Berta-Griechenland25-Tag45


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Samstag, 10.05.2025 – Lefkas ade – Archäological Site von Nikopolis – Koronisia im Ambrakischen Golf

Von der Taverne Avra bis Koronisia - 134 km

Wetter: sonnig, 28 bis 30 Grad

Es hätte eine gute und ruhige Nacht werden können, wenn nicht ständig ein Hund gekläfft hätte. Wir hörten ihn bis nach Mitternacht und wieder um 5 Uhr morgens, dazwischen und danach haben wir geschlafen, sogar etwas länger als sonst.

Nach dem Frühstück gab es noch allerhand zu erledigen: WC leeren (hatte uns der Tavernenchef erlaubt), Ladegeräte für die Fahrradakkus anschließen und zum Laden vorbereiten, ein bisschen Aufräumen, Schwätzle mit den Nachbarn. Sie erzählten Udo, dass die Polizei den Elia Wildcamperstrand geräumt habe. Da wurde jetzt wohl das strengere Gesetz der Campingplatzbetreiberlobby umgesetzt und wir waren bei den Letzten gewesen, die hier noch hatten stehen und campen dürfen.

Um 10:30 Uhr kamen wir los und fuhren an der Westseite Lefkas bis Lefkada, wieder über die Schwenkbrücke und dann weiter nach Preveza. Inzwischen genossen wir es, durch die gebirgsähnliche Landschaft mit den blühenden Ginsterbüschen zu fahren. Vor dem Verlassen der Halbinsel warfen wir einen letzten wehmütigen Blick zurück, in Erinnerung an die schönen Strände, die jetzt hinter uns lagen.

In Preveza fuhren wir extra durch die Stadt, wie wir es 1984 auch gemacht hatten, aber es lohnte sich nicht - bis auf den Lidl, an dem wir vorbeikamen und wieder einiges aus seinem Sortiment gebrauchen konnten. Diesmal gab es bessere Erdbeeren, die gleich eingezuckert wurden. Zwei Magnum-Mandel-Eis wurden gleich auf dem Parkplatz verzehrt. Da es 12 Uhr war, aßen wir auch noch einen Donut, ein Hörnchen und eine Schneckennudel und tranken eine Tasse Kaffee dazu. Als kurz darauf auch noch eine günstige Tankstelle auftauchte, die wir nutzen konnten, waren wir wieder gut gerüstet für die Weiterfahrt.

Kurz nach Preveza kamen wir am antiken Theater von Nikopolis vorbei. Xenia erinnerte sich, dass wir 1984 auch hier waren und es ein Bild von ihr im Odeon gibt. Kurz entschlossen hielten wir am Theater an, das noch sehr gut erhalten bzw. restauriert war, und kauften uns Tickets. Die Frau am Schalter erklärte uns, dass wir mit diesen Tickets auch die Reste des Odeons, einer alten frühchristliche Basilia und einer Villa des Griechen Ekdikos Georgios anschauen dürften, die sich ein kleines Stück zurück in Richtung Preveza befänden.

Im Theater waren wir zuerst ganz allein, dann tauchte noch ein anderes Paar auf. Wir schauten uns alles an, was es da zu sehen gab.

Anschließend fuhren wir zurück auf den Parkplatz für die Villa und die Basilika. Recht gut waren hier die Tafeln, die die verschiedenen Räume erklärten. So konnten wir uns ein bisschen besser vorstellen, wie die Gebäude zur römischen Zeit ausgesehen haben könnten.

Was uns nicht klar war: Warum sieht man Jagdszenen mit nackten Frauen in einer Basilika des jungen Christentums (1.Jhd.), in einem Raum direkt neben dem Allerheiligsten?

300 Meter weiter befindet sich ein gut erhaltenes Odeon, das vor alle für Konzerte genutzt wurde und in dem auch heute noch ab und zu Konzerte stattfinden. Den Weg zum Odeon gingen wir zu Fuß und trafen dort auf ein Paar aus Belgien, die ebenfalls mehrere Wochen in Griechenland unterwegs waren, das Land aber in der anderen Richtung umrundeten als wir. Er war vor 30 Jahren schon einmal hier gewesen und hatte ähnliche Erfahrungen gemacht wie wir.

1984: Xenia im Odeon - 2025: Die Steine im Odeon von Nikopolis sind alle noch da

Wir erkundeten auch die Katakomben unter den Sitzreihen, die einem anderswo verborgen bleiben oder nicht vorhanden sind. Nach ausgiebiger Besichtigung aller Mauern und Zellen gingen wir zurück zur Berta und fuhren weiter zum Ambrakischen Golf, den wir von der Villa und dem Odeon aus schon in der Ferne gesehen hatten. Unser Ziel war Koronisia, eine Insel im Ambrakischen Golf, die über eine asphaltierte Dammstraße erreicht werden kann.

Um zu dieser Dammstraße zu gelangen, mussten wir zuerst ein Stück ins Landesinnere hinein und etwas östlicher wieder heraus fahren auf einer endlos erscheinenden geraden Straße – das krasse Kontrastprogramm zu den Bergen und der Küstenstraße Lefkas.

Nach 45 Minuten Fahrt kamen wir in die Lagunenlandschaft rund um Koronisia. Hier soll es viele Pelikane und Flamingos geben. Es war schon später Nachmittag und ziemlich windig, als wir über die schmale Dammstraße die Insel erreichten. Wir sahen einen Mann und zwei Mädels mit einem Kitesurfer-Drachen, zuerst an Land und dann im Wasser. Sie waren wohl am Üben. In der Nähe gab es einen Parkplatz, den wir für eine kurze Rast nutzten, den Dreien zuschauten und unsere Erdbeeren verspeisten.

Unser eigentliches Ziel, das wir ins Navi eingegeben hatten, war die Festung von Koronisia. Sie erwies sich aber als ziemlicher Flopp. Sie ragt kaum über das Städtchen hinaus und besteht nur aus einem Militärturm, in dem wohl heute eine Bibliothek untergebracht ist. Als wir um 17:45 Uhr dort ankamen, hatte der Turm geschlossen.

So machten wir uns auf die Suche nach einem Übernachtungsplatz und fanden diesen am Ende einer Lagunenstraße. Dort gab es einen schmalen langgezogenen Strand mit einem Straßenparkplatz, auf dem schon einige Wohnmobile standen. Wir gesellten uns zu ihnen, Platz war genug vorhanden.

Jetzt gab es Abendessen: Rührei mit Speck und Paprika, Tomatensalat, Eisberg-Karottensalat und frisches Brot.

Bevor wir die Luken dicht machten, machten wir noch einen kleinen Abendspaziergang zum Sonnenuntergang.


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