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Freitag, 31.07.2026 – Grutas-See, Radtour: Holz-Skulpturenpark Česnulis, Druskininkai
Vom Kastinio-See zum Grutas-See – 42 km
Wetter: sonnig, 32 Grad
Heute war unser erster Hochsommertag im Baltikum mit Sonne pur und 32 Grad.
Am Morgen waren die Temperaturen mit 24 Grad noch sehr angenehm. Eigentlich hatten wir vor, von unserem Übernachtungsplatz aus eine Radtour zu machen, entschieden uns dann aber anders. Grund dafür war nicht die Temperatur, sondern der sandige Untergrund, der hier abseits der asphaltierten Straßen vorherrscht. Wir hatten das schon gesehen und Xenia hatte am Abend zuvor recherchiert, dass die von ihr geplante Radtour immer wieder über Sandwege führte. Der ganze Nationalpark Dzukija liegt auf einer Sanddüne. Das hatten wir nicht gewusst, und die Aussicht, bei der angekündigten Hitze immer wieder durch den Sand schieben zu müssen, war insbesondere für Xenia alles andere als verlockend. So entschieden wir uns zur Weiterfahrt.
Zuerst fuhren wir beim Besucherzentrum des Nationalparks in Marcinkonys vorbei. Vielleicht konnte man uns dort beraten, was geht und was nicht geht. Als wir ankamen, hatte das Haus geöffnet, aber es war kein Mensch da. Wir schauten kurz in die Ausstellung, verließen das Zentrum dann aber schnell wieder. Den Trinkwasserbrunnen beim Parkplatz nutzten wir nicht, da der Wassertank noch halb voll war. Dafür fuhr Udo ein bisschen Motorrad ...
Als Ziel hatten wir einen Picknickplatz am Grutas-See ausgesucht. Wir hofften, noch einen Platz zu bekommen, wenn wir vor Mittag dort wären. Bei dem Wetter und am Wochenende sind solche Orte von Einheimischen sehr frequentiert. Doch wir hatten Glück. Udo konnte die Berta auf einem schattigen Plätzchen parken, wo wir sogar Tisch und Stühle herausstellen konnten. Dort machten wir uns zuerst einmal ein Mittagsvesper. Danach ging Udo eine Runde schwimmen. Xenia hingegen wollte das bis nach der Radtour aufheben.
Während der Fahrt und nach dem Essen hatten wir herausgefunden, dass es ein paar Kilometer von Grutas entfernt einen Holzskulpturenpark des Holzschnitzers Antanas Česnulis gab. Die Bilder und Beschreibungen hatten uns gut gefallen, sodass wir eine „Skulpturenpark-Radtour“ zu diesem Park und zum Grutas-Park planten, der nicht weit entfernt war. Insgesamt hatte diese Tour 19 Kilometer und laut Karte sah es so aus, als würden wir sie gut mit dem Rad bewältigen können. Radfahren geht bei Hitze viel besser als Laufen.
Auch hier ist Sand ein Thema, aber es wurde von Grutas bis Druskininkai ein schöner geteerter Radweg durch den Wald gebaut. Diesen konnten wir ein gutes Stück nehmen, und der Rest bis zum Holzskulpturenpark waren Schotterstraßen oder Landstraßen. So kamen wir gut an unserem Ziel an. Was wir dort zu sehen bekamen, hat uns beeindruckt, und wieder einmal waren wir allein im Park.
Der Park zeigt das Lebenswerk von Antanas Česnulis, einem der besten Holzschnitzer der Region. Wie wir feststellten, sind wir seinen Werken auf unserer Baltikumreise immer wieder begegnet: Zum ersten Mal auf der Kurischen Nehrung auf dem Hexenberg in Juodkrante und zum letzten Mal gestern am Kastinio-See. Die Holzskulpturen, die wir heute auf seinem Ausstellungsgelände gesehen haben, stellen Charaktere aus litauischen Volksmärchen, Theaterstücken und der Geschichte dar. Es waren auch einige biblische Szenen nachgestellt, zum Beispiel das Abendmahl, die Geburt Jesu oder der leidende Jesus.
Am Beginn des Parks sahen wir eine vom Künstler selbst gebaute, vierstöckige Windmühle, die im Inneren weitere Exponate beherbergte.
Besonders beeindruckend war auch die meterhohe „Mauer der Schmerzensmänner” (eine nachdenkliche Jesusfigur) direkt am Bach Ratnyčėle. Hier haben verschiedene Künstler Litauens immer das selbe Motiv dargestellt.
Im weiteren Parkverlauf waren einige der Holzinstallationen interaktiv – sie bewegten sich oder spielten traditionelle Musik ab, sobald man sich ihnen näherte.
Es war eine beeindruckende Ausstellung litauischer Holzkunst, in die sich auch ein paar Figuren aus Metall eingeschlichen hatten.
Der Künstler hatte auch seine Holz- und Schmiedewerkstatt direkt auf dem Gelände.
Es gab religiöse Motive.
Oder auch patriotische Motive und Bilder, wo seine Kunstwerke überall stehen. Erinnert ihr euch an das Schaukelpferd, unten links auf dem Bild, auf das Xenia in einem Video auf der kurischen Nehrung gestiegen ist. Oder an die Bank, auf der Udo mal saß?
Als wir unseren Rundgang beendet hatten, entschieden wir, nicht zurück zum Grutas-Park sondern weiter in die Stadt Druskininkai zu fahren. Vielleicht würde es ja dort ein leckeres Eis geben?
Um nicht so viel Straße zu fahren, wählten wir einen Weg am Flüsschen Ratnyčėlė, das in Druskininai in die Memel fließt. Dass dieser Weg nur ein schmaler Wanderpfad war, merkten wir erst, als wir ihn fuhren. Aber da er nicht sandig war, ging es ganz gut und wir kamen aus dem Süden in die Stadt.
Vorbei am Vijūnėlė-Park kamen wir zum wunderschön gelegenen Druskonis-See, dem Wahrzeichen der Kurstadt. Am Nordufer war heute ein Oldtimertreffen mit besonderen US-Autos, die dort in Reih und Glied standen und von den Passanten bewundert und fotografiert werden konnten.
Vorbei an der Orthodoxen Kirche, der Seilbahn und dem Aquapark ...
... kamen wir zum Musikbrunnen, dessen Springbrunnen nach Musik tanzte. Abends wird er beleuchtet, aber jetzt am Nachmittag war das leider nicht der Fall.
Auf der Fußgängerzone, an der gerade gebaut wurde, kamen wir an einem Eisstand vorbei. Wir kauften uns zwei Kugeln im Becher und durften das Eis auf der Terrasse des Restaurants verspeisen. Es war aber leider nicht so gut und hatte viele Eiskristalle.
Nun ging es wieder zurück an den Grutas-See, vorbai an einem umgedrehten Haus, auf dem schönen Radweg durch den Wald, den wir jetzt auf ganzer Länge fahren konnten.
Um 17 Uhr waren wir wieder am See, setzten uns mit einem kalten Getränk vor die Berta und erholten uns ein bisschen. Die 32 Grad waren schon ganz schön warm! Da tat die Erfrischung im See doppelt gut, die wir uns jetzt gönnten. Das Wasser war nicht ganz klar, aber viel besser als das vom Kastoria-See und wir wurden den Schweiß, der an uns klebte, wieder los.
Zum Abendessen gab es kleine Tortellini in Paprika-Tomatensoße. Salat hatten wir keinen mehr. Bis die Mücken kamen, saßen wir noch vor der Berta.




































