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Mittwoch, 29.07.2026 – Kaunas, Kaunas Lagune (Pakalniskiai Burgberg und Ziegzdriai Felswand), Prienai
Von Kaunas bis Prienai – 61 km
Wetter: bewölkt, 22 Grad
Unser Übernachtungsplatz war für die Stadtbesichtigung prima, um sich dort aufzuhalten allerdings nicht so toll. Bis 22:30 Uhr war es am gestrigen Abend sehr laut gewesen. Es schien, dass die Straße zu einer Motorroller-Rennstrecke gehörte. Immer wieder düsten Motorroller in hoher Geschwindigkeit und mit lauten Motoren an uns vorbei. Am Morgen begann der Lärm dann ab 7:30 Uhr auf der anderen Seite, als der Rasen des Parks mit einer Motorsense gemäht wurde. Zwischen 22:30 Uhr und 7:30 Uhr war es aber zum Glück ruhig, sodass wir trotzdem gut geschlafen haben.
Um 9:30 Uhr starteten wir in die Stadt. Zuerst gingen wir zur Bergstation der Standseilbahn und hatten von dort aus einen schönen Blick über die Altstadt.
Dann ging es über viele Stufen neben der Standseilbahn den Berg hinunter. Die Fahrt mit der Seilbahn sparten wir uns, es war nicht weit bis unten. Über die Memelbrücke kamen wir in die Altstadt.
Auf dem Weg zum Rathausplatz kamen wir am Perkunas-Haus vorbei. Das schöne spätgotische Haus aus roten Backsteinen steht recht unscheinbar in einer kleinen Gasse. Es wurde in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts von Kaufleuten der Hanse erbaut und diente bis 1532 als deren Handelskontor und Warenlager. Seinen heutigen Namen erhielt das Gebäude im 19. Jahrhundert, als bei Renovierungsarbeiten eine Statue in der Wand entdeckt wurde und man glaubte, darin den heidnischen baltischen Donnergott Perkūnas zu erkennen.
Weiter ging es zum schönen Rathausplatz. In der Mitte befinden sich das prächtige historische Rathaus aus dem 16. Jahrhundert und in den Boden integrierte Wasserspiele. Das Rathaus verdankt seinen Spitznamen „Weißer Schwan“ dem eleganten, 53 Meter hohen weißen Turm. Der Platz ist gesäumt von gut erhaltenen, zwei- bis dreistöckigen Gebäuden aus dem 15. und 16. Jahrhundert, in denen heute Cafés, Bars und Restaurants untergebracht sind. An der Südseite des Platzes ragen die wuchtigen Zwillingstürme der barocken Jesuitenkirche St. Franziskus Xaverius empor. An der nordöstlichen Ecke des Platzes befindet sich die beeindruckende, gotische Backsteinkathedrale St.-Peter-und-Paul, die wir uns später noch genauer anschauten.
Zuerst setzten wir unseren Weg durch die Altstadt fort und marschierten zur Burg von Kaunas. Auch sie ist ein Backsteingebäude und erinnerte uns sehr ans Schloss Trakai. Sie liegt auf einer kleinen Halbinsel am Zusammenfluss der beiden größten litauischen Flüsse Memel und Neris. Die steinerne Festung wurde im 14. Jahrhundert errichtet, um die Stadt und das Landesinnere vor den Angriffen des Deutschen Ordens zu schützen. Heute befindet sich in den noch erhaltenen Überresten das Stadtmuseum, das wir aber nicht besichtigten.
Wir wollten lieber ins moderne Kaunas und kamen wieder über den Rathausplatz in die Vilniaus-Straße, den ersten Teil der 2,5 Kilometer langen Fußgängerzone. Am Anfang steht die schöne St.-Peter-und-Paul-Kathedrale, die wir jetzt auch von innen besichtigten. Während das Äußere aus massivem, rotem Backstein die strenge Gotik und Renaissance widerspiegelt, ist das Innere nach Umbauten im 18. Jahrhundert vom prachtvollen Spätbarock geprägt. Wir waren wirklich beeindruckt! Der barocke Hochaltar aus dem Jahr 1755 zeigt eine Kreuzigungsgruppe und wird von Skulpturen der Apostel flankiert.
Die ganze Fußgängerzone war zu viel für Udos Fuß, so drehten wir nach der Hälfte um und kehrten noch in einem usbekischen Restaurant ein, wo wir um 11:30 Uhr ein Mittagstisch-Menue verzehrten: eine Suppe mit Gemüse und kleinen Fleischbällchen als Vorspeise, zum Hauptgericht Lammhackbraten mit Pommes und Salatgarnitur. Einen Nachtisch gab es auch noch, allerdings nicht in diesem Restaurant sondern aus der Eisdiele von nebenan. Das Eis war genial!
Kaunas ist eigentlich dafür bekannt, dass es viele großflächige Streetartkunstwerke gibt. Wir haben leider nur drei gefunden.
Um 12:45 Uhr waren wir wieder zurück an der Berta. Wir hätten das Funikular den Berg hinauf genommen, aber das hatte bis 13 Uhr Mittagspause und so lange wollten wir nicht warten. So gingen wir die Treppenstufen wieder hinauf, was auch kein Problem war.
In der Berta gab es eine ausgiebige Mittagspause. Um 14:30 Uhr verließen wir Kaunas und fuhren weiter zur Kaunas Lagune. Sie ist der größte künstliche Stausee Litauens und entstand im Jahr 1959, als die Memel für ein Wasserkraftwerk aufgestaut wurde. Unser ursprünglicher Plan wäre gewesen, hier eine Seeufer-Streckenwanderung zu machen, also eine Strecke mit dem Bus zu fahren und dann am Seeufer von der Steilwand bei Zegzdria bis zum Pakalniskiai Burgberg zurückzuwandern. Um Udos Fuß zu schonen, verzichteten wir aber auf den 9 Kilometer langen Wanderweg und fuhren nur den Start- und den Zielplatz der Wanderung an. Auf dem Weg lag ein Lidl, bei dem wir einen Zwischenstopp einlegten und so viel einkauften, dass es für die nächsten Tage reichen müsste.
Zuerst kamen wir zum Pakalniskiai Burgberg. Der Hügel stand ursprünglich unweit des Dorfes Pakalniškiai. Als 1959 das Wasserkraftwerk Kaunas gebaut und die Memel aufgestaut wurde, versank das gesamte Dorf im neuen Stausee. Nur der 27 Meter hohe Burgberg blieb direkt am neuen Ufer als Aussichtspunkt erhalten. Die Aussicht wäre bei schönem Wetter sicher noch schöner gewesen, aber immerhin konnten wir den Stausee bis zum gegenüberliegenden Kloster Pažaislis überblicken. Wir drehten eine kleine Runde am See entlang und durchs Gelände.
Dann fuhren wir weiter nach Ziegzdriai zum Startpunkt der Wanderung. Dort gingen wir den Bohlenweg an der Felswand ein kleines Stück entlang und kehrten durch den Wald wieder zurück zur Berta.
Es war 17 Uhr und der Waldparkplatz nicht besonders einladend. So beschlossen wir, noch ein Stück gen Süden zu fahren. Udo suchte einen Parkplatz an der Memel in Prienai aus, den wir um 17:45 Uhr erreichten. Er war wirklich direkt am Fluss in der Nähe eines Parks.
Xenia sortierte zuerst noch die Lebensmittel, dann gab es Abendessen und zum Tagesabschluss einen halbstündigen Spaziergang zum kleinen Stadtsee von Pienai. Dorthin führte ein sehr schöner Bohlenweg entlang eines kleinen Flüsschens. Überall war die Videoüberwachung vorhanden.
































