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Sonntag, 19.04.2026 – Kupfermine Stolzembourg
7 km, 3,5 km Fußmarsch auf der Minentour
Wetter: heiter bis wolkig, 14 Grad
In der Nacht überquerte uns eine Gewitterfront mit starkem Regen, der aufs Bertadach prasselte. Am Morgen war der Spuk schon wieder vorbei. Die Sonne schien, aber es war deutlich kühler und auch windiger als am Tag zuvor. Unseren Schlafplatz hatten wir ja so gewählt, dass er direkt neben einer Ladesäule war und wir gestern Abend die Fahrradakkus laden konnten. Trotzdem, dass er direkt an der Straße war, hatten wir einen guten Schlaf und starteten ungestört in den neuen Tag.
Für den Nachmittag hatten wir uns Tickets für die Kupfermine in Stolzembourg besorgt. Die Mine kann man nur mit einem Guide besuchen und Touren gibt es zu dieser Jahreszeit nur sonntags um 14 Uhr.
Den Sonntagvormittag verbrachten wir in der Berta mit Chillen, Predigt anhören, ein bisschen Strecken- und Tourenplanung und Kochen. Zum Mittagessen gab es gebratenen Lachs mit Zitrone, Süßkartoffel-Bratkartoffeln und gemischtem Salat. Es war wirklich lecker!
Nach dem Spülen fuhren wir den Berg hinunter nach Stolzembourg. Nach 5 Minuten waren wir dort und konnten auf dem zentralen Schlossparkplatz parken. Die Mine selbst hat keinen Parkplatz. Das Schloss ist mehr ein feudales Haus und heute in Privatbesitz, man kann es also nicht besichtigen.
Da wir noch Zeit hatten, legte sich Udo ein bisschen aufs Ohr und Xenia machte eine kleine Erkundungsrunde an der Our entlang. Dieser Fluss bildet die Grenze zwischen Deutschland und Luxemburg und als Udo noch vor der Minentour eine ausgeschilderte öffentliche Toilette benutzen wollte, war diese über der Brücke in Deutschland.
Püntklich um 14 Uhr begann die Führung mit einem Film über die Our-Region, die Kupfermine und den früheren Abbau. Die Mine war vom frühen 18. Jahrhundert bis 1944 ein bedeutendes, wenn auch oft unrentables Bergbauprojekt. Nach der ersten Konzessionierung im Jahr 1717 und der Gründung der „Société des Mines de Cuivre“ 1854 prägten Kampf gegen Wassereinbrüche, wechselnde Besitzer und technische Modernisierungen (Dampf-/ Elektropumpen) die Entwicklung. Heute ist sie nur noch ein Besucherbergwerk.
Im Anschluss an den Film gingen wir in der Gruppe 1,5 km den Berg hinauf zum Bergwerkseingang. Wir waren mit einer gemischten Gruppe unterwegs, die meisten sprachen Deutsch oder Französisch und abwechselnd in diesen beiden Sprachen erklärte uns auch die Führerin, was es zu sehen bzw. zu lernen gab. Wer nicht deutsch oder französisch verstand, hatte für die Erklärungen einen Audioguide in seiner eigenen Sprache bekommen. Auf einem Lehrpfad mit insgesamt 10 Stationen bzw. Tafeln stiegen wir den Berg zum Mineneingang hinauf.
Bevor wir in die Mine konnten, mussten wir uns zuerst noch umziehen. Jeder bekam ein paar Gummistiefel, einen Regenponcho und einen Helm. Das war nötig, da der Zugang zur "Gallerie" im Bergwerk durch den ehemaligen Entwässerungsstollen erfolgt, in dem auch heute noch Wasser fließt. Der Gang ist eng und die Decke teilweise sehr niedrig. Von der Decke tropft Wasser, mal mehr, mal weniger.
So patschten wir nacheinander durch einen langen geraden Stollengang und lernten, dass wir uns auf dem Level 3 von insgesamt 12 Leveln befanden. Wir gingen nur 350 Meter, aber das gesamte Tunnelsystem ist mehrere Kilometer lang. Alles unter Level 3 steht heute unter Wasser und die Führerin erzählte, dass vor 20 Jahren hier Leute illegal in den Gängen tauchten. Das war sehr gefährlich, da aufgewühlter Schlick das Wasser trübte und ein Taucher ist auch tatsächlich nicht mehr zurückgekehrt und konnte nicht mehr gefunden werden.
Am Ende des Ganges bogen wir noch ein kurzes Stück rechtwinklig ab in einen weiteren Gang, wo man jetzt Kupfer und Kupfersedimente an den Wänden sehen konnte und der in die sogenannte "Gallerie" führte. Dort stand eine Vorrichtung, mit der früher Loren hinauf- und hinuntergelassen wurden.
Nun mussten wir umkehren, den Quergang noch ein kleines Stück weitergehen und kamen dann an eine sehr steile Treppe, auf der wir wieder nach oben gelangten. Heraus kamen wir direkt bei dem Häuschen, wo wir wasserdicht eingekleidet wurden, und konnten jetzt die Gummistiefel und Helme wieder abgeben. Alles andere kam in Mülleimer.
Die Tour war damit beendet und jeder konnte für sich selbst wieder hinunter in die Stadt gehen.
Um 17 Uhr waren wir wieder in der Berta und stärkten uns mit Kaffee, Schokolade und Marmeladebrötchen. Udo suchte einen Parkplatz direkt am Fluss in der Ourschleife aus, wo wir hinfuhren und den Abend und die Nacht verbrachten. Autoverkehr gab es hier keinen, aber eine Bushaltestelle war direkt am Platz. Jetzt am Abend haben uns die Busse nicht gestört – mal sehen, wie das morgen Früh wird?



















