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Montag, 08.06.2026 – Kurische Nehrung (Neringa)
Von Klaipeda bis Nida, 56 km
Vormittags Regen und bewölkt, nachmittags sonnig, 19 Grad
In der Nacht und bis nach unserem Frühstück hatte es geregnet, dann hörte der Regen auf und ab Mittag wurde es zunehmend sonnig, wärmer und auch wieder schwüler.
Um 9:00 Uhr verließen wir unseren schönen und ruhigen Skulpturenparkplatz in Klaipeda, legten noch einen Zwischenstopp bei einem Lidl ein, um uns mit Lebensmitteln für die Tage auf der Kurischen Nehrung einzudecken, und waren um 11 Uhr am Neuen Fährhafen von Klaipeda. Die kurze Fährüberfahrt von Klaipeda bis Smiltynes dauerte kleine 10 Minuten, kostete uns aber stattliche 46,50 €. Dazu kamen auf Neringa noch 20 € Straßenmaut – die Nehrung ist also keine ganz billige Angelegenheit für Wohnmobilisten.
Auf der schmalen Nehrung gibt es genau eine Straße, die Smiltynes mit Nida verbindet. Diese Straße geht weiter bis Kaliningrad, aber kurz nach Nida kommt die russische Grenze, die man nur mit einem Visum passieren darf.
Unseren ersten Halt machten wir an der Bernsteinbucht von Juodkrante. Wir hatten gelesen, dass hier im Sommer große Skulpturen aus Schilf in der Bucht schwimmen, die dann zum Herbstanfang verbrannt werden. Leider waren wir dafür noch zu früh dran. Wir konnten sehen, dass am Ufer an einer Skulptur gebaut wurde, aber auf dem Wasser war noch nichts.
So fuhren wir weiter bis zur Strandpromenade von Juodkrante, parkten dort die Berta. Es gab noch einen Kaffee mit Brezeln und Mohnstreuselküchle, bevor wir zum Hexenhügel aufbrachen. Auf einem 2-Kilometer-Rundgang kommt man an 80 teils meterhohen geschnitzten Eichenholzskulpturen vorbei, die Figuren aus lokalen Märchen und Sagen, Hexen und Teufel darstellen.
Wir weiteten die Runde noch etwas aus, indem wir einem Schild zum “Blocksberg” folgten. Der Weg führte uns aber nur einen Hügel hinauf, ohne dass wir dort etwas Besonderes gefunden oder eine Aussicht gehabt hätten. Wie schon im Bernati-Park war auch hier das bewaldete Dünengelände sehr hügelig mit teils tiefen Einschnitten. Zum Schluss kamen wir noch an einem Spielplatz aus geschnitzten Figuren vorbei. Das wäre etwas für Ida und vielleicht auch schon für Lars gewesen!
Ziemlich durchgeschwitzt kamen wir an der Berta an und fuhren 2 Kilometer weiter zu einer Kormoran-Kolonie. Die Tiere nisten hier zu Hunderten in ein paar Bäumen. Das kann man schon beim Aussteigen am Vogelgeschrei hören und an den vielen weißen Exkrementen sehen und riechen. Es gibt hier auch eine Beobachtungsplattform, zu der wir hinauf stiegen. Von dort aus konnten wir prima die Vögel beobachten und mithilfe unserer Ferngläser sehen, wie die Eltern ihre Jungen im Nest fütterten.
Nur wenige Kilometer weiter befinden sich die Toten Dünen, denen wir ebenfalls noch einen Besuch abstatteten – inzwischen wieder in kurzen Hosen. In Parkplatznähe und am Beginn des Weges zum Haff stand ein Kassenhäuschen. Die machen hier schon ihr Geld mit den Touristen! Aber als Senioren mussten wir nur 2 € bezahlen, sonst wären es 5 € gewesen. Der Weg vor ans Haff war zuerst ein unbefestigter Wanderweg, dann folgte ein gutes Stück über verlegte Bohlen bis zum letzten Stück durch den Sand. Vor dem Sandabschnitt standen zwei Bänke, auf denen wir Schuhe und Socken auszogen, um das letzte Stück barfuß zu gehen. Das Stapfen durch den Sand war ganz schön anstrengend, zumal es auch hier hoch und runter ging. Insgesamt beinhaltete der Weg 50 Höhenmeter. Wir lernten, dass die Wanderdüne mehrere kleine Dörfer unter sich begrub, bevor sie in den 90er Jahren durch eine Bepflanzung gestoppt werden konnte. Vorne hatte man einen schönen Blick über die Toten Dünen und das Haff.
Nun war es nicht mehr weit bis Nida, wo wir auf den einzigen Campingplatz der Nehrung fuhren. Im Nationalpark ist das Übernachten außerhalb des Campingplatzes verboten. Wir kamen um 15:30 Uhr an und durften uns noch einen Platz aussuchen. Es waren schon einige Camper hier, aber es waren auch noch genügend Plätze frei. Nachdem wir uns auf einem Platz eingerichtet hatten, ging Xenia zuerst zum Duschen, während Udo sich etwas hinlegte. Danach kochte Xenia ein Abendessen, während Udo duschte. Es gab Hähnchenrahmgeschnetzeltes mit Pilzen, Spätzle und Salat. Lecker!
Danach war die Frage, ob und was wir noch mit dem angefangenen Abend unternehmen. Wir entschieden uns, an die Ostsee vorzuschauen, die nur 650 Meter vom Campingplatz entfernt ist. Der Strand ist unterteilt in Abschnitte für Leute mit Badebekleidung und für Nacktbader. Wir haben aber weder im einen noch im anderen Bereich Menschen im Wasser gesehen, nur ein paar am Strand.
| Links FKK, rechts normaler Badestrand - war aber nicht viel los. |
Leider waren wieder Wolken aufgezogen, sonst wären wir zum Sonnenuntergang hergekommen. Aber auch so genossen wir den Blick aufs Meer, bevor wir wieder umkehrten. Weniger schön waren die vielen Mücken, die uns umkreisten. Da werden wir wohl morgen ein Mückenspray benötigen.
Zurück an der Berta war es jetzt Xenia, die so müde war, dass sie eine Stunde schlafen musste, bevor sie um 21 Uhr wieder in der Lage war, Tagebuch zu schreiben.























