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Dienstag, 09.06.2026 – Radtour Nida bis Tote Dünen
Berta 0 km, Radtour 53 km
Wetter: tagsüber sonnig, 22 Grad; abends bewölkt, ab 19:30 Uhr Regen
Heute machten wir eine wunderschöne Radtour auf der Kurischen Nehrung bei herrlichstem Wetter. Die Sonne schien, es war nicht schwül und bis 22 Grad warm – einfach perfekt zum Radeln. Erst am Abend, als wir schon eine Weile zurück waren, kam Regen.
Um 10 Uhr waren wir startklar und begannen unsere Runde damit, dass wir kurz hoch zur Parnidis-Düne radelten. Udo wollte sich dort kurz umschauen, bevor wir unsere geplante Tour machten.
Zuerst ging es nach Nida. Das Vorhaben, den Leuchtturm oder Aussichtsturm anzufahren, gaben wir auf – zu viel Sand auf dem Pfad.
So fuhren wir direkt ins Städtchen und machten zuerst einen Abstecher zum Mizgiris Bernsteinmuseum. Es hatte geöffnet, ist aber eine private Sammlung und mehr Verkaufsschau und Abzocke als seriöses Museum. So hatte Xenia es im Vorfeld gelesen und dieser Eindruck bestätigte sich.
Wir fuhren weiter an den Hafen, drehten dort eine Runde und kamen an der Uferpromenade an schönen traditionellen bunten Holzhäusern und Masten mit Kurenwimpeln vorbei.
Die charakteristischen, oft kunstvoll ausgeschnitzten Wimpel wurden früher von Fischern am Masttopp angebracht. Sie dienten als Erkennungszeichen für den Heimathafen am Kurischen Haff und als Windfahne. Die Symbole (wie Elche, Netze oder Vögel) verrieten die Herkunft und den Wohlstand der Fischerfamilie.
Unser nächstes Ziel war das Thomas-Mann-Haus, die einstige Sommerresidenz des Schriftstellers. Von 1930 bis 1932 verbrachte Thomas Mann hier Zeit mit seiner Familie, dann war er gezwungen, Deutschland zu verlassen. Er kehrte nie wieder nach Nida zurück. Heute ist das Haus ein Museum, das wir uns aber nur von außen anschauten und den schönen Ausblick bewunderten, den man von hier aus aufs Haff hat.
Nun ging es weiter in Richtung Norden auf dem gut ausgebauten Fahrradweg, der sich über die ganze Nehrung erstreckt. Wir hatten den Eindruck, dass der Fahrradweg in deutlich besserem Zustand war als die Fahrstraße.
In Preila verließen wir den Radweg, fuhren vor ans Haff und ein Stück die Uferpromenade entlang. Auf einer Bank nach einem Uferrestaurant verzehrten wir unsere Wecken und genossen dabei die Sonne und den Ausblick aufs Haff.
Weiter ging es nach Pervalka. Wieder fuhren wir vor ans Haff, aber es war nicht möglich, weiter bis zum Kap zu kommen. Der Weg dorthin war nur ein kleiner sandiger Wanderweg und für uns nicht befahrbar.
Gemäß der geplanten Tour wäre es jetzt dran gewesen, wieder umzukehren und nach Nida zurückzuradeln. Aber da das Wetter so herrlich war und wir hatten noch Zeit hatten, beschlossen wir zu versuchen, auf die andere Seite der Nerung und an die Ostsee zu gelangen. Udo dachte eigentlich, einen Weg dorthin gefunden zu haben, aber er hatte sich getäuscht. Wir kamen nicht an die Ostsee, sondern wieder ans Haff kurz vor den Toten Dünen. Der Irrtum erwies sich aber als Glücksfall. Wir hatten am Ende der Straße einen schönen Blick auf die Toten Dünen und Xenia konnte auf einer Sandbank ein gutes Stück ins Haff hineinwaten. Der Sand war gut zu begehen und das Süßwasser war gar nicht kalt. Wir wären wahrscheinlich noch etwas länger an diesem Plätzchen geblieben, wenn es nicht voller Ameisen gewesen wäre und ein Hinsitzen daher nicht möglich war.
Da waren wir gestern oben. Bei der Zoom-Aufnahme sieht man die Brücke, auf der wir standen.
So fuhren wir den Schotterweg wieder zurück und anschließend den Radweg ein Stück weiter. Am Parkplatz von den Toten Dünen drehten wir um. Noch weiterzufahren wäre dann doch etwas viel geworden. Dafür kamen wir dann doch noch an die Ostsee, indem wir ein Stück eine Fahrstraße entlang radelten, die vor zum Strand führte. Wir fanden einen Zugang zum Strand, der für Rollstühle geeignet war, so konnten wir bis ganz nach vorne auf die Düne fahren. Und fanden mal wieder endlos, weißen Sandstrand vor. Hätten bis nach Russland dem Strand entlang wandern können ;-)
Nun traten wir endgültig den Rückweg an. In Preila legten wir noch eine Kaffeepause in dem Uferlokal ein, an dem wir vormittags vorbeigeradelt waren. Wir aßen Apfelkuchen mit Vanilleeis und tranken einen Kaffee dazu.
Frisch gestärkt und etwas ausgeruht nahmen wir dann das letzte Stück bis zum Campingplatz in Angriff. Um 16 Uhr waren wir wieder an der Berta und der Himmel machte sich zunehmend zu. Wir saßen noch etwas vor der Berta, dann duschten wir und machten Abendessen. Inzwischen war der Himmel schwarz geworden und um 19:30 Uhr fing es zu regnen an – zuerst noch leicht, dann immer heftiger bis es schüttete wie aus Kübeln. Wie gut, jetzt wohlbehalten im Trockenen zu sitzen!




















