Berta-Griechenland25-Tag48


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Dienstag, 13.05.2025 – Acheron Flusswanderung Teil 2, Nekromanteion Acheron, Parga, Burg des Ali Paschas von Trapeza

Von Glyki bis zur Burg des Ali Paschas – 47 km

Wetter: sonnig mit ein paar Wolken, 24 bis 26 Grad. Dem Regenschauer über Mittag sind wir entwischt.

Nach den gestrigen Strapazen ließen wir es heute gemütlich anlaufen. Wir schliefen etwas länger und schauten uns nach dem Frühstück ein bisschen in der Umgebung um: Wir fuhren nach Glyki und auf die andere Flussseite des Acharon zu dem Parkplatz, wo die vielen Wohnmobile standen. Am Ende dieses Free Parkings gibt es ein paar Shoppingbuden und ein Klohäusle, das wir zum Leeren unserer Campingtoilette benutzten.

Da das Wetter traumhaft schön war, warm und sonnig, stellten wir die Berta zu den anderen Wohnmobilen, zogen Badebekleidung und Wasserschuhe an und gingen auf dieser Seite den Acharon hinauf bis zu der Stelle, wo der Wanderweg aufhört. Bis dahin war noch einiges los, aber wenn es dann nur noch durchs Wasser weitergeht, dünnt sich der Besucherstrom doch deutlich aus. Wir wollten sehen, wie weit wir kommen, bevor man schwimmen muss. Xenia hätte das im Bikini versuchen können, Udo hatte aber das Handy dabei und wollte nichts riskieren.

Das Wasser kam uns heute kälter als gestern vor, was daran liegen könnte, dass in diesem Gebiet an verschiedenen Stellen kleine kalte Quellflüsse in den Acheron fließen. Daher heißt die Stelle auch “Acheron Springs”. Gleich zu Beginn kamen wir an einer sehr starken Quelle vorbei, wo das Wasser in großer Menge direkt aus dem Fels in den Fluss fließt. An der Stelle wird der Fluss deutlich kühler, das frische Wasser hat 9 Grad.

Wir kamen ein ganzes Stück weit in die Felsenschlucht hinein und konnten dann tatsächlich von dieser Seite aus die Stelle sehen, wo wir gestern abbrechen mussten. Die “Schwimmpassage” ist nur ca. 10 Meter lang, aber das sind eben 10 Meter zu viel. Tiefes Wasser und steile Felsen rechts und links lassen nichts anderes als Schwimmen zu, wenn man hier durchkommen möchte. So nah waren wir gestern dem Ziel gewesen! Aber jetzt können wir wenigstens sagen, dass wir die ganze Schlucht gesehen haben.

Der Rückweg ging deutlich einfacher, da das Laufen mit der Strömung deutlich leichter ist als dagegen. Wir kamen an einer Gartenwirtschaft vorbei, wo wir uns angesichts der Anzahl der Tische schon fragten, auf welchen Besucheransturm man sich hier einrichtet.

Wieder zurück an der Berta wärmten wir uns dort bei einem Mittagsvesper mit Tomaten, Brot und Käse unsere kalten Füße wieder auf.

Nun fuhren wir weiter, wieder ein Stück gen Süden, zum Nekromanteion Acheron. Als wir starteten, fing es ein bisschen zu regnen an, es hörte aber vor dem Nekromanteion wieder auf.

“Nekromanteion” bedeutet “Orakel der Toten”. Die alten Griechen kamen hierher, um mit den Toten in Kontakt zu treten. Pilger mussten tagelang schwierige physische und spirituelle Rituale und Zeremonien durchlaufen, um die unterirdische Kammer und das Tor zur Unterwelt erreichen und die Seelen der Toten besuchen zu dürfen.

Wir waren heute die einzigen Besucher und wollten auch kein Totenorakel einholen. Wir durchstreiften ein paar Räume und Gänge und ließen uns die aufgestellten Infotafeln von Google übersetzen und auf Deutsch vorlesen.

Im Vorratsraum waren einige große Tonkrüge zu sehen und im später entstandenen Verwaltungsgebäute war ein Inforaum eingerichtet.

Im Grundriss war der Vorbereitungsbereich noch gut zu erkennen, insbesondere das Labyrinth. Die Anrufung der Toten fand dann wohl in einer geheim zugänglichen Katakombe statt.

Wir bestaunten die Bauweise mit dicken Steinen, die ohne Mörtel passend aufeinander gesetzt worden waren.

Es war ganz nett, aber mit 10 Euro Eintritt doch sehr überteuert, und vom “mystischen Ort” haben wir nicht viel mitbekommen bei herrlichstem Sommerwetter.

Jetzt ging es wieder an die Küste. Das nächste Ziel war das vielgelobte Hafenstädtchen Parga. Wir kamen auf eine tolle Straße, von der aus man immer wieder phantastische Ausblicke aufs Meer und die Uferstädtchen hatte und an deren Straßenrand die tollsten Büsche in alle Farben blühten. Es war fast wie in einem botanischen Garten.

Als wir Parga erreichten, merkten wir gleich, dass wir wieder in einer Touristenregion waren: viel Verkehr und viel Betrieb. Wir hatten ins Navi als Ziel die Burg von Parga eingegeben und Google routete uns wieder einmal in eine kleine Straße, die dann auch noch für uns gesperrt war. Unser Glück war, dass wir dort einen Parkplatz für die Berta fanden, von dem aus wir in 15 Minuten an der Burg und in der Stadt waren.

Zuerst ging es auf die Burg. Wir hatten gedacht, es sei die Burg von Ali Pascha, aber es war “nur” die Burg von Parga. Die von Ali Pascha konnten wir in der Ferne auf einer Bergkuppe sehen. Die Burgruine kostet keinen Eintritt, was uns sehr verwunderte, denn sie war noch ganz gut erhalten und man hatte von dort einen sehr schönen Blick auf Parga, den Hafen und die Strände.

Nach dem Burgbesuch stiegen wir in die Stadt hinunter und gingen die Hafenpromenade entlang. Zuerst gab es eine Kugel Eis, zum Abschluss ein Gyros Pitta. Udo hielt Ausschau nach einem Postkartenstand, um ein Bild von 1984 nachzustellen. Man sollte es nicht glauben: nirgendwo gab es Postkarten zu kaufen! Diese wurden wohl von WhatsApp abgelöst, nehmen wir an.

Der Weg zurück zur Berta war, wie wir es nicht anders erwartet hatten, ganz schön anstrengend, ging es doch wieder einige Höhenmeter den Berg hinauf.

Nun nahmen wir noch unser letztes Ziel für heute in Angriff: die Burg von Ali Pascha von Trapeza. Von ihm hatten wir schon beim “Tanz von Zalongo” gehört, war er doch der Eroberer gewesen, vor dem die Frauen mit ihren Kindern in den Tod flohen. Auch von dieser Burg ist noch viel erhalten und auch sie kann ohne Eintrittsgeld besucht werden. Wir fanden unterhalb von ihr einen Parkplatz vor, den wir gut zum Übernachten nutzen konnten.

Doch zuerst ging es hinauf auf die Burg. Ganz allein durchstreiften wir das Burggelände, bis wir plötzlich Stimmen hörten: ein Ausflugsbähnle aus Parga war vorgefahren und hatte zwei Waggons voll Touristen mitgebracht, die nun – zum Glück in einem Pulk – die Burg besichtigten. Wir waren fast durch, durchstreiften noch die letzten Gänge und gingen wieder zurück zur Berta.

Ein großes Abendessen gab es nicht mehr, ein kalter Frappé mit ein paar Waffelröllchen und Honig-Salz-Nüssen genügte uns.


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