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Donnerstag, 10.04.2025 – Baden, Itea, Delfi
Von der heißen Quelle bei Lamia bis kurz vor die Korykischen Höhle bei Delfi, 131 km
Wetter: morgens sonnig, nachmittags bewölkt – 13 bis 19 Grad, 8 Grad am Übernachtungsplatz
Kurz vor Mitternacht fuhren die jungen Leute noch einmal mit lauter Musik an uns vorbei, ab dann hatten wir eine ruhige und ungestörte Nacht.
Ein sonniger Morgen erwartete uns, den wir noch vor dem Frühstück zu einem Bad in der warmen Badegumpe nutzten. Schon der Anblick des dampfenden Wassers im morgendlichen Sonnenschein war ein Erlebnis und die erste halbe Stunde waren wir allein im Wasser. Dann kamen die ersten einheimischen Badegäste, zuerst ein einzelner Mann, dann eine Ehepaar, wo aber nur die Frau ins Wasser ging. Wir hatten jetzt genug gebadet und gingen in die Berta zum Duschen. Das Wasser war doch sehr mineralhaltig, da tat es gut, es abzuwaschen. Nach diesem Erlebnis schmeckte das Frühstück doppelt gut und wir hätten danach wieder ins Bett gehen und schlafen können.
Stattdessen machten wir uns auf zu einer Erkundungstour durch die Umgebung, tankten im kleinen Ort an einem Brunnen frisches Wasser und besichtigten einen großen Stellplatz am warmen Flüsschen, den sich ca. 20 Camper teilten, die hier in der doch sehr schwefeligen Luft ihre Campingausrüstung vor ihren Fahrzeugen aufgebaut hatten. Einige nahmen auch ein Bad im Flüsschen. Was hatten wir doch für einen schönen Platz gehabt!
Unsere heutigen Ziele waren Itea im Süden am Meer, wo wir 1984 schon einmal genächtigt hatten, und das von dort nicht weit entfernte Ausgrabungsfeld Delfi.
Durch die Berge ging es bei strahlendem Sonnenschein auf der E65 Richtung Süden. Wir fuhren über zwei Pässe und hatten immer wieder tolle Ausblicke. Allerdings mussten wir ein gutes Stück hinter einem Reisebus herfahren. Überholen war erst nach einer halben Stunde möglich. Aber wir hatten ja Zeit ... und kamen um 12.45 Uhr in Itea an.
1984 hatten wir hier in einer Bäckerei gefüllte Croissants gekauft im Glauben, dass es sich um Nusshörnchen handele. Wie wir dann beim Frühstück am Hafen feststellen mussten, waren die Hörnchen aber nicht mit einer Nussmasse, sondern mit Schafskäse gefüllt!
An die Bäckerei hatten wir keine Erinnerung mehr. Dafür schlenderten wir bei Sonnenschein, aber einer steifen Brise, ein Stück am Hafen entlang und wollten dort eigentlich zu Mittag essen, aber es gab nur Kaffee, kalte Getränke und kleine Snacks. So mussten wir uns mit zwei Cappuccinos und zwei Schinken-Käse-Croissants begnügen. In einer Bäckerei holten wir uns noch ein paar kleine süße Teilchen, aber diese hoben wir uns für später auf und fuhren um 14:15 Uhr weiter nach Delfi.
Dort angekommen mussten wir feststellen, dass alles zugeparkt war. Vor allem im Ort selbst war die Hölle los, aber auch vor und nach dem Eingang zum Museum bzw. zu den Ausgrabungsstätten war die Straße kilometerlang zugeparkt. 2 km nach dem Eingang konnten wir auf einem Platz halten, auf dem Busse standen, die auf ihre Reisegruppen warteten. Hier hätten wir vielleicht auch parken können, aber eine gute halbe Stunde bis zum Eingang zu laufen und das auf einer Straße, die ausdrücklich für Fußgänger gesperrt war, erschien uns doch keine gute Idee. Außerdem war überall Polizei. So viele Polizisten und Polizeiwagen! Damit hatten wir nicht gerechnet. Wie wir später erfuhren, fand in Delfi gerade eine internationale Wirtschaftskonferenz statt, an der auch der bulgarische Präsident teilnahm.
Was sollen wir tun? Weiterfahren und Delfi streichen oder zurückfahren und auf einen Parkplatz hoffen? Die Chancen standen schlecht, aber Udo meinte, Xenia solle für einen Parkplatz beten. Das haben wir schon oft gemacht und dabei wahre Wunder erlebt. Da wir Delfi schon gerne gesehen hätten, entschieden wir uns für Variante 2: Udo wendete und Xenia betete. Angestrengt hielten wir Ausschau, ob es nicht irgendwo einen Platz gab, wo wir unsere Berta parken konnten. Keine Chance. Die zwei Plätze, die überhaupt frei waren, waren zu kurz und zu schmal. Da passten nur ganz kleine Autos rein. Also sind wir weiter zum Museumseingang gefahren, wo es ein paar wenige Querparkplätze gibt. Gerade als wir dort ankamen, wollte ein Auto aus so einem Parkplatz ausparken. Die Frau stand auf der Straße, um zu sehen, wann ihr Mann herausfahren kann. Wir haben angehalten, der Mann ist rausgefahren, wir sind direkt reingefahren und haben genau reingepasst. Hinten sind wir fast an einem Kasten angestoßen, vorne waren wir genau hinter der gelben Linie. Perfekt! Und nur wenige Meter bis zum Eingang. So durften wir wieder ein Parkwunder erleben und waren sehr dankbar dafür!
Delfi selbst war dann gar nicht so überfüllt, wie man das hätte erwarten können. Als erstes kamen wir durch den römischen Markt. Weiter ging es die “Heilige Straße” hinauf zum Schatzhaus der Athener und dem Apollo-Tempel. Die Steine und Säulen waren noch wie 1984, die Wege allerdings jetzt ganz anders. Bis auf den Anfang der Heiligen Straße sind sie heute betoniert und mit betonierten Stufen versehen, keine glitschigen und unwegsamen Natursteine mehr!
Auf dem Rückweg suchten und fanden wir noch den Fels der Sibylle, von wo aus sie ihr Orakel von Delfi gesprochen hat.
Unserer Meinung nach sind aber nicht die Ruinenreste das Schönste an der Anlage, sondern es ist der gigantische Ausblick ins Tal.
Nach eineinhalb Stunden hatten wir die Ausgrabungen abgelaufen und machten eine späte Kaffee- und Erholungspause in der Berta, bevor wir zum Abschluss unserer Delfi-Besichtigung noch einen Runde durch das Museum drehten.
Danach war es kurz nach 18 Uhr und damit an der Zeit, nach einem Übernachtungsplatz zu schauen. Wir entschieden uns für einen Platz in den Bergen, von dem aus wir am nächsten Tag eine Wanderung zur Korykischen Höhle machen wollten, einem alten Heiligtum, das man selbst erkunden kann. Dazu mussten wir ca. 1000 Höhenmeter steil und in Serpentinen den Berg Parnass hinauffahren und erreichten das dortige Skigebiet, allerdings jetzt ohne Schnee.
Ca. 3 km von der Höhle entfernt konnten wir die Berta in die Wildnis stellen, kochten noch ein paar Spaghetti zum Abendessen und waren bei 8 Grad Außentemperatur wieder einmal froh an unserer Heizung.
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