Berta-Baltikum26-Tag59


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Dienstag, 28.07.2026 – Litauisches ethnographisches Freilichtmuseum in Rumsiskes, Fahrt nach Kaunas

Vom Galve-See bis Kaunas – 96 km

Wetter: vormittags noch ein Regenschauer, dann heiter bis wolkig und windig – max. 19 Grad

Nach dem Aufstehen regnete es noch ein bisschen, hörte dann aber auf, während wir frühstückten. Die Sonne begleitete uns den Rest des Tages, es blieb aber windig und ziemlich kühl.

Bevor wir weiterfuhren, gingen wir noch einmal vor an den See, um uns von ihm zu verabschieden. Es folgten einige Telefonate mit Eva und der Mercedes-Werkstatt wegen unserem Bobby. Der Versuch von Eva, die 12-Volt-Batterie wieder zu laden, war leider nicht von Erfolg gekrönt gewesen.

Heute stand das litauische Freilichtmuseum in Rumsiskes auf dem Programm, das Pendant zum estnischen Freilichtmuseum Rocca al Mare.

Um 11 Uhr waren wir dort und machten uns ein zweites Frühstück, bevor wir hineingingen. Auch dieses Freilichtmuseum ist sehr weitläufig und wir schafften es diesmal nicht, alles besichtigen. Es ist aber auch mit einer Fläche von 195 Hektar und über 90.000 Exponaten eines der größten Freilichtmuseen Europas.

Im Zentrum des Parks befindet sich die Nachbildung einer typisch litauischen Kleinstadt mit Marktplatz, einer hölzernen Kirche, Gasthaus, Töpferei, einer alten Weberei und einer historischen Post. Darum herum befinden sich mehr als 140 historische Gebäude, die an ihren Originalstandorten abgetragen und hier originalgetreu wieder aufgebaut wurden. Sie bilden fünf historische Regionen Litauens ab:

• Aukštaitija (Oberlitauen): Geprägt von charakteristischen Streifendörfern und großen Gehöften. • Žemaitija (Samogitien): Zeigt wuchtige, strohgedeckte Holzhäuser aus dem Westen des Landes. • Dzūkija (Südlitauen): Präsentiert ärmlichere, aber charmante Waldarbeiter- und Fischergehöfte. • Suvalkija (Südwestlitauen): Steht für wohlhabende, geordnete Höfe mit großen Gärten. • Kleinlitauen (Mažoji Lietuva): Zeigt den preußisch beeinflussten Baustil des ehemaligen Memellandes

Als Miniatur-Ausgabe des Landes zeigt dieses Freilichtmuseum die Architektur, das Handwerk und das historische Dorfleben Litauens vom späten 18. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts.

Wir begannen unseren Rundgang mit der Kleinstadt um den Marktplatz und durchstreiften anschließend die verschiedenen Regionen darum herum. Aukstaitija haben wir nicht mehr geschafft, die anderen Regionen haben wir mehr oder weniger intensiv angeschaut.

Wir begannen mit einer achteckigen Holzkirche, die hier restauriert und wieder aufgebaut wurde. Sie ist geweiht, es finden Gottesdienste zu besonderen Anlässen statt.

Im Schulhaus gab es das alte Klassenzimmer und die Wohnung des Lehrers.

Es gab einen Kolonialwarenladen und einen Tuchladen. Überall war Persil-Werbung zu sehen.

Eine Schneiderwerkstatt und ein Friseur

Ein Fotoatelier mit zugehörigen Kulissen

Ein Bäcker mit seinem Verkaufshäusle und eine Kutschenausstellung

Die Gehöfte waren liebevoll und schön hergerichtet. In die meisten Gebäude konnte man hineingehen und sich einen Eindruck davon verschaffen, wie die Menschen damals gelebt und welche Werkzeuge und Arbeitsmittel sie gehabt hatten. Zwischen den Regionen gab es verschiedene Rastplätze, Spielplätze und Windmühlen.

Ein Bauernhaus mit Holzschuhwerkstatt. Links lebte der Holzschuhmacher, rechts der Bauer mit fünf Kindern.

Die meisten Gehöfte hatten schöne Vorgärten und einen schönen Rasen. Hier ein Bauernhaus mit Töpferwerkstatt.

Auf den größeren Höfen waren die Räume größer, die grundsätzliche Aufteilung blieb dieselbe.

Zu sehen waren auch einige Maschinen. Zum Beispiel gab es einen Göppel, der von Pferden oder Ochsen angetrieben wurde und in der Scheune dann verschiedene Maschinen antrieb, beispielsweise Dresch- oder Getreideputzmaschinen.

Eine Dampfmaschine, die eine Dreschmaschine antrieb oder über lange Drahtseile den Pflug durch den Acker zog.

Und natürlich ein Traktor (ein Fordson mit Stahlrädern) oder ein stationärer Motor, die dann die Dampfmaschinen ablösten.

In einer Hütte sahen wir eine Sammlung von Masken, wie sie zu den Festen genutzt wurden. Der Träger fertigte diese im Geheimen an, weil er nicht damit erkannt werden wollte.

Wir waren gute vier Stunden auf dem Gelände unterwegs und kehrten zum Abschluss im Gasthaus am Marktplatz ein. Udo aß eine kalte, rote Gurkensuppe. Xenia genügte es, ein paar Löffel davon zu probieren.

Ziemlich müde kamen wir wieder auf dem Parkplatz an. Udo fuhr die Berta auf einen Schattenparkplatz und wir ruhten uns ein bisschen aus, bevor wir weiter nach Kaunas fuhren. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem Maxima vorbei, den wir für einen Einkauf nutzten.

Um 18:30 Uhr kamen wir in Kaunas auf dem Parkplatz an, den wir uns ausgesucht hatten. Er war nicht weit von der Altstadt entfernt, aber auf der anderen Seite der Memel, in der Nähe der Bergstation der Standseilbahn. Es war der erste Parkplatz außerhalb der kostenpflichtigen Zone und laut Park4night sollte die Altstadt von hier aus in 10 Minuten zu Fuß erreichbar sein. Ob das stimmt, wollten wir am nächsten Tag ausprobieren.

Heute gab es noch ein paar Spaghetti zum Abendessen und ein Telefonat mit unseren Lieben zuhause. Eva konnte berichten, dass der Smart nach vergeblichem Reparaturversuch vor Ort und einem Werkstattbesuch in Laichingen wieder intakt und fahrbereit in der Garage stand. Die 12-Volt-Batterie hatte sich tiefenentladen und musste getauscht werden.


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