Berta-Griechenland25-Tag10


< Fr 04.04.25 – Edessa, Fahrt nach Chalkidiki | zurück | So 06.04.25 - Petralona Höhle >


Samstag, 05.04.25 - Radtour an der Westküste von Sithion

Vom Kalogria Beach bis Sarti – 68 km, Radtour 56 km

Wetter: zuerst bewölkt, ein paar Regenspritzer, dann zunehmend sonnig. 13 bis 19 Grad

Der heutige Tag sollte grandios werden! Dabei überlegten wir beim Frühstück noch, ob wir die für diese Gegend geplante Radtour überhaupt unternehmen wollten. Der Himmel zog sich nämlich immer mehr zu. Aber wer nicht wagt, der gewinnt auch nicht – und wir haben gewonnen!

Wir fuhren zum Ausgangspunkt der Radtour, zumindest fast. Xenia hatte die Tour ab Porto Carras geplant, aber der Startpunkt lag in einem eingezäunten privaten Luxusgelände mit Hafen und Golfplatz, in das man nicht einfahren darf. So starteten wir unsere Tour ein kleines Stück südlicher, wo wir einen schönen Tagesparkplatz für die Berta fanden.

Das Räderrichten dauerte etwas, wir waren es nicht mehr so gewohnt. Aber kurz vor 11:30 Uhr kamen wir dann tatsächlich los und radelten auf einer schönen kleinen Straße die Küste entlang gen Süden. Immer wieder hatten wir tolle Ausblicke aufs Meer, die steilen Felsen, Buchten und Strände. Nach einer halben Stunde fing es ganz leicht zu nieseln an. Wir fuhren aber trotzdem weiter. Irgendwann ging die Teerstraße in einen unbefestigten Weg über. Der Boden war hier nass, manchmal schlammig und voller Pfützen. Hier musste noch vor kurzen ein Regenguss durchgezogen ein. Als wir kamen, war es aber trocken und das Wetter putzte sich immer mehr heraus. Den Rückweg konnten wir in strahlendem Sonnenschein fahren.

Aber so weit waren wir noch nicht. Trotz teils schwierigen Fahrverhältnissen genossen wir die tolle Landschaft und das Radeln meistens direkt an der Küste. Dreimal mussten wir eine Wasserfurt durchqueren. Zweimal ging das ganz gut, doch die dritte Furt war so sandig, dass wir mitten im Wasser steckenblieben und Xenia Mühe hatte, ihr Fahrrad wieder aus dem Wasser zu bekommen.

Bei recht trübem Wetter ging es los, direkt am Meer entlang und auf Wegen, die andere nur mit dem Mountainbike fahren würden. Mal unten am Ufer, mal 50 m über dem Meer kamen wir auf insgesamt 650 hm auf unserer Tour.

Immer wieder kamen wir an Apartmentanlagen vorbei, die selbst bei diesen schlechten Straßen Kundschaft hatten. Eine Bucht hatten 3 Wohnwägen ganz für sich eingenommen.

Zwei Mal mussten wir durchs Wasser - war immer sehr spannend, Füße blieben trocken. Rechts ist meine Lieblingsbucht: ein einsamer Sonnenschirm wartet auf seinen Badegast.

Nach Schotter und Steinen kam dann auch wieder der Teer der alten Küstenstraße.

In Toroni machten wir Mittagspause in einer kleinen Wirtschaft mit Meerblick. Wir waren die einzigen Gäste und es gab nichts anderes als getoastete Schinken-Käse-Sandwiches mit Kartoffelchips. Es war nichts Besonderes, hat aber trotzdem ganz gut geschmeckt und wir genossen die Mittagsrast.

Dann fuhren wir weiter gen Süden, so weit das irgend möglich war, zur letzten Bucht vor der Südspitze des Sithion-Fingers. Hier war es traumhaft schön. Die Sonne schien, wir hatten den Sandstrand für uns mit glasklarem Wasser, das in der Sonne glitzerte. Wirklich ein Traum! Diesen genossen wir 20 Minuten mit einer Hanuta-Waffel, dann machten wir uns auf den Rückweg.

An der Südspitze gab es einen unberührten Badestrand, der einen Querschnitt durch unsere Abfallzivilisation zeigte. Für uns Zeit zum Umkehren.

Hier wohnten auch einige Menschen, die Ähnlichkeit mit Aussteigern hatten.

Wir fuhren auf fast demselben Weg zurück, auf dem wir auch gekommen waren, doch der Rückweg war nochmal schöner als der Hinweg. Inzwischen hatte die Sonne den meisten Schlamm abgetrocknet, der Weg war einfacher zu fahren und die sonnenbeschienenen Klippen und Strände, das blaue Meer und der blaue Himmel waren einfach genial. Was für ein Geschenk hatten wir da bekommen!

Über der Halbinsel standen dunkle Wolken und es donnerte mehrfach bedrohlich, aber das Gewitter blieb über dem Land und die Küste im Sonnenschein.

Um 17:30 Uhr waren wir nach 56 geradelten Kilometern wieder an der Berta. Udo versuchte, Xenias Rad zu reparieren. Es machte komische Geräusche im Leerlauf, das Kettenritzel war wohl nicht richtig fest. Leider hatte Udo dafür nicht den richtigen Schlüssel, so dass wir in den nächsten Tagen versuchen wollen, eine Fahrradwerkstatt zu finden, die uns das reparieren kann.

Xenia wollte noch einen Kaffee kochen und musste dabei feststellen, dass wir fast kein Frischwasser mehr hatten. Wir standen nicht ganz gerade und daher kam aus dem Wasserhahn kein Wasser. Xenia hatte noch 4 Liter in Flaschen dabei, die reichten für den Moment, aber an Duschen war damit nicht zu denken. Wir mussten also neues Frischwasser besorgen, was auf Chalkidiki nicht so einfach ist. Die Campingplätze öffnen erst im Mai und an den sonstigen Wasserhähnen, die es so gibt, ist das Wasser wohl nicht zum Trinken geeignet.

Wir umrundeten den Sithion-Finger mit der Berta und fragten an einigen Stellen nach Trinkwasser, bekamen aber immer zur Auskunft, dass das Wasser aus den öffentlichen Wasserhähnen wohl zum Duschen und Waschen, aber nicht zum Trinken und Zähneputzen genommen werden kann. Erst nach einigem Suchen und als wir schon dachten, nichts mehr hier zu bekommen, erhielten wir an einer Tankstelle die Auskunft, dass es in Sarti in der Nähe der Schule gutes Wasser gäbe. Den Platz fanden wir in Park4night, fuhren hin und tatsächlich, der Brunnen hatte Wasser. Ein Nachbar, der gerade sein Haus verließ, bestätigte ebenfalls, dass dies gutes Wasser sei, da es direkt aus einer Quelle kommt. Dort konnten wir sogar unseren Wasserschlauch anschließen und so den Tank problemlos füllen. Auch die Toilette konnten wir ein Stück weiter am Hafen von Sarti in einem öffentlichen WC entleeren und fanden dort auch einen Standplatz für die Nacht. Es war inzwischen 20 Uhr und fast dunkel geworden.

Mit einem Grießbrei mit Zucker, Zimt und einer Dose Pfirsichen und mit einer heißen Dusche beendeten wir den sehr schönen und erfolgreichen Tag.

Radtour auf Komoot


< Fr 04.04.25 – Edessa, Fahrt nach Chalkidiki | zurück | So 06.04.25 - Petralona Höhle >


Page last modified on 08.04.2025, at 09:01 PM CEST
Powered by PmWiki