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Donnerstag, 15.05.2025 – Alte Steinbrücke Kokkorou, Wanderung über die Vradeto Treppe zum Beloi Aussichtspunkt, Kleidonia Campingplatz
Vom Denkmal “Frau von Zagori” zum Campingplatz “Camping RV Parking” bei Kleidonia – 67 km / Wanderung 10,3 km, 440 hm, 1100 Treppenstufen
Wir hatten eine sehr ruhige Nacht, die Zagori-Dame hat auf uns aufgepasst. Die Wolken waren auch noch müde und hingen noch in den Tälern fest.
Mit geschmierten Wecken kamen wir um 9:00 Uhr los und fuhren zum Anfangspunkt unserer heutigen Wanderung im Pindos-Vikos-Nationalpark. Es sollte über die Vradeto-Treppe zum Aussichtspunkt Beloi (Aussicht über die Vikos-Schlucht) gehen. Als wir uns auf den Weg machten, hingen die Wolken noch tief in den Bergen. Wir fuhren manchmal durch sonnige Abschnitte, dann war es wieder etwas neblig oder wolkenverhangen.
Auf dem Weg kamen wir an der wunderschönen Kokkorou-Steinbrücke vorbei. Hier machten wir einen kurzen Stopp, bewunderten die Brücke und das herrliche Bergpanorama. Die Sonne schien und es herrschte eine majestätische, wohltuende Ruhe, die nur durch ein paar Vögel unterbrochen wurde.
Weiter ging es hinauf in die Berge nach Kapesovo, wo wir am Startpunkt der Wanderung an der Straße parken konnten. Ein Wohnmobil aus Dresden war schon da, neben dieses stellten wir uns.
Um 10:10 Uhr wanderten wir los. Zuerst ein Stück in ein Tal hinein, das wir über eine Steinbrücke überquerten. Im Anschluss kam die erste Challenge, die Treppe (Skala) nach Vradeto. Diese Steintreppe geht an einem Felsen in die Höhe, besteht aus 1100 Stufen, erstreckt sich über 1,5 Kilometer, hat 39 Kurven und überwindet einen Höhenunterschied von 250 Metern.
Im nördlichen Pindos Nationalpark waren die abgelegenen Zagori Dörfern einst durch Pfade und alte Steinbrücken verbunden. Einen Teil dieser Wege und Brücken gibt es noch immer, die Vradeto Skala gehört dazu. Heute kann man Vradeto auch über eine Schlängelstraße erreichen, aber früher gab es wohl nur diese Treppe als Verbindungsweg.
Wir bewältigten die vielen Stufen ohne größere Probleme, nur ins Schwitzen kamen wir und waren dankbar, als sich pünktlich zu unserem Aufstieg Wolken vor die Sonne schoben und wir so im Schatten gehen konnten. Auch die nur 16 bis 18 Grad Außentemperatur waren sehr angenehm und in kurzen Wanderhosen und Poloshirt gut auszuhalten.
In Vradeto saßen zwei Wandersleute auf einer Aussichtsterrasse und tranken einen Kaffee. Wir fragten sie, ob sie aus Dresden kommen, und dem war tatsächlich so. Sie waren am Morgen ganz früh aufgebrochen und hatten den Aussichtspunkt Beloi schon hinter sich.
Zu ihm machten wir uns jetzt auf den Weg, zuerst durchs Dorf, dann auf einer breiten Schotterstraße und zum Schluss auf einem kleinen Wanderweg.
Die Aussicht vom Beloi-Balkon ist wirklich grandios. Es war niemand da, als wir ankamen. Wir packten unsere Vesperbrote aus und verzehrten sie mit einer gigantischen Aussicht in die Vikos-Schlucht. Es dauerte aber nicht lange, da gesellte sich ein älteres Paar zu uns und dann füllte sich der Balkon nach und nach.
Die Vikos-Schlucht erstreckt sich über zehn Kilometer zwischen den Dörfern Monodendri und Vikos. Sie ist sehr eng zwischen ihren steilen Kalksteinwänden und bis zu 1000 Meter tief. Damit ist sie eine der tiefsten Schluchten der Welt und im Guinness-Buch der Rekorde sogar eingetragen als "tiefste Schlucht weltweit im Verhältnis zu ihrer Breite". Der Grand Canyon ist zwar noch tiefer, aber viel breiter.
Nachdem wir uns sattgesehen hatten und es immer voller wurde, traten wir den Rückweg an. Unterwegs hatten die Wiesen viele Blumen zu bieten, viele davon kennen wir von uns zuhause. Es gab auch viele schöne Orchideen.
Im Dorf Vradeto setzten jetzt wir uns auf die Plätze, die sich vorher die Dresdner ausgesucht hatten, tranken Kaffee und aßen einen Orangen-Rührkuchen dazu. Sogar die Sonne kam ein bisschen heraus, allerdings nur für ein paar Minuten.
Nun mussten wir die 1100 Stufen wieder nach unten gehen, was weniger schlimm als befürchtet wurde. Auch das letzte Stück wieder den Berg hinauf zur Berta schafften wir gut und kamen um 14:45 Uhr trockenen Fußes bei ihr an. Nach einer Verschnauf- und Ausdampfpause in unseren Stühlen am Klippenrand gab es eine Dusche und eine Wegplanung.
Wir entschlossen uns, nicht zurück nach Ioannina zu fahren sondern weiter gen Norden nach Kleidonia. Dort gibt es den einzigen Campingplatz der Region mit Wander- und Raftingangeboten im Pindos-Vikos-Nationalpark. Sollte das Wetter so werden wie für den nächsten Tag angekündigt (Dauerregen), hätten wir außerdem einen guten Stellplatz mit Strom und sanitären Anlagen.
Um 17:30 Uhr kamen wir dort an. Der Platz war gut belegt, aber wir bekamen einen Stellplatz. Wir machten uns noch ein bisschen schlau, was man hier alles machen kann, dann gab es einen Grießbrei mit Pfirsichen zum Abendessen in der Berta, wo wir den ersten Regenschauer gut über uns ergehen lassen konnten. Es hörte aber bald wieder zu regnen auf und wir sind gespannt auf die Nacht und den morgigen Tag.
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