Berta-Baltikum26-Tag7


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Samstag, 06.06.2026 – Pape Naturreservat, Palanga

Vom Camping Pukarags bis Palanga, 87 km. Spaziergang im Pape Park 2 km. Abend-Radtour in Palanga 9 km

Wetter: Regen, bewölkt, sonnig – 18 Grad

Es hatte tatsächlich die ganze Nacht durchgeregnet bis 10 Uhr am Vormittag, danach blieb es bewölkt bis 13:00 Uhr. Dann kam die Sonne heraus und diese blieb uns treu bis zum Abend.

Da wir gestern bereits am Strand gewesen waren, verbrachten wir den heutigen Vormittag in der Berta mit Lesen, Hörbuch anhören und PC-Arbeiten. Das Chillen tat uns gut. Xenia kochte auf Mittag Bratkartoffeln mit Spiegeleiern und Speck, dazu gab es Eisbergsalat mit Radieschen.

Um 13 Uhr packten wir zusammen, die Berta bekam noch frisches Wasser, dann verließen wir den Campingplatz und fuhren auf die andere Seite des Pape-Sees zum Startpunkt einer geführten Tour durch den Naturpark. Die Fahrt dorthin verlief streckenweise auf einer sehr kleinen Schotterstraße, wo es gut war, dass uns keiner entgegenkam.

Am Parkeingang stand ein Kassenhäuschen, wo wir 8 Euro für die Führung bezahlen mussten. Wir waren die einzigen Gäste und bekamen daher eine Privatführung vom Ranger Jan, der ein paar Jahre in den Niederlanden gearbeitet hatte und ziemlich gut Deutsch sprechen konnte. Er führte uns zu den wilden Pferden und Auerochsen, die hier nach der Wende angesiedelt wurden, da die Rassen fast ausgestorben waren. Wir konnten ziemlich dicht an die Tiere herangehen und Jan erklärte uns, wie sich die Familien zusammensetzten und wie sie das Ökosystem des Parks verändert hatten. Insbesondere die Auerochsen hatten dafür gesorgt, dass der See wieder zugänglich wurde, indem sie das Schilf und die Büsche am See abweideten.

Nach den Weidewiesen machten wir noch einen Abstecher zum See, bevor wir wieder zum Ausgangspunkt zurückkehrten. Insgesamt dauerte die Tour fast 2 Stunden – und das für 2 Kilometer, die wir an Strecke zurücklegten.

Nach einer Kaffeepause in der Berta ging es weiter nach Palanga. Unterwegs überquerten wir die lettisch-litauische Grenze, von der wir aber außer ein paar Schildern, Fahnen und einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 km/h nichts bemerkten.

Der Parkplatz in der Nähe des botanischen Gartens und Bernsteinmuseums, den Xenia ausgesucht hatte, war belegt. So mussten wir weiterfahren und fanden 1,5 km weiter eine Parkmöglichkeit an der Straße, wo keine Parkautomaten mehr standen. Dort stellten wir die Berta ab. Da die Strecke in die Stadt hinein und zur Seebrücke etwas weit zum Gehen gewesen wäre, packte Udo die Räder aus, und wir starteten mit ihnen um 18 Uhr in die Innenstadt.

Dort fand heute ein Stadtfest statt mit Volksmusik auf einer Bühne, einem großen Straßenmarkt und allerhand Fressbuden vor der Seebrücke. Natürlich war entsprechend viel los und so haben wir die Räder durch den Markt geschoben. Die angebotene Ware war überwiegend Handarbeit bzw. Handwerkskunst. Die Preise waren vergleichbar mit unseren in Deutschland, ebenso wie die Kleidung der Passanten.

Vor der Seebrücke ketteten wir unsere Räder zusammen und gingen zu Fuß zum Strand und auf die Seebrücke, die gar keine Brücke sondern eher ein Anleger ist. An einem Ständchen kauften wir uns ein paar gebackene Käsesticks mit Knoblauchsoße und verzehrten diese unterwegs. Auf der Brücke war ganz schön viel los, wir wunderten uns, weil es bis zum Sonnenuntergang noch fast 3 Stunden waren. Wie wir später feststellten, warteten die Menschen auf eine Flugshow mit 4 Düsenflugzeugen in Formation.

Wieder zurück an der Berta wollte Udo einen besseren Nachtplatz für uns finden als direkt an der Straße. Die Idee war gut, aber die Durchführung gestaltete sich sehr schwierig. Wir irrten über eine Stunde in der Gegend herum, bis wir aufgaben und wieder zum Straßenparkplatz zurückfuhren. Von dort aus ist zumindest das Bernsteinmuseum durch den Park fußläufig zu erreichen, was für den nächsten Tag auf dem Programm stand. Jetzt hofften wir halt, dass der Verkehr in der Nacht nachlässt bzw. wir trotzdem schlafen können.


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