Berta-Griechenland25-Tag49


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Mittwoch, 14.05.2025 - Rund um Ioannina: Dodoni, Höhle von Perama, Burg und Altstadt, Denkmal zu Ehren der tapferen Frauen von Pindos (Zagori)

Von Ali Pascha von Trapezas Burg bis zur Statue “Frau von Zagori” - 145 km

Wetter: sonnig und wolkig, 26 Grad. Abends auf dem Berg 15 Grad

Wir hatten eine sehr ruhige Nacht, die aber um 7:30 Uhr endete, als ein Motorrad knatternd auf den Parkplatz fuhr, sich zwei Männer lebhaft unterhielten und eine Drohne fliegen ließen. Dann waren sie auch schon wieder weg und wir stiegen aus unseren Betten.

Heute sollte es wieder einen schönen Sommertag geben, am Abend zogen allerdings bedrohlich dunkle Wolken auf.

Heute stand Ioannina auf den Programm. Den ersten Stopp machten wir ungefähr 20 Kilometer südlich der Stadt beim Ausgrabungsfeld von Dodoni, einem der ältesten Orakelorte Griechenlands. Die Stätte existierte seit ca. 3000 v. Chr.. Die ersten Gebäude wurden um 800 v. Chr. errichtet und dem Göttervater Zeus geweiht, der sich der Legende nach hier an einer Eiche niederließ und Herr des Orakels war. Priester dienten ihm unter dieser Eiche und gaben Weissagen weiter, die sie aus dem Rauschen der Blätter oder dem Gurren von Tauben, die in der Eiche nisteten, herauslasen.

Heute sieht man hier noch ein antikes Theater und Reste des Heiligtums, insbesondere eines Zeustempels. Als wir 1984 hier waren, konnten wir noch im Theater und den Tempeln herumspazieren – heute ist auch hier alles abgesperrt und Renovierungsarbeiten waren in vollem Gang.

Wir hatten das Pech, mitten in einen Schulausflug zu geraten. Als wir ankamen, kam gerade eine Horde Kinder aus dem Eingang. Sie stiegen in einen Bus und wir dachten schon, dass wir das wieder gut erwischt haben. Aber als wir ein paar Minuten auf dem Gelände waren, kamen noch zwei Schulkassen und bevölkerten das Theater und den Platz vor dem Zeustempel. Sie waren ganz anständig und blieben in ihrer Gruppe, aber es waren halt viele. Wir versuchten, ihnen möglichst nicht in die Quere zu kommen, was nicht immer ganz gelang.

Hilfreich waren die Tafeln, die auch hier mit Informationen aufgestellt sind und die es 1984 noch nicht gab. Dafür ist der Eintritt mit 15 Euro für das, was man hier noch sehen und erfahren kann, schon recht hoch.

Wir hielten uns eine Stunde im Gelände auf und machten uns anschließend ein Vesper in der Berta. Als die Schüler wieder weg waren und Ruhe einkehrte, waren wir sehr froh.

Weiter ging die Fahrt nach Ioannina. Wir hatten entschieden, zuerst zur Perama Höhle nördlich der Stadt zu fahren, um sicher eine Führung zu bekommen. Auf dem Weg dorthin kamen wir direkt an einem Lidl vorbei, und da ein Einkauf heute sowieso auf dem Programm stand, erledigten wir diesen gleich.

Danach ging es weiter, immer den Wegweisern zur Cave nach, die sich mit den Anweisungen von Google deckten. Kurz vor dem Ziel fuhren wir durch eine schmale Einbahnstraße und kamen an einem Silberschmuckverkaufsladen vorbei. Der Besitzer winkte uns auffordernd zu, auf seinen Parkplatz hinter dem Geschäft zu fahren. Wir dachten zuerst, das sei der Höhleparkplatz, merkten dann aber schnell, dass dem nicht so war. Es wurde uns aber angeboten, hier kostenlos parken und die Höhle besichtigen zu können, wenn wir uns den Laden auch einmal anschauen. Der Mann war sehr nett und so machten wir es so. Allerdings gingen wir zuerst zur Höhle, deren Eingang wirklich nur 50 Meter entfernt auf einem kleinen Fußweg zu erreichen war. Einen Höhleparkplatz konnten wir nirgends sehen.

Wir kauften Tickets und nur ein paar Minuten später ging die Führung auch schon los. Die Höhle ist relativ groß und man kann einen Kilometer hineingehen. Einmalig ist hier ein kreuzförmiger Tropfstein, der aber ziemlich unscheinbar in einer Ecke steht.

Wir waren erst ein paar Minuten in der Höhle, als eine zweite große deutsche Reisegruppe zu uns stieß und wir die Führung weiter zusammen mit dieser machen mussten. Jetzt waren doch sehr viele Leute unterwegs und wir setzten uns ganz nach hinten ab. Erklärungen hörten wir so keine mehr, aber das war uns auch nicht so wichtig. Dafür konnten wir uns relativ ungestört umsehen.

Nach 45 Minuten und einigen Treppenstufen hinauf und hinunter kamen wir durch einen zweiten Höhlenausgang wieder ans Tageslicht und mussten eine gute Strecke zu unserer Berta zurücklaufen.

Jetzt wollten wir noch Ioannina selbst besuchen, insbesondere die alte Burganlage am See. Udo wollte eigentlich nicht in die Stadt hineinfahren, aber es blieb nichts anderes übrig, wenn wir nicht mehrere Kilometer zu Fuß gehen wollten. Der ursprünglich ausgewählte Parkplatz war gesperrt, so kamen wir doch bis vor an den See und als wir dort an einem privaten Parkplatz vorbeikamen, fuhren wir hinein und parkten, obwohl wir dafür 10 Euro bezahlen mussten. Aber so hatten wir wenigstens einen zentralen Stellplatz zur Stadtbesichtigung.

Auf die Burg zu kommen war gar nicht einfach und wir scheiterten mehrfach. Durch die schönen Gassen war das aber auch sehr schön und unterhaltsam. Udo fotografierte auch eine typische Griechin, die bei 26 Grad ihren Daunenmantel an hat. Man sieht dies sehr häufig, dass die Griechen zumindest eine ärmellose Daunenjacke an haben.

Als wir endlich auf der Burg waren und konnten wir “unser Kanonenbild” von 1984 machen. Inzwischen gibt es mehrere Museen, aber wir hatten keinen Kopf mehr dafür. Die Burgmauern waren meist abgetrennt. Wir schlenderten noch durch ein paar Gassen und kehrten dann zur Berta zurück.

Bei einem Kaffee mit Donuts und Hörnchen entschlossen wir uns, noch ein Stück in die Berge in Richtung Vikos-Schlucht zu fahren. Es war zwar schon fast 19 Uhr, aber in Ioannina wollten wir nicht bleiben. Leider sagt der Wetterbericht für die nächsten Tage Regenwetter an, morgen soll es bis zum frühen Abend noch trocken sein. Wenn es denn stimmt ... Xenia hatte eine Wanderung zu einem Aussichtspunkt über die Vikos-Schlucht herausgesucht und so fuhren wir zum Startpunkt dieser Wanderung.

Auf dem Weg in die Berge kamen wir an einer großen Frauengestalt vorbei, die wir schon von Weitem auf einer Bergkuppe sahen. Wir änderten spontan unser Fahrziel, bogen zu diesem Monument “Frau von Zagori” ab und fanden dort einen schönen und zur Übernachtung geeigneten Parkplatz.

Die etwa 6 Meter hohe Frauenstatue wurde 1993 errichtet und ist dem Andenken der Frauen von Zagori gewidmet, die im Herbst 1940 selbstlos ihr Leben opferten, um die Invasion der italienischen Streitkräfte abzuwehren. Sie beteiligten sich aktiv am ungleichen Krieg, indem sie regelmäßig Versorgungsgüter an die griechischen Streitkräfte in der Nähe von Zagori lieferten und gleichzeitig die Verwundeten ins Hinterland brachten.

Wir stellten uns auf ein ebenes Plätzchen und machten uns ein Abendessen: Rührei mit Paprika, Schafskäse und Schinken, dazu einen Salat und ein frisches Brot.

Nach dem Abendessen ging die Sonne unter, wir sahen sie noch am Horizont, hinter den Bergen und zwischen den Wolken, hervorblitzen.


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