Berta-Griechenland25-Tag43


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Donnerstag, 08.05.2025 – Meerbaden bei Astakos, Fahrt zur Insel Lefkas, Wasserfälle von Nydri, Leuchtturm am Kap Doukato

Von Astakos bis zum Kap Doukato auf Lefkas - 143 km

Wetter: sonnig, 24 bis 28 Grad

Der neue Tag begrüßte uns mit herrlichstem Sonnenschein, nachdem am frühen Morgen ein Motorboot an uns vorbeigefahren war und unseren Schlaf kurzzeitig gestört hatte. Das war eine neue Lärmvariante, die wir bisher noch nicht hatten.

Miranda war noch da, in Begleitung eines blondgelockten Jünglings, der sich aber erst später zeigte. Udo erkundete noch vor dem Frühstück den Strand unterhalb unseres Stellplatzes und kam so begeistert zurück, dass wir beschlossen, den warmen Sommermorgen zum Baden zu nutzen. Wir heizten unser Duschwasser und stiegen dann die Stufen den kleinen Weg zum Strand hinunter. Zuerst liefen wir ein Stück am Meer entlang bis zur nächsten Bucht, von wo aus wir Astakos sehen konnten. Auf dem Rückweg sammelten wir einiges an Müll ein, der auf dem ansonsten schönen Kiesstrand lag, und gingen dann baden. Zuerst kostete es etwas Überwindung, aber dann war es wunderschön! Wir gingen sogar zweimal schwimmen mit einer Pause zum Aufwärmen in der Sonne am Strand, den wir ganz für uns allein hatten.

Wieder zurück an der Berta war jetzt auch Mirandas Begleiter aus dem Wohnmobil gekommen und wurde von ihr gestylt. Wir beobachteten das bei einer Tasse Cappuccino und einem Donut. Anschließend gab es einen Wohnmobilputz, während unsere Nachbarn abreisten.

Um 11:30 starteten auch wir in Richtung Lefkas. Die zweistündige Fahrt bis Nydri war ein Erlebnis. Zuerst führte uns die Küstenstraße zwischen Meer und hohen Felsen entlang. Manchmal ging es auch ein Stück hinauf, was uns dann zu fantastischen Ausblicken verhalf.

Auf die Insel Lefkas führt eine Zugbrücke, die gerade noch für den Autoverkehr offen war, als wir ankamen. Einige Schiffe warteten schon in beiden Richtungen auf die Durchfahrt. Es war kurz vor 14 Uhr, und tatsächlich! Um 14 Uhr gab es einen Warnton, die Autos wurden durch eine Schranke gestoppt, die Seitenteile der Brücke hoben sich an und die ganze Brücke schwenkte auf die Seite. Jetzt hatten die Schiffe freie Fahrt und wir sahen dabei zu.

Bevor die Brücke wieder zurück schwenkte und sich für den Autoverkehr öffnete, fuhren wir entlang der Westküste von Lefkas weiter gen Süden. Die erste Stadt, durch die wir kamen, war Lefkada, eine absolute Touristenhochburg. Das war vor 40 Jahren noch ganz anders gewesen! Wir hatten eigentlich vor, auf einen Campingplatz zu fahren und von dort aus eine Radtour an den Nydri-Wasserfall und zum Leuchtturm am südlichen Kap Doukato zu machen, aber als wir sahen, welch ein Verkehr auf der kleinen Küstenstraße war, mehrten sich die Zweifel, ob das ein guter Plan war.

Wir kamen durch Nydri und Xenia sah den Wegweiser zu den Wasserfällen. Es war eine sehr spontane, aber wie sich herausstellte sehr gute Entscheidung, diesem Wegweiser zu folgen. Die Straße wurde immer kleiner und da wir nicht wussten, was uns am Ende erwartet, parkten wir die Berta an einer geeigneten Stelle 500 Meter vor dem eigentlichen Parkplatz und Wanderweg zu den Wasserfällen.

Es war inzwischen 28 Grad warm und wir nahmen für alle Fälle Badebekleidung und Wasserschuhe mit. Wir hatten zwar im Reiseführer gelesen, dass je nach Jahreszeit und Wetter der Wasserfall nicht mehr Wasser als eine Klospülung hätte, aber man weiß ja nie ...

Das Flussbett neben der Straße war ganz ausgetrocknet. Ein schlechtes Omen? Wir gingen trotzdem weiter, kamen an einen schönen Parkplatz, wo wir gut hätten parken können, und gingen dann auf einem Wanderweg 700 Meter die Schlucht von Dimosari hinauf.

Zuerst war kein Wasser in Sicht, aber nach ein paar hundert Meter hörten wir es plätschern und sahen das erste Wasser im Flussbettt und in kleinen Gumpen.

Noch ein kleines Stück weiter und wir waren am ersten kleineren Wasserfall, der sich in einen kleinen See ergoss. Das sah sehr schön aus! Da der Weg weiterführte, folgten wir ihm und kamen zum größeren Wasserfall, der sich ebenfalls in ein Becken ergoss. Unterwegs waren uns ein paar Leute in Badebekleidung begegnet und als wir beim großen Wasserfall waren, kam kurz nach uns ein deutsches Pärchen an. Der junge Mann hatte sich laut seiner Begleiterin schon den ganzen Tag darauf gefreut, im Wasserfallbecken baden zu können. Das tat er dann auch und meinte, es sei schon kalt, aber machbar. Sie ging ebenfalls ins Wasser, drehte aber wieder um, bevor es richtig tief wurde.

Jetzt wurde Xenia mutig und entschloss sich, es ebenfalls zu probieren. Das glasklare Quellwasser war schon kalt, aber auch nicht viel kälter als das Meer am Morgen und wenn man einmal drin war, war es herrlich! Danach waren auch weitere Badegänge und Wasserdurchläufe nicht mehr schwer. Zum Schluss wagte es auch Udo und stieg ins Becken beim ersten Wasserfall. So hatten wir beide unseren Wasserspaß.

Nach diesem erfolgreichen Unterfangen gaben wir, wieder zurück an der Berta, den Campingplatzplan endgültig auf und entschieden uns stattdessen dafür, mit der Berta bis zum Lefkadischen Felsen und dem Leuchtturm ganz im Süden der Insel zu fahren.

Unterwegs füllten wir noch unser Frischwasser an einer Wasserstelle an der Straße bei Vlycho auf. Das Wasser, das hier aus einem Wasserhahn kam, schmeckte sehr gut.

Danach ging es steil den Berg hinauf und weiter bis Kap Doukato. Vom hohen Felsen wurden hier früher Verbrecher ins Meer gestürzt, denen man ein paar Vogelfedern an die Arme gebunden hatte. Überlebten sie den Sturz, war dies ein Gottesurteil und sie wurden begnadigt.

Der Leuchtturm war schon aus der Ferne zu sehen. Als wir die Straße zu ihm vor 40 Jahren fuhren, war sie eine üble Schotterpiste. Heute ist sie komplett geteert, allerdings an manchen Passagen so eng, dass kein Auto entgegenkommen darf.

Das letzte Stück zum Leuchtturm muss man zu Fuß hochsteigen. Das machten wir und begegneten einem Münchner, der mit einem VW-Bus ebenfalls hierhergekommen war.

Nach dem Rundumblick vom Leuchtturm aus fuhren wir ein kurzes Stück die Straße zurück bis zu einer Ausbuchtung, auf der wir die Berta abstellen, kochen, abendessen und die Nacht verbringen konnten. Hier bemerkten wir auch, dass Udos Brille fehlte. Er suchte alles ab, aber die Vermutung war, dass sie ihm beim Wassereinfüllen in Vlycho aus der Brusttasche gefallen war. Da werden wir am nächsten Tag nochmal zurückfahren und nachschauen müssen. Hoffentlich finden wir sie wieder!

Jetzt gab es aber zuerst die noch übrige zweite Portion Chicken Nuggets mit Bratkartoffeln und Tomatensalat. Das hatten wir zwar schon einmal, es hat uns aber auch zum zweiten Mal sehr gut geschmeckt.

Zum Sonnenuntergang gingen wir ein kurzes Stück die Straße entlang zurück bis zu einer Stelle, wo man zu einem Felsen hinaufsteigen konnte. Dort hatten wir Sicht auf den Leuchtturm und den Sonnenuntergang, allerdings leider nicht beides in derselben Richtung. Hier trafen wir auch den Münchner wieder, der sich dann neben uns in die Parkbucht stellte und ebenfalls hier nächtigte.


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