Berta-Griechenland25-Tag26


< Ostersonntag 20.04.25 – Mitternachtsfeier in Drepano, Nafplio, Abendessen in Mykene | zurück | Di 22.04.25 – Steile Kurvenfahrten über die Berge, Kastania Höhle >


Ostermontag, 21.04.2025 – Mykene, Leonidio

Von Mykene bis Leonidio - 100 km

Wetter: sonnig, teilweise mit ein paar Wolken - 22 bis 25 Grad

Bis auf das in Griechenland fast überall übliche Gebell von wilden Hunden hatten wir einen ruhigen Platz und eine gute Nacht.

Am Morgen ging es als erstes nach Mykene. Wie gut, dass wir nur fünf Minuten zu fahren hatten und noch vor dem großen Ansturm dort ankamen. Die Straße führte zuerst am “Schatzhaus des Artreus” vorbei. Es standen schon zwei Reisebusse auf dem Parkplatz, zu denen wir uns gesellten. Wir hatten die Karten eigentlich für den Timeslot 10 bis 11 Uhr gekauft, daher fragte Xenia, ob wir um 9:15 Uhr auch schon kommen dürfen. Das ging in Ordnung und wir hatten Glück: beide Reisegruppen verließen das Gelände und wir mussten das Schatzhaus nur mit einem anderen Paar und einer jungen Familie teilen.

Hier hat sich in den letzten 40 Jahren nicht viel verändert. Lediglich der kleine Grabraum, für den wir damals eine Taschenlampe brauchten, darf heute nicht mehr betreten werden. Im Innern war ein großes Gesumme. Viele schwarze Bienen flogen umher – Mistviecher, wie Mutti sagen würde. Aber sie sind völlig harmlos.

Der Eingang von innen - Blick zur Decke - Eingang zur kleineren, eigentlichen Grabkammer

Weiter ging es ein paar hundert Meter den Berg hinauf zur Akropolis von Mykene, dem Ausgrabungsgebiet mit dem Palast von Mykene und dem Museum, das es vor 40 Jahren noch nicht gab. Auf dem Parkplatz war schon alles voll, aber oben an der Straße konnten wir die Berta problemlos parken. Hier standen um 9:45 Uhr nur ein paar wenige Fahrzeuge.

Das Gelände hat sich schon verändert seit unserer ersten Reise. Damals konnten wir uns frei bewegen, mussten aber über unwegsame Steine und Wege den Berg hinauf steigen. Heute sind die Wege betoniert und genau festgelegt. Es geht sich deutlich leichter, aber man kann sich nicht mehr frei übers Gelände bewegen. So, wie wir es schon in Delphi oder in Athen auf der Akropolis erlebt hatten.

Der erste Ort, den wir besuchten, war die zu dieser Uhrzeit noch sehr saubere Toilette. Anschließend gingen wir ins Museum, um dieses noch nicht so voll erleben zu können. Wir bewunderten einmal wieder das Werk verschiedener Puzzle-Künstler, die aus den unterschiedlichsten Scherben kunstvolle Vasen und Krüge zusammengesetzt haben. Die Steinketten haben Xenia besonders gut gefallen. Auch verschiedene Figuren und natürlich die Goldmaske des Agamemnon konnten wir auch bewundern. Letztere wurde im Jahre 1876 von dem deutschen Archäologen Heinrich Schliemann bei Ausgrabungen in Mykene entdeckt.

Beim Löwengrab waren wir noch allein, aber das änderte sich schnell, als wir den Berg hinauf und durchs Löwentor gingen. Hier staute sich der Besucherstrom, da jeder ein Photo von sich im Löwentor haben wollte. Hinauf ging es dann zu den Resten vom Palast und verschiedenen Häusern. Am schönsten ist aber auch hier der Blick, den man von oben in die Landschaft hat.

Um 11 Uhr machten wir uns auf den Rückweg zum Ausgang und trauten unseren Augen nicht: Jetzt war die ganze Straße zugeparkt und an der Kasse stand eine lange Schlange von Menschen. Es war Zeit zu fliehen – wie 1984.

Unser nächstes Ziel war Leonidio, ein Wander- und Kletterparadies, wie es im Führer hieß. Das Felsmassiv ums Delta des nicht mehr vorhandenen Flusses Dafne ist hoch und schroff. Es erinnert streckenweise an den Gran Canyon und endet im Meer.

Wir sollten eigentlich wieder einkaufen, aber am Ostermontag sind die großen Supermärkte alle geschlossen. Lediglich ein paar kleine Läden hatten geöffnet, und an so einem hielten wir an. Xenia kaufte leckeres Obst und Gemüse, einen Liter sehr teure Milch und einen Liter teures Cola. Nebenan war eine Bäckerei, wo wir uns mit etwas Gebäck und einem Sesambrot eindeckten. Wir fuhren noch ein Stück weiter und hielten an einer kleinen Ausbuchtung mit Meerblick. Dort machten wir Mittagspause, aßen von den Bäckereinkäufen und Udo machte einen kleinen Mittagschlaf.

Weiter ging es die Küste entlang. Dass das kurvig werden würde, war mit Blick auf die Karte vorhersehbar. Aber man musste schon genau hinschauen um zu erkenne, dass es dabei auch noch ständig rauf und runter ging. Da werden 60 km lang! Doch die Ausblicke waren immer wieder sehr schön!

Um 15 Uhr kamen wir auf einem Parkplatz bei Leonidion an, der in direkter Nachbarschaft zum Campingplatz Semeli liegt. Erstaunlich, aber hier darf man frei parken. Wir hatten alles, was wir brauchten, daher fuhren wir auf diesen Platz. Außerdem muss der Campingplatz übers Osterwochenende ausgebucht gewesen sein, zumindest berichteten das andere Camper auf Park4Night im Internet.

Wir beschlossen, noch eine Radtour einen Berg hinauf zu einem der Felsenklöster zu machen, die es hier gibt. Die Tour zum Kloster Moni Agiou Nikolaou Sintzas wird im Reiseführer als ”lohnenswerte Wanderung auf einer kleinen betonierten Straße” beschrieben. Das muss doch auch mit den Rädern zu machen sein! So dachten wir und radelten los. Es sind hin und zurück nur 22 km, aber 500 hm. Das Sträßlein ist sehr uneben und grob betoniert und geht durch zwei Gatter hindurch.

Zuerst ist das Tal noch weit, doch dann wird es immer enger und steiler in Serpentinen den Berg hinauf (550 hm). Auf dem Weg nach oben waren wir allein, lediglich ein Moped kam vorbei und brachte wohl etwas zu essen zum Kloster. Wir hielten ein paarmal an und genossen die grandiose Aussicht. Gut, dass wir Wasser und etwas Süßes dabei hatten, das konnten wir gut gebrauchen!

Oben erwartete uns schon die eine Nonne, die noch im Kloster wohnt. Sie schenkte uns zwei Orangen, irgendetwas klebrig Süßes in Puderzucker und zeigte uns das Kloster und die kleine Kapelle.

Zur Komoot-Tour

Der Weg den Berg hinunter war auf der schlechten Straße nicht weniger anspruchsvoll als der hinauf. Die Bremsen waren sehr gefordert, aber taten ihren Dienst – wenn auch leicht stinkend trotz mehrerer kurzer Pausen.

Um 18 Uhr waren wir wieder an der Berta. Es gab eine schöne heiße Dusche, Udo räumte die Räder ein und Xenia kochte ein leckeres Abendessen: Bratkartoffeln mit griechischen Würsten und einem griechischen Bauernsalat. Es hat uns sehr gut geschmeckt!


< Ostersonntag 20.04.25 – Mitternachtsfeier in Drepano, Nafplio, Abendessen in Mykene | zurück | Di 22.04.25 – Steile Kurvenfahrten über die Berge, Kastania Höhle >


Page last modified on 16.12.2025, at 01:12 PM CET
Powered by PmWiki