Es war inzwischen 12:30 Uhr geworden, wir konnten sowohl etwas zu essen wie auch eine Pause und etwas Hinsitzen gebrauchen. So nahmen wir die Gelegenheit wahr, gingen hinein und bekamen auch noch einen Tisch. Nur wenige Minuten später füllte sich der Saal mit vielen jungen, aber auch einigen älteren Menschen, die hier zu Mittag essen wollten. Udo wählte das Tagesmenue: Champignon- und Gemüsesuppe, Salat vom Buffet, vegetarischen Hamburger mit Pommes und ein Sahne-Dessert. Xenia begnügte sich mit Pommes und Schnitzel, durfte sich dann aber auch mit Suppe und Salat bedienen. Wasser gab es umsonst dazu. Die Portionen waren gigantisch. Xenia bekam zwei große Schnitzel und Udos Burger war ebenfalls sehr groß. Xenia schaffte nur eines der beiden Schnitzel, Udo musste aufs Dessert verzichten. Wir schafften einfach nicht mehr. Die Qualität war in Ordnung und so waren wir mit einer Rechnung von insgesamt 38€ gut bedient. Wir setzten uns noch ins Foyer und schauten uns einen Werbefilm der Stadt Luxemburg über ihre Sehenswürdigkeiten an, dann gingen wir weiter. Udo war ziemlich k.o. und so entschieden wir, nur noch auf den Bock-Felsen zu steigen und uns dann wieder auf den Rückweg zu machen. Den Stadtteil Grund, das Rham-Plateau und den Kirchberg verschoben wir auf einen anderen Tag.

Vom Bock-Felsen hatten wir eine schöne Sicht auf Grund und das Rham-Plateau. Auf diesem gewaltigen Felsen ließ Graf Siegfried im 10. Jahrhundert die Burg Lucilinburhuc errichten und legte damit den Grundstein für die Stadt, die später Luxemburg werden sollte. Auch hier gibt es wieder Kasematten, die Bock-Kasematten, auf die wir aber verzichteten.

Wir überquerten die Schlossbrücke und gingen weiter entlang der Befestigungsmauern auf dem "Chemin de la Corniche". Dieser ist ein 1,2 km langer Spazierweg und wird wegen seiner herrlichen Ausblicke auch als "der schönste Balkon Europas" bezeichnet.

Von hier aus war es nicht mehr weit bis zu unsere Bushaltestelle und so brachen wir die Stadtbesichtigung hier ab und machten uns auf den Heimweg. Blöd war, dass sich die Haltestelle für die Rückfahrt nicht gegenüber der Haltestelle der Hinfahrt befand, sondern ein paar hundert Meter davor. So gingen wir zuerst in die falsche Richtung und verpassten dadurch den Bus. Er fuhr an uns vorbei, aber wir bekamen ihn nicht mehr. So mussten wir eine halbe Stunde auf den nächsten warten. Udo setzte sich auf die Wartebank, Xenia ging vor zur Brücke und von dort ein Stück hinunter ins Petruss-Tal. Unterhalb der Brücke befindet sich ein Skatepark, der von ein paar Jugendlichen genutzt wurde.

Der nächste Bus kam pünktlich und brachte uns zurück zum Campingplatz. Um 15:30 Uhr waren wir wieder an der Berta. Udo legte sich schlafen, Xenia setzte sich mit ihrem Tolino und einer Decke vors Auto, bis ihr das zu kalt wurde.

Den Rest des Abends verbrachten wir in der Berta.

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