Berta-Griechenland25-Tag41


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Dienstag, 06.05.2025 – Kastria Seen-Höhle, Zahnradbahnfahrt ab Diakopto, Wanderung im Gleisbett durch die Vouraikos-Schlucht von Megaspiläon bis Diakopto

Von der Kastria-Höhle bis zum Strandrestaurant El Plo in Egialia - 67 km Berta, 12 km Zahnradbahn, 12 km Wanderung

Wetter: bewölkt und sonnig, 20 bis 26 Grad

Wir hatten eine ruhige Nacht auf dem Höhleparkplatz. Erst um 8:30 Uhr kamen die ersten Autos: der Mann vom Ticketschalter, die Putzfrau und die Höhlenführerin. Wir erfuhren, dass die erste Höhlenbesichtigungstour um 9:30 Uhr startet. Wir hatten gehofft, dass es schon um 9 Uhr losgeht, da wir Zugtickets für 12:17 Uhr ab Diakopto gekauft hatten.

Wir waren die einzigen Höhlenbesucher um 9:30 Uhr und konnten so selbst das Tempo bestimmen, in dem wir durch die Höhle gingen. Die Führerin konnte nur ein paar Brocken Englisch, aber wir hatten ein Blatt Papier mit deutschen Erklärungen bekommen, das uns gute Dienste tat. Die Höhle ist auf drei Ebenen entstanden, durch jede floss einmal ein Fluss. Teilweise sind die Ebenen dann eingebrochen. Im Winter steht die ganze Höhle unter Wasser, in den Sommermonaten bleiben ein paar Seen-Becken übrig, die noch vier bis sechs Meter tief mit Wasser gefüllt sind. Die Höhle hat eine beeindruckende Höhe, überhaupt sind die Ausmaße von allem ziemlich groß. Der Teil, der besichtigt werden kann, ist 500 Meter lang und der Weg führt meist über Metallstege. Es war wieder eine ganz besondere Höhle und sie war wieder ganz anders als diejenigen, die wir schon besichtigt hatten.

Um 10:15 Uhr waren wir wieder draußen und starteten sofort mit der Fahrt nach Diakopto, wieder auf kleinen Schlängelstraßen hinauf und hinunter gen Norden. Das Navi sagte 11:25 Uhr als Ankunftszeit voraus, tatsächlich war es dann ein paar Minuten später. Ein paar Fotostopps zwischendrin mussten einfach sein, obwohl wir ein bisschen unter Zeitdruck waren.

Schnee auf den höchsten Bergen und eine Vorschau auf die Vouraikos-Schlucht

Um 11:45 Uhr waren wir am Bahnhof und hatten jetzt das Problem, einen Parkplatz zu finden. Die erste Bahn war schon vor zwei Stunden gefahren und die Passagiere, die sie mitgenommen hatte, hatten ihre Autos auf dem Bahnhofsparkplatz abgestellt. Außerdem waren wir auch für unsere Fahrt nicht bei den Ersten. Es sah gar nicht gut aus, worauf Udo Xenia bat zu beten – und tatsächlich: wir erwischten den allerletzten Parkplatz auf dem Bahnhofsgelände. Die Fahrzeuge hinter uns mussten alle umkehren. Die Vesperbrote waren schon seit dem Frühstück geschmiert, auch die Wanderrucksäcke waren bereits gepackt. So mussten wir nur noch kurze Hosen und Wanderschuhe anziehen und los ging’s.

Der Zug war proppevoll, daher war es gut, Platzkarten zu haben. Leider mussten wir entgegen der Fahrtrichtung sitzen. Das konnte man bei der Bestellung nicht sehen.

Wir fuhren nur bis zur “Mittelstation” nach Megaspiläon, um von dort aus die 12 Kilometer bis Diakopta zurückwandern. Wir hatten gelesen, dass die Wanderung auf den Bahngleisen durch die enge Vouraikos-Schlucht ganz besonders schön sein soll. Wir entschlossen uns für die kürzere Variante ab Megaspiläon, die mit vier Stunden angegeben war. Man hätte auch sieben Stunden ab Kalavryta wandern können, aber das war uns dann doch zu viel. Wie sich später herausstellte, waren auch die 12 Kilometer mehr als genug!

Um 13:10 Uhr kamen wir in Megaspiläon an. Außer uns stiegen nur noch zwei miteinander befreundete Familien mit kleinen Kindern in der Kraxe aus. Alle anderen fuhren bis oben weiter, aber wohl nur, um später wieder herunterzufahren. Für die Wanderung ab Kalavryta war es einfach zu spät, da hätte man den früheren Zug nehmen müssen.

Wir unterhielten uns noch kurz mit den jungen Familien, dann starteten wir.

Die ersten vier Kilometer waren zum Eingewöhnen. Das Gehen im steinigen Gleisbett und auf den Gleisschwellen ist doch ungewohnt und will geübt werden. Mit der Zeit wird es ganz schön anstrengend.

Die zweiten vier Kilometer waren genial: durch Tunnels, über Brücken, an Felsen, Felsvorsprüngen und -überhängen vorbei, in der Regel mit Blick nach unten auf den reißenden Gebirgsfluss Vouraikos, der sich immer wieder in Wasserfällen in die Tiefe stürzte. Wir mussten aufpassen, wann der Zug kommt, damit wir ihm rechtzeitig ausweichen konnten. Wir rechneten anhand der Abfahrtszeiten aus, wann er ungefähr bei uns vorbeikommen musste, und machten kurz vorher unsere erste Vesperpause an einer schönen Stelle am Fluss. Nachdem der Zug durch war, wanderten wir eine gute Stunde weiter, um dann wieder abseits etwas auszuruhen und den Zug aus der anderen Richtung an uns vorbeifahren zu lassen. Die dritte Zugbegegnung hatten wir erst wieder in Diakopta, kurz vor dem Ende der Wanderung.

Die dritten vier Kilometer waren "Pflichtübung". Wir mussten ja wieder zurück zur Berta. Nach 10 Kilometern war Xenia ziemlich erschöpft und wir legten noch einmal eine kurze Rast im Schatten ein. Beim Losgehen hatte es kurz getröpfelt, aber unser Gebet wurde erhört und die dunkle Regenfront zog an uns vorbei. Dafür brannte die Sonne auf uns nieder und je länger wir gingen, umso wärmer wurde es. Wir kamen ganz schön ins Schwitzen und waren froh, genügend Wasser dabei zu haben.

Ziemlich mit letzter Kraft kamen wir um 17:30 Uhr an der Berta an und waren froh und glücklich, es geschafft zu haben. Kurz hinsetzen, ein kaltes Cola, eine Dusche – dann ging es wieder besser.

Wir hatten uns noch keine Gedanken um einen Nachtplatz gemacht, fanden aber dank Park4Night einen privaten Wohnmobilstellplatz “Camperstop En Plo” ganz in der Nähe, in Egialia direkt am Meer beim Strandrestaurant En Plo. Das kostete uns ein paar Euros, aber wir mussten keine Polizei fürchten und konnten uns nach 15 Minuten Fahrt direkt hinter einem Kiesstrand ein Abendessen machen. Es gab Spaghetti mit Tomatensoße, Reibekäse und griechischen Salat. Das war genau das Richtige nach der langen Wanderung und hat uns gut geschmeckt.

Müde, aber glücklich und zufrieden verbrachten wir den Abend und die Nacht in der Berta.


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