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Dienstag, 08.04.25 – Kalochori Lagune – Kivotos – Kalampaka (Meteora)
Von der Kalochori Lagune bis Kalampaka (Meteora) – 243 km
Wetter: bewölkt und regnerisch, 4 bis 8 Grad
Nach viel Regen in der Nacht starteten wir den trüben und kalten Tag bei 5 Grad in der Nachbarschaft von Löfflern und Seidenreihern. Diese suchten ganz in der Nähe unserer Berta in der Lagune ihr Frühstück im seichten Wasser. Dabei konnten wir sie während unserem Frühstück beobachten.
Heute sollte es nach Zentralgriechenland gehen, zuerst nach Kivotos, wo wir schon 1984 waren, dann zu den Meteor-Klöstern nach Kalampaka. Bis zum Abend blieb es trocken, aber bewölkt. Die Berge waren teilweise verhangen. Wir entschieden uns für eine einfachere Fahrt und kauften für 12 Euro eine Stunde Fahrt auf dem Highway. Da wir mit unserem 3,2 Meter hohen Wohnmobil in die Kategorie 3 (von 4) fallen, ist die Autobahnfahrt für uns fast dreimal so teuer wie für ein normales Auto. Aber wir haben uns durch einige Tunnel und eine begradigte Autobahnstrecke unzählige Kurven, Steigungen und Gefälle und eine Stunde Zeit erspart.
Unser erstes Ziel war Kivotos, wo wir vor 40 Jahren den schönsten Abend unserer damaligen Reise erlebten. Damals nahmen wir nicht die Hauptstraße nach Meteora, sondern fuhren 'weiße' Straßen, also kleine Nebenstraßen, um mehr vom Land zu sehen. Da diese Nebenstraßen damals meist nur geschottert waren und wir bei 30 Grad unterwegs waren, waren wir schon erschöpft, als wir gegen Abend durch Kivotos kamen. Wir sahen das Gasthaus am Straßenrand und hofften auf ein gutes Abendessen. Wir setzten uns auf die unüberdachte Terrasse, um uns herum ca. 10 ältere Männer. Die Wirtin verstand kein Deutsch, einer der Männer begann zu übersetzen und so bekamen wir ein spezielles Menü aus Salat, Rührei, Kartoffeln und Würstchen - was die Küche eben hergab. Während des Wartens stellte sich heraus, dass alle diese Männer mehr oder weniger gut Deutsch sprachen, da sie einige Jahre in Deutschland (Geislingen, Sindelfingen, Ruhrgebiet, etc.) gearbeitet hatten und nun ihren Ruhestand wieder in Griechenland verbrachten. Es entwickelte sich ein nettes Gespräch und nach dem Essen wurde uns das griechische Backgammon (Tavli) und ein Kartenspiel gezeigt. Die Getränke wurden uns spendiert und Udo wurde zum Rauchen überredet (er hatte erst vor einiger Zeit damit aufgehört und hatte Angst, dass die Sucht zurückkommt - aber es blieb ohne Folgen). Spät in der Nacht suchten wir uns einen Schlafplatz unweit von Kivotos, indem wir uns einfach hinter eine Hecke stellten.
Die Straße nach Kivotos ist auch heute noch sehr schmal, kurvig und bergig. Dem Belag nach wurde sie vielleicht vor ca. 30 Jahren geteert. Udo war froh, dass uns niemand entgegen kam.
Erst neue Autobahn und ein paar km neue Landstraßen
Das letzte Stück nach Kivotos waren vor 40 Jahren endlose Schotterstraßen. Am Ortseingang steht eine kleine Kapelle, die Xenia sehr gefiel
Heute haben wir uns bei 4 Grad auf die Suche nach der Taverne von damals gemacht und dachten, wir hätten sie gefunden. Aber sie hatte geschlossen. In der Nachbarschaft saßen ein paar Männer (wie damals) in einer Kneipe und da es Mittag war, fragten wir, ob wir hier etwas zu essen bekommen könnten. Nein, sagte der Wirt, aber ein paar Häuser weiter gäbe es vielleicht etwas.
Links ist unsere Taverne vor 40 Jahren, rechts die Taverne von heute.
Wir folgten seinem Hinweis und dachten zuerst, auch dieses Lokal hätte geschlossen. Doch dann fanden wir eine offene Tür und den Wirt, der allein im Lokal saß und fernsah. Als wir ihn auf Englisch ansprachen, fragte er uns, ob wir Deutsch sprächen. So hatten wir ein echtes Déjà-vu-Erlebnis. Heute hatten wir einen Wirt, der 30 Jahren in Göppingen war - zuerst als Elektriker, dann hat er ein griechisches Restaurant eröffnet. Seine Frau arbeitete im Krankenhaus in Göppingen. Er hat uns erzählt, dass in Kivotos aus fast jeder Familie jemand in Deutschland war oder noch ist. Sein Sohn ist mit seiner Familie noch in Göppingen. Er selbst hat noch ein Haus und eine Wohnung in Göppingen. Er erzählte uns außerdem, dass das Dorf langsam ausstirbt. von 3000 Einwohnern vor 10 Jahren sind heute noch 300 übrig. Viele sind in Deutschland und kommen nicht mehr zurück, weil sie dort Familie und Kinder haben, die jetzt mehr in Deutschland verwurzelt sind.
Unser Menü, speziell für uns zubereitet (wie vor 40 Jahren).
So hatten wir eine lebhafte Unterhaltung und erfuhren dabei auch, dass es seit 20 Jahren keinen so kalten April mehr gegeben habe wie in diesem Jahr. Gestern habe es sogar heftig geschneit, von einigen Bäumen seien wegen des schweren Schnees die Äste abgebrochen und viele Blüten sind erfroren. Wir waren die einzigen Gäste und die Wirtin kochte extra für uns. Wir ließen uns Salatplatte mit gebratenem Ziegenkäse als Vorspeise und Filetscheiben mit Pommes, die Wedges waren, empfehlen und servieren. Es hat sehr gut geschmeckt und wir waren sehr satt. Die Rechnung betrug mit Getränken 26 Euro, wir gaben 30 und bekamen dafür noch 4 kleine Hefeteilchen zum Nachtisch, die wir aber mitgenommen haben. Wir schafften sie nicht mehr.
Unsere Gastgeber ließen sich gerne mit uns fotografieren.
Nach 90 Minuten gingen wir zurück in die Berta. Udo musste noch ein paar wichtige Mails erledigen und wir gönnten uns nach dem feudalen Mahl eine Mittagsruhe. Wie gut, dass wir eine Heizung hatten! Bei 4 Grad Außentemperatur kühlt die Berta doch sehr schnell aus.
Um 15:30 Uhr ging es weiter nach Kalampaka in der Hoffnung, dass das Wetter bald besser wird. Heute war es auch dort trübe und es hatte 8 Grad, als wir nach vielen Kurven dort ankamen. Bis hierher geht die Autobahn noch nicht, sie ist aber im Bau.
Das erste Ziel war eine Shell-Tankstelle, bei der wir Diesel und Add-Blue für die Berta bekamen und auch unsere fast leere Gasflasche füllen lassen konnten. Wir haben zwar noch eine zweite, aber bei so viel Heizbedarf ist es gut, einen ordentlichen Gasvorrat zu haben. Bei Park4Night haben wir gelesen, dass die Tankstelle auch deutsche Flaschen wieder befüllt, und so war es auch und es ging ganz schnell und problemlos. Da ist die Nebensaison schon ein Segen! Auch sonst ist die Stadt nicht überfüllt und wir haben problemlos einen Parkplatz in der Nähe der Touristen-Info gefunden. Dort besorgten wir uns einen Plan von den Klöstern und die Öffnungszeiten von den 6 Klöstern, die besichtigt werden können. Wenn morgen hoffentlich wie vorgesagt die Sonne scheint, wollen wir uns ein paar davon anschauen und das am liebsten mit einer Radtour verbinden.
Wir machten noch einen kleinen Bummel durch die Stadt, kauften bei einem Bäcker drei typisch griechische sehr süße Teilchen und fuhren dann auf einen Platz am Rande der Stadt, wo wir übernachten konnten und die gekauften Backwaren verspeisten. Sie bestanden in erster Linie aus Zucker, Butter und Nüssen: Baklava, Kataifaki und ein mit Sirup getränkter und karamellisierter Orangenkuchen (Portokalopita). Lecker, aber wir waren danach einem Zuckerschock nahe, obwohl wir nicht alles aufgegessen haben.
Draußen hatte es jetzt wieder zu regnen begonnen und wir waren froh, ein warmes und trockenes Plätzchen für den Abend und die Nacht zu haben.
Blick von unserm heutigen Standplatz
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