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Montag, 05.05.2025 – Panne, Abschleppen und Reparatur in Patras, Fahrt zur Kastria Höhle
Vom Restaurantparkplatz Ionion Blue in Mprinia bis zur Kastria Höhle - 132 km
Wetter: vormittags bewölkt, nachmittags sonnig, 25 bis 20 Grad
Heute hatten wir einen aufregenden und nicht so schönen Pannentag, der aber noch viel schlimmer hätte ausgehen können!
Durchkreuzt wurden unsere Pläne, heute eine schöne Radtour in den Strofylia Nationalpark zu machen und unterwegs am Kalogria- Strand zu baden, schon vor dem Aufstehen. Wir trauten unseren Ohren nicht: es regnete! Kein Wetterbericht hatte das vorhergesagt, aber die Tropfen, die aufs Dach prasselten, sprachen ihre eigene Sprache.
Der Regen hörte zwar wieder auf, aber der Himmel war ganz bewölkt. So beschlossen wir, durch die Berge zur Kastria Höhle zu fahren und unterwegs noch beim Lidl in Patras einzukaufen.
Wir waren abfahrtsbereit, Udo wollte die Berta starten, aber sie sprang nicht an. Auch nach mehreren Versuchen dasselbe Ergebnis. Die Batterie war okay und Udo wusste sich keinen Rat. Die schweizer Nachbarn kamen um zu helfen, aber auch sie wussten keinen Rat. Da bemerkte Xenia zufällig, dass es nass unter dem Fahrerhaus war. Es gab keinen Zweifel: das war Diesel! Immer, wenn Udo die Zündung einschaltete und die Dieselpumpe Druck aufbaute, lief der Sprit unten in Strömen heraus. Hatte uns da ein Nagetier die Leitung angefressen?
Wir riefen beim ADAC an, schilderten den Fall und bekamen schnelle Hilfe. 45 Minuten später war ein Abschlepper vor Ort, der die Berta in eine Werkstatt in Patras bringen sollte. Da wir mit der Schnauze gegen eine Mauer standen, bestand der erste Versuch darin, die Berta rückwärts auf den LKW zu ziehen. Das hätte auch funktioniert, wenn sie drauf gepasst hätte, aber die hinteren Räder standen fünf Zentimeter zu weit auseinander. Den freundlichen griechischen Helfer konnte das nicht schocken. Er konnte kaum Englisch, aber “No problem” hatte er drauf. Kurzerhand zog er die Berta ein paar Meter zurück, fuhr mit seinem Abschlepper davor und hob die Vorderräder mit seiner hinteren Gabel an. Anschließend zurrte er sie mit ein paar Bändern fest und los ging die Fahrt in Richtung Patras.
Nur wenige Kilometer vor der Werkstatt war die Straße gesperrt und der Fahrer musste eine kleine, holprige Umleitung fahren. An einer Stelle – wir waren schon fast wieder auf einer autobahnähnlichen Straße – rissen bei einem Holperer die Bänder und wir verloren unsere Berta! Das war ein Schreck! Zum Glück war der 1. Gang eingelegt und die Berta blieb brav hinter uns stehen, allerdings nicht ganz auf der Fahrspur. Zuerst fuhr der griechische Fahrer seinen LKW auf die Seite, meinte beruhigend: “No Problem”, schob dann zusammen mit Udo die Berta hinter den Abschleppwagen und lud sie wieder auf, während der Verkehr dicht an uns vorbeifuhr. Zum Glück ist hier nicht mehr passiert, nur einen Schrammen am linken vorderen Kotflügel musste die Berta erleiden.
Die Straße wurde jetzt sehr holprig, typisch griechisch eben, und wir waren alle froh, als wir nach ein paar Minuten in der Werkstatt ankamen. Inzwischen hatte der ADAC mehrfach angerufen und nachgefragt, ob alles gut läuft. Auch über den Vorfall unterwegs waren sie schon informiert und der nette Sachbearbeiter meinte, wir können ein Hotelzimmer bekommen, sollte die Reparatur länger dauern und den Schrammen können wir auch in Deutschland richten lassen, wenn wir das wollen.
Nach ein paar Minuten kam der junge Chef der Reparaturwerkstatt, schaute sich den Motor an und fand schnell die Ursache: Ein Schlauch, der mit einer Schelle am Benzinfilter festgemacht sein sollte, war lose. Wir haben keine Ahnung, wie so etwas über Nacht passieren konnte, aber es war so. Er machte den Schlauch wieder fest und die Reparatur war beendet. Er wollte eigentlich gar kein Geld haben, aber Udo gab ihm 20 Euro und ließ die Sache damit gut sein. Mehr Aufwand wird es sein, bis der Kotflügel wieder gerichtet ist. Der Fahrer füllte noch einen Unfallbericht aus und fuhr dann wieder weiter. Auch wir konnten jetzt unsere Reise fortsetzen und fuhren zum fünf Minuten entfernten Lidl an der Küste.
Nach dem Einkauf war es 15 Uhr und wir waren froh, etwas essen zu können. Dazu fuhren wir ein paar Meter bis zu einem Parkplatz am Strand, wo wir mit Meerblick den Schreck verdauten und dabei unsere Mägen füllten. Noch eine kurze Pause für Udo, dann ging es weiter in die Berge.
Das Wetter hatte sich inzwischen wieder herausgeputzt, die Sonne schien und die Berge zeigten sich von ihrer schönsten Seite: blühend und duftend. Wieder durften wir viele Kurven fahren, wobei die Straße heute deutlich besser war als wir das schon erlebt hatten. Zweimal war eine Schafherde auf der Fahrbahn, einmal eine Schildkröte, die Xenia vor dem Überfahrenwerden rettete.
Kurz bevor wir am Ziel waren, kamen wir durch das Skigebiet von Kalavryta. Einen Lift konnte Xenia entdecken, der war aber nicht länger als die Skilifte auf der Alb. Nur die dazugehörige Piste war steiler! Jetzt war alles grün, aber im Hintergrund war noch Schnee auf einem Berg.
Hier gibt es Skigeschäfte, Skihotels und Apartments. Im Winter muss hier richtig viel los sein!
Ein herrlicher Blick auf die Berge - auf dem höchsten lag sogar noch Schnee. Leider hatte im Vordergrund jemand seinen Bauschutt abgeladen.
Um 18:15 Uhr kamen wir auf dem Parkplatz an der Höhle an. Es war kein Mensch mehr da. Wir suchten uns eine Stelle aus, an der wir einigermaßen eben standen, und verbrachten dort den restlichen Abend und die Nacht.
Zum Abendessen kochte Xenia Bratkartoffeln und Chicken Nuggets, Udo machte einen Tomatensalat dazu.
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