Berta-Griechenland25-Tag61


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Montag, 26.05.2025 – Nijagara Wasserfall, lange und spannende Fahrt durch den Dumitor-Nationalpark, Grenzübertritt nach Bosnien-Herzegowina

Vom Restaurant Votra bei Podgorica bis zum Rafting Camp Stari Dud vor Brod – 229 km

Wetter: vormittags sonnig, in den Bergen bewölkt, nachmittags sonnig und wolkig - 24 Grad, in den Bergen 10 bis 14 Grad

Heute sollte es einen sehr spannenden Autofahrtag geben, aber das ahnten wir am Morgen noch nicht. Wir hatten uns dazu entschieden, eine Wanderung zu Aussichtspunkten in die Taraschlucht aufzugeben, weil uns die Fahrt ganz hoch ins Gebirge nördlich von Zabljak zu viel Zeit und Nerven auf klitzekleinen Bergstraßen gekostet hätte. Unser nächstes größeres Ziel war Sarajevo, aber nur auf der großen Bundesstraße dorthin fahren wollten wir auch nicht.

Doch bevor wir uns auf die große Fahrt begaben, schauten wir uns den Nijagara Wasserfall noch einmal in der Morgensonne an. Die ausgewaschenen Kalksteine und die vielen kleinen Wasserfälle, die nach dem großen Wasserfall noch in den Fluss kommen, machen den Platz zu etwas ganz Besonderem. Beeindruckend ist auch, wie überaus klar das Wasser ist, das über die Klippe geht. In geschätzt 5 bis 6 Meter Tiefe erkennt man noch jedes Detail.

Nun führte uns unsere Reise in die benachbarte Stadt Podgorica, wo wir uns in einem Supermarkt mit frischen Lebensmitteln eindeckten.

Wieder gut bestückt ging es jetzt in die Berge von Montenegro. Wie wir auf der Fahrt feststellten, hatten wir uns mit der M2 entlang des Flusses Moraca die Panoramastraße Nr. 1 ausgesucht. Die Straße am Fluss, der sich türkisblau in einem tiefen Flussbett neben der Straße entlangschlängelte, war schon von besonderer Schönheit und wir genossen sie sehr.

Am Kloster Muraca machten wir einen kurzen Stopp und schauten uns die kleine Kosteranlage mit der hübschen Kapelle an.

Weiter ging es bis Okuka, wo wir die schöne relativ breite Straße verlassen und nach links auf die kleine R21 abbiegen mussten. Bevor wir hier weiterfuhren, machten wir eine Vesperpause. Gut gestärkt nahmen wir jetzt die Bergstrecke in Angriff. Zuerst hatte die Straße noch einen Mittelstrich, dann wurde sie immer enger und wir hofften nicht nur einmal, dass uns niemand oder zumindest nur ein Motorrad entgegenkommt. So ging es steil den Berg hinauf und dann wieder hinunter bis Savnik.

Hier kamen wir endlich wieder auf eine größere Straße, die M6, die wir nach Norden in Richtung Zabljak weiterfuhren. Am Ortsende von Savnik war auf der Gegenspur eine lange Schlange wartender Autos, weil vorne die Polizei mit einigen Motorradfahrern stand. Ob sie eine Verkehrskontrolle machte oder hier ein Unfall war, konnten wir nicht feststellen. Wir waren jedenfalls froh, vorbeifahren zu können.

Vor Zabljak kam jetzt die größte Herausforderung des Tages und zugleich die schönste Strecke: Wir mussten von der M6 links auf die kleine einspurige R16 abbiegen, die uns bis auf 1900 Meter und durch den Durmitor Nationalpark führte. Es war eine grandiose Strecke und das Ausweichen immer wieder spannend, wenn Fahrzeuge entgegenkamen. Kurz nachdem wir in diese Straße eingebogen waren, hatten auch wir die Polizei vor uns und mussten hinter einem kleinen Viehtransporter anhalten. Hier war wohl ein Motorrad verunglückt und die Polizei war noch dabei, etwas auf der Fahrbahn zu vermessen. Nach ein paar Minuten konnten wir weiterfahren und Xenia dachte: wenn die Polizei uns nicht zurückpfeift und ein Viehtransporter diese Route fährt, dann müssen auch wir irgendwie durchkommen.

Trotzdem war es eine Zitterpartie, bis wir uns an die schmale Straße gewöhnt hatten. Die grandiosen Ausblicke in die Berge entlohnten aber für die Ängste, die Xenia manchmal ausstand.

Vorbei ging es am Durmitor View Point, wo wir einen Pass (1907 m NN) überquerten, und weiter durch den Nationalpark mit seiner herrlichen alpinen Landschaft.

Nicht weit entfernt vom Pass sahen wir eine Herde Wildpferde um ein Wasserloch.

Wir genossen die herrliche Fernsicht und fuhren etliche Kilometer über die Hochebene in ca. 1500 m NN. Unterwegs sahen wir einige Gehöfte, die Kühe auf der Weide hatten. Ein Bauer hatte wohl auch ein Feld angelegt, welches er mit seinem Traktor hier oben bewirtschaftete.

Jetzt ging es wieder hinunter, bis wir kurz vor Pluzine den Fluss Piva erreichten. Die Straße war nun wieder “normal” und wir hatten ein wunderschönes Stück Piva-Canyon vor uns, wo wir dicht am Felsen und durch verschiedene Tunnels fuhren.

Nach einer Staumauer wurde der bis dahin breite Fluss ziemlich klein.

Es dauerte nicht mehr lange, dann waren wir an der Grenze zu Bosnien-Herzegowina. Davor waren da noch die 60 Meter Holz als Straßenoberfläche, die uns das Navi ausgewiesen hatte.

Der Grenzübertritt verlief ohne Schwierigkeiten, außer uns war keiner da. Die Herausforderung begann nach der Grenze: jetzt wurde die Straße richtig übel, nur auf einer Seite befestigt und voller Unebenheiten und Schlaglöcher. Das war schlimmer als der übelste Weg in Griechenland! Und das auf einer Strecke, wo ein Raftingcamp nach dem anderen kommt. Der Weg war landschaftlich immer noch sehr schön, aber er wurde uns mehr und mehr zur Qual. Wir waren inzwischen auch sehr viel und lange gefahren, es war schon 18 Uhr und wir suchten nach einer Parkmöglichkeit für die Nacht. Nachdem wir wieder Internetdaten zur Verfügung hatten (in Montenegro hatten wir das ja nicht) suchten wir auf Park4night, fanden aber nichts Geeignetes für uns. So hielten wir an der Straße Ausschau nach einer Stellmöglichkeit, versuchten auch zweimal unser Glück, aber es war einfach zu uneben, um hier die Nacht zu verbringen.

Nach einer halben Stunde gaben wir auf und hielten vor Brod an einem Raftingcamp, der für seinen total veralteten Platz immer noch 15 Euro ohne Strom für die Nacht wollte. Aber da wir einfach genug hatten und endlich kochen und etwas essen wollten, blieben wir dort. Hier war es wenigstens einigermaßen ruhig bis auf ein paar Autos, die die Katastrophenstraße direkt am Camperplatz vorbeifuhren.

Es gab Cevapcici mit Bratkartoffeln und Salat. Dann wurde es auch schon dunkel und wir waren froh und dankbar, es mit vielen aufregenden und wunderschönen Eindrücken in der Erinnerung und im Herzen bis hierher geschafft zu haben.


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