Berta-Griechenland25-Tag59


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Samstag, 24.05.2025 – Osumi Schlucht, Berat

Vom Nachtplatz an Rand der Osumi Schlucht bis Berat – 77 km

Wetter: bewölkt aber trocken, 24 Grad

Wir hatten eine ungestörte Nacht. Am Morgen hatte der Regen aufgehört. Laut Wetterbericht sollte es bis 15 Uhr trocken bleiben und danach ein langer Regen einsetzen. Wir wollten den Vormittag für die Schlucht nutzen und nachmittags nach Berat zurückfahren und uns dort auf einen Stellplatz mit Strom und WiFi stellen.

Nach dem Frühstück fuhren wir weiter die Schlucht entlang bis zu dem Punkt, an dem die befestigte Straße aufhört und die Schotterpiste beginnt. Diese wollten wir uns doch anschauen, schließlich waren wir wegen ihr einen riesigen Umweg gefahren.

Auf der Fahrt in Richtung Süden wir kamen zuerst am “Brautloch” vorbei, einem Loch bzw. Spalt im Felsenboden, in dem sich einer Legende nach eine Braut versteckte, weil sie nicht heiraten wollte. Später sprangen hier Bräute in das Loch, die schwanger werden wollten. Für uns war beides nicht relevant, aber die Aussicht von hier oben war grandios.

Weiter ging es zur ersten Brücke über den Canyon, der Osumi Canyon Bridge. Von ihr hatten wir schon Bilder im Internet gesehen und wollten unbedingt ein Bild machen, das zu unseren Bildern von 1984 passt. Erreicht wird sie über ein kurzes Stück auf einer Schotterstraße, die von der Hauptstraße abzweigt. Da wir uns nicht sicher waren, ob wir das mit der Berta fahren können, parkten wir sie an der Abzweigung und gingen zuerst zu Fuß zur Brücke. Als wir dort waren, kam gerade eine Gruppe von Kajakfahrern unter der Brücke hindurch und wir beobachteten sie dabei. Anschließend holte Udo die Berta, da der Weg bis hierher noch gut befahren werden kann. Ab der Brücke wird einem aber von einer Weiterfahrt dringend abgeraten und nachdem wir unser ersehntes Bild gemacht hatten, folgten wir dem Rat und fuhren zur Hauptstraße zurück.

1984: Fuhren wir über eine Brücke im ehemaligen Jugoslawien. - 2025: Haben wir so eine Brücke in Albanien, in der Osumi-Schlucht gefunden.

Nun ging es weiter bis zum Ende der befestigten Straße. Kurz davor gibt es eine zweite Brücke, von der aus man noch einmal einen schönen Blick auf die Schlucht hat. Zwischendrin hatte sie sich etwas geweitet und die Straße führte direkt unten am Wasser vorbei, doch jetzt war sie wieder eng und die Straße oben am Schluchtenrand.

200 m weiter war der Übergang zum Schotterweg nach Permet. Ab hier braucht man nun wohl wirklich ein Allradfahrzeug. Wir hielten an und gingen ein Stück zu Fuß den Berg hinunter, drehten aber bald wieder um und fuhren anschließend wieder zurück.

Am ersten Aussichtspunkt machten wir eine Rast und verzehrten die Kuchenstücke vom Bäcker, die wir am Vortag nicht gegessen hatten. Dann fuhren wir zurück nach Berat auf derselben schlechten Straße, die wir vom Vortag kannten: zwischen Çorovoda und Berat eine Kurve und ein Schlagloch am anderen. Nach über einer Stunde Fahrt kamen wir endlich in der “Stadt mit den tausend Fenstern” Berat an und waren froh, diese Strecke hinter uns zu haben.

Um 14:30 Uhr waren wir auf dem ausgewählten Stellplatz am nördlichen Rand des Stadtteiles Gorica, nur wenige Minuten von der Altstadt entfernt, die wir über die Gorica Brücke erreichen konnten. Der Himmel war wohl immer noch ganz voller Wolken, aber es sah nicht nach Regen aus und so machten wir uns, nachdem wir uns auf dem Platz eingerichtet hatten, auf den Weg zur Erkundung der Festung und der Altstadt.

Um 15 Uhr kamen wir los und stiegen hinauf zur Burganlage. Das war wieder eine schweißtreibende Angelegenheit! Die Burg ist eigentlich ein befestigter alter Stadtteil mit kleinen Gassen und Wohnhäusern. Oben auf dem Gipfel ist die Akropolis, wo wir die Reste der weißen und roten Moschee, eine Zisternenanlage und gut erhaltene Mauerreste erkundeten. Unterhalb der Akropolis gibt es eine Aussichtsplattform mit schönem Blick auf Berat, wobei man von der Altstadt nur die Dächer sehen kann, weil sie direkt unter der Burg liegt. Aber den Stadtteil Gorcia, der sich ebenfalls durch alte Häuser mit vielen Fenstern auszeichnet, kann man sehen. Das Erkunden der Burg hat Spaß gemacht, es gab keine Absperrungen, man konnte auf die Mauern und Türme über die alten Treppen hochsteigen und auf der Mauer entlang laufen.

Nun ging es wieder steil den Berg hinunter in die Altstadt und die sich daran anschließende Fußgängerpassage am Osumi, wo wir in einem Restaurant ein sehr gutes Eis aßen. 5 Kugeln bekamen wir für 400 LEK. Da es uns hier gut gefallen hat, gönnten wir uns im Anschluss noch türkischen Kaffee (Udo), einen Cappuccino (Xenia) und für jeden einen Crepe mit Banane und Nutella. Dafür haben wir 620 LEK bezahlt und waren danach so satt, dass wir kein Abendessen mehr benötigten.

Um 18 Uhr machten wir uns auf den Rückweg zur Berta, nahmen dort eine Dusche und verbrachten den Abend im Auto. Berat hat uns wirklich sehr gut gefallen! Eigentlich hatten wir noch Essen gehen wollen, aber es war einfach zu viel. Geregnet hat es den ganzen Tag nicht, worüber wir natürlich sehr dankbar waren!


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