Berta-Griechenland25-Tag37


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Freitag, 02.05.2025 – Peristeria Wasserschlucht und Tholos Grab, Megalopoli, Karitena, Apollontempel bei Bassae, Nachtplatz kurz vor den Neda Wasserfällen

Von Paralia Elea bis kurz vor den Neda Wasserfällen – 146 km

Wetter: Sonnig mit ein paar Wolken, 22 bis 26 Grad

Heute waren wir auf Abenteuer- und Erinnerungstour.

Nach unserem Frühstück vor der Berta, verließen wir um 9:15 Uhr unseren Strandplatz und fuhren in Richtung Megalopoli, wo Udo unbedingt sein “Wärterbild” vor dem Antiken Theater haben wollte.

Unseren ersten Stopp machten wir schon nach ein paar Kilometern, noch ganz in Küstennähe auf der E55. Von dort aus führt eine kleine Schotterstraße den Berg hinunter zur Peristeria Schlucht. Da es bis dorthin nicht mehr weit war und wir nicht wussten, wie sich die Schotterpiste weiter entwickelt, blieben wir an einer Parkbucht an der Bundesstraße stehen, zogen Badehosen an und packten die Wasserschuhe ein, denn die Peristeria-Schlucht ist eine Wasserschlucht. Man kann sie nur durchs Wasser begehen und erkunden. Wir benötigten unsere Wasserschuhe jedoch schon vor der Schlucht, da der Schotterweg durch den Fluss hindurch führte. Das wäre mit der Berta schwierig geworden! Wir ließen unsere Schuhe und Xenia auch ihre Hose am Wegesrand und machten uns in unseren Badeschuhen auf zur kleinen Schlucht. Sie war wirklich ein Erlebnis! Eng, mit ein paar Tropfsteinen an den Wänden und das Wasser war so tief, dass Xenias Badehose nass wurde. Brrr, das war kalt – aber schön und ein Abenteuer!

Wieder draußen sahen wir ein Schild “Archäological Site” und entschlossen uns spontan, dem kleinen Wanderweg dorthin zu folgen. Unsere Wasserschuhe sind genial, man kann recht gut in ihnen laufen. Die Ausgrabungsstätte hatte tatsächlich geöffnet und der Mann am Ticketschalter staunte nicht schlecht über zwei Wandersleute in Badeschuhen und ohne Hosen. Xenia erklärte ihm, woher wir kamen, worauf wir beide ein reduziertes Ticket bekamen. Wir waren die einzigen Besucher und konnten ein restauriertes Tholosgrab bewundern. Dann ging es den ganzen Weg zurück zur Berta. Sowohl unsere Schuhe als auch die Berta trafen wir unversehrt an.

Nun ging es weiter nach Megalopolis, der hässlichen Stadt mit Braunkohlekraftwerk und einem großen, aber nicht so gut erhaltenen antiken Theater. Wir wussten aus dem Internet, dass es zur Zeit geschlossen hat, aber wir fuhren trotzdem hin, weil wir vor 40 Jahren dort waren und hofften, trotzdem einen Blick ins Theater erhaschen zu können. Google maps führte uns zwar ans Theaterareal, aber auf der falschen Seite. Udo stieg trotzdem kurz aus und ging den Zaun entlang, um ein Bild zu machen.

Auf der Fahrt zum eigentlichen Parkplatz auf der anderen Seite kamen wir an einem typisch griechischen Friedhof vorbei, den wir uns etwas genauer anschauen wollten.

Auf dem offiziellen Parkplatz des Antiken Theaters kam uns gleich ein Mann entgegen, der uns sehr freundlich erklärte, dass hier leider wegen Bauarbeiten geschlossen sei. Wir durften aber ein Stück am Zaun entlang gehen an eine Stelle, wo man gut ins Theater hineinschauen kann. Anschließend ließ er sich sogar von Udo fotografieren – wie der Wärter vor 40 Jahren. Mission erfüllt!

1984 waren wir die einzigen Besucher und bekamen eine Privatführung vom Wärter. 2025 wurde das Theater restauriert, deshalb durften wir nicht hinein. Den Wärter gab es immer noch.

Eindeutig die erste Sitzreihe dieses Theaters.

1984 hatte der Wärter das Foto aufgenommen. 2025 mussten wir uns mit einem Selfie aus der Ferne genügen.

Inzwischen war es 13:30 Uhr. Wir machten uns auf dem Parkplatz im Schatten eines Baumes ein Vesper und anschließend eine halbstündige Siesta.

Weiter ging die Fahrt mit dem Ziel Apollontempel bei Bassae. Auf dem Weg dorthin auf der N76 kamen wir am süßen Bergstädtchen Karitena mit einer Burg vorbei, das uns schon aus der Ferne ins Auge gestochen war.

1984 fanden wir die Ansicht von Karitena ein Foto wert ist. 2025 statteten wir dem Ort einen Besuch ab.

Da unser Weg direkt daran vorbeiführte, machten wir einen Abstecher ins Ort und fuhren die Serpentinen hinauf, durch den Ort hindurch bis zum Wanderweg zur Burg hinauf. Wir hatten Glück und bekamen oben einen guten Parkplatz.

Allerdings mussten wir dann feststellen, dass die Burg wegen Restaurierungsarbeiten geschlossen war. So mussten wir leider umkehren, holten uns aber im Ort in einer kleinen Bäckerei ein Stück Orangenkuchen, ein anderes süßes Stückchen und zwei kleine Eis.

Auf dem Weg den Berg hinunter hielten wir an einer Mauer am Straßenrand, machten uns einen Cappuccino und verzehrten diesen und unser Gebäck auf der Mauer mit schönem Ausblick. Dieser Platz war uns schon beim Hochfahren aufgefallen, da dort ein Camper aus Mindelheim Pause machte. Das Fahrzeug und das dazugehörige Ehepaar waren tatsächlich noch da, als wir den Berg wieder herunterkamen. Wir stellten uns zu ihnen, unterhielten uns sehr nett und machten unsere Kaffeepause, als die beiden weiterfuhren. Leider mussten wir uns nicht nur von den beiden, sondern auch von einem Kaffeelöffel verabschieden. Er fiel Xenia aus dem Becher und die Mauer hinunter. Udo überlegte noch, ob man ihn wieder holen kann, aber die Mauer war viel zu hoch und Weg darum herum zu weit. So fuhren wir notgedrungen einen Löffel ärmer weiter.

Die Straße schlängelte sich wieder einmal hoch und runter, was mit dem süßen Gebäck im Bauch eine Herausforderung für Xenias Magen war. Aber mit Blick auf die Straße ging es doch ganz gut und um 17:30 Uhr kamen wir am Apollotempel bei Bassae an.

Dieser Tempel gilt als einer der bedeutendsten und besterhaltenen Tempel des antiken Griechenlands und wurde 1986 als erste griechische Stätte in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Als wir 1984 dort waren, bekamen wir einen guten Eindruck von der Größe und Erhabenheit des Palastes und seiner exponierten Lage. Heute ist er, um ihn vor weiterem Verfall zu schützen, sehr hässlich zeltähnlich eingepackt. Das mag ja vielleicht sinnvoll sein, schön ist es jedenfalls nicht.

1984 und heute

Xenia kam es drinnen vor wie in einer Kulisse für ein Theaterstück. Man darf den Tempel selbst auch nicht betreten, er ist mit Seilen abgesperrt. Außer uns waren zum Glück nur noch zwei weitere Besucher im Zelt, trotzdem verbrachten wir hier nicht viel Zeit.

Wir machten noch einen kleinen Rundgang durch das Gelände um den Tempel herum, besuchten ein sehr sauberes kleines Toilettenhäuschen und gingen zurück zum Parkplatz, wo gerade auch die Mindelheimer angekommen waren. Sie hatten noch eine Kaffeepause unterwegs gemacht, da waren wir wohl an ihnen vorbeigefahren.

Wir überlegten, ob wir auf dem Apollotempel-Parkplatz übernachten, entschieden uns dann aber zur Weiterfahrt zu den Neda Wasserfällen. Diese hatten eigentlich nicht auf dem Routenplan gestanden, aber Wegweiser hatten uns neugierig gemacht. So fuhren wir die Schlängelstraße noch 30 Minuten und 15 km weiter, bis sie so klein und unbefestigt wurde, dass wir uns auf einen guten Nachtplatz stellten, auf dem schon ein französisches Wohnmobil stand. Der Mann erklärte Xenia, dass der Weg sehr schmal und steil werden würde, deshalb hätten sie ihren Camper hier abgestellt und würden hier auch übernachten.

So machten wir es auch. Es gab noch ein paar Bratkartoffeln mit Spiegelei und Tomaten-Paprika-Gurkensalat, dann ging die Sonne unter und wir hatten für heute genug erlebt.


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