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Donnerstag, 23.04.2026 – Brauerei- und Ardennenmuseum im Schloss Wiltz, Wiltz-Radtour
0 km, Radtour 4,5km/80hm zum Schloss, 35km/480hm Wiltz-Runde
Wetter: sonnig, 20 Grad am Nachmittag, 1 Grad in der Nacht
In der Nacht war es so kalt, dass der Frostwächter ansprang und uns eine halbe Tankfüllung Wasser abließ. Zum Glück sind wir auf einem Campingplatz, wo wir problemlos Wasser nachtanken können. Unterwegs ist so etwas ziemlich blöd und ärgerlich.
Entsprechend kalt war es natürlich auch am Morgen, aber die Sonne tat ihren Dienst und als wir um 10:45 Uhr losradelten, war das mit einer Windjacke gut möglich. Direkt an der Rezeption haben wir einen aus Heroldstatt getroffen - einen Regiomat, der von der Firma Stüwer in Heroldstatt vertrieben wird.
Zuerst ging es zum Schloss, wo wir um 11 Uhr ankamen. Im Schloss befinden sich eine Info, ein Museum und ein paar Verwaltungsräume. Wir erkundeten den Schlossgarten und waren von der Veranstaltungsbühne angetan. Eine eigentliche Schlossbesichtigung gibt es hier ebenso wenig wie in Clerf.
Das Museum beinhaltet zwei Ausstellungen: einmal das Nationale Brauereimuseum in den ehemaligen Pferdeställen des Schlosses und zum anderen ein Ardennenmuseum. Beides interessierte uns jetzt nicht brennend, aber da wir schon mal vor Ort waren, gingen wir hinein. Immerhin bekamen wir einen Audioguide auf Deutsch, mit dessen Hilfe wir die Ausstellungen erkunden konnten, und wir waren die einzigen Besucher.
Die Ausstellungsobjekte im Brauereimuseum gewähren einen Einblick in die verschiedenen Zyklen der Bierherstellung und veranschaulichen die Entwicklung des Luxemburger Brauereiwesens und seiner jahrhundertalten Brautradition. Heute werden in Wiltz verschiedene Biergetränke hergestellt, von denen sich der Besucher am Ende eine Flasche als Kostprobe aussuchen und mitnehmen darf.
Im Ardennenmuseum wird ähnlich wie in Clerf die Geschichte der Ardennenschlacht im Winter 1944/45 erzählt. Am 16. Dezember 1944 griffen deutsche Einheiten die amerikanische Frontlinie in den Ardennen an, die den Norden Luxemburgs und den Osten Belgiens umfasste. Dies war der Auftakt zu einer der blutigsten Schlachten des Zweiten Weltkrieg: der Ardennenoffensive. Tausende amerikanische und deutsche Soldaten verloren in den unerbittlichen Kämpfen, die in einem der härtesten bekannten Winter stattfanden, ihr Leben. Im Januar 1945 lag ein großer Teil der luxemburgischen Éislek-Region infolge der schweren Kämpfe in Trümmern, und viele Einwohner waren tot, auf der Flucht oder froren in den Überresten ihrer Existenz. Gegen Ende Januar 1945 erlangten die Amerikaner und der Führung von General George S. Patton die Kontrolle über die Region zurück. Am 12. Februar 1945 wurde mit Vianden die letzte luxemburgische Stadt befreit, was die deutsche Herrschaft über Luxemburg beendete.
Eine nette Geschichte in diesem grausamen Zusammenhang ist, dass ein G.I. Schokolade und Kekse von seinen Kameraden einsammelte. Er schneiderte sich ein Nikolauskostüm und kam mit einem Jeep zu den Kindern, denen er die Süßigkeiten und Schokolade austeilte.
Nach einer Stunde verließen wir das Museum und radelten zurück zum Campingplatz. Udo richtete Tisch und Stühle her, Xenia kochte Bratwürste mit Bratkartoffeln und Salat. In der Sonne konnte man gut draußen sitzen und mittagessen.
Um 14:30 Uhr starteten wir zu einer sehr schönen Wiltz-Radtour. Wiltz ist nicht nur eine Stadt, sondern auch der Name des Flusses, der durch Wiltz fließt.
Wir fuhren südöstlich die Wiltz entlang, wieder auf sehr schönen kleinen Straßen und Radwegen. An der Stelle, wo der Himmelbaach in die Wiltz fließt, bogen wir ab und fuhren ein Stück den Himmelbaach entlang bis Erpeldange. Nun ging es über Land, wo sich hin und wieder größere Landstraßen nicht vermeiden ließen, bis wir dann ins wunderschöne Clerve-Tal abbiegen und die Clerve entlang radeln konnten.
In Lellingen gab es eine kleine Furt, danach machten wir Rast auf einer schönen Bank am Bächlein Pentsch.
In Kautenbach fließen Wiltz und Clerve zusammen. Hier bogen wir ab auf die “Piste cycable de la Wiltz” PC20, wieder ein wunderschöner Radweg, der uns zurück nach Wiltz führte.
Auch diese Radtour hat uns sehr gut gefallen! Luxemburg ist ein Geheimtipp für Radler.
In Wiltz machten wir Halt am Supermarkt und kauften einen Liter Vanilleeis und gefrorene Himbeeren. Bis zum Campingplatz sind es nur 500 Meter und dort genossen wir um 17:30 Uhr im Sonnenschein vor der Berta Vanilleeis mit heißen Himbeeren und noch eine Butterbrezel hinterher, damit wir nicht mehr vespern müssen.
Mit einer Dusche beendeten wir den schönen Urlaubstag.

















