Berta-Baltikum26-Tag57


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Sonntag, 26.07.2026 – Wasserschloss Trakai und Trakai Nationalpark

Von Traku Voke nach Trakai – 16 km, Radtour 38 km

Wetter: sonnig, 26 Grad

Heute stand Trakai mit seinem Wasserschloss und den Seen auf dem Programm. Bevor wir dorthin aufbrachen, schauten wir uns noch ein bisschen die Gegend an. Es waren nur wenige Minuten bis zum Herrenhaus Traku Voke und dem darum liegenden Landschaftspark, auf dessen Grundstück wir genächtigt hatten. Springbrunnen lieben sie schon, die Balten!

In Trakai fuhren wir nach langer Zeit wieder einmal auf einen ausgewiesenen Wohnmobilstellplatz. Er befand sich auf einem Privatgrundstück, ganz in der Nähe des Wasserschlosses. Es war nicht mehr als ein Parkplatz, aber eben mit Versorgung: Wasser, Toilettenentleerung und vor allem Strom waren vorhanden. Heute wollten wir noch eine Radtour machen und da konnten wir den Strom gut gebrauchen, um unsere Fahrradakkus wieder aufzuladen.

Um 10:45 Uhr kamen wir auf dem Platz an und waren heute die Ersten. Das sollte sich aber noch ändern! Der Besitzer wies uns einen Platz an, kassierte 22 Euro, zeigte uns die Versorgung und ging wieder.

Udo machte die Räder startklar. Zuerst fuhren wir damit die 600 Meter zum Wasserschloss und waren überrascht über den Trubel, der dort herrschte. So viele Menschen waren wir gar nicht mehr gewohnt! Vor der Insel mussten wir die Räder stehen lassen und zu Fuß über die Holzbrücke weitergehen.

Es war ein herrlicher, sonniger Sonntag und außerdem der letzte Sonntag im Monat, was bedeutete, dass das Museum umsonst für alle geöffnet hatte. Wir wollten sowieso nicht so viel Zeit in der Schlossburg verbringen, so gingen wir zügig durch die Räume. Man konnte sich sowieso nicht in Ruhe umschauen, zu viele Menschen waren da. Das war das erste Mal im Baltikum, dass wir vor der Masse der Menschen fliehen wollten.

Als wir die Schlossburg wieder verließen, kamen wir fast nicht mehr zum Tor hinaus. Die Leute drängten sich am Eingang. Es hätte also durchaus noch schlimmer kommen können, als wir es erlebt hatten.

Um 12:30 Uhr waren wir wieder an der Berta und staunten nicht schlecht: der ganze Platz war zugeparkt mit Autos. An der Einfahrt saß die Frau des Besitzers und kassierte. Diese Leute machen ein gutes Geschäft mit ihrem Grundstück!

Für uns gab es erst einmal Mittagessen: Currywurst mit einem Wecken, Salat und einem süßen Stückle zum Nachtisch.

Nach dem Essen starteten wir zur Radtour, auf der wir den Akmena-See und den Galves-See umrunden wollten. Xenia dachte eigentlich, dass wir wieder in die Einsamkeit kämen, sobald wir Trakai hinter uns gelassen hätten. Aber weit gefehlt! Überall dort, wo es Badestellen gab (und das waren einige auf der Tour!), waren viele Autos und viele Menschen. Nichts los war nur an den Stellen, die man nicht mit dem PKW anfahren konnte. Hier waren dafür die Wege so, dass sie Udo gefielen ... für Xenia war es Fahrschule auf Steinen, Schotter und Sand. Ein paarmal musste sie schieben, sonst schlug sie sich tapfer. Dafür kamen wir durch die Natur abseits von den Autostraßen. Diese ließen sich nicht immer vermeiden, und wenn es keinen Radweg gab, fuhren die Autos ziemlich schnell und dicht an uns vorbei. So waren wir doch immer wieder froh, wenn wir diese Straßen verlassen und wieder auf kleinen Wegen radeln konnten.

Als wir den Akmena-See fast umrundet hatten, kamen wir an eine Stelle am See, wo gerade gebaut wurde. Ein paar hundert Meter weiter war ein voller Badestrand, hier jedoch waren wir ganz allein und nutzten die Gelegenheit für eine Runde Schwimmen im See. Das Wasser war ganz klar und sehr erfrischend nach dem schweißtreibenden Radeln.

Am Galves-Sees waren die Badestellen ebenfalls gut besucht. Bei seiner Umrundung mussten wir streckenweise etwas weiter ins Land hinein radeln, da es keinen Weg direkt am See gab. Dafür gab es schöne Anwesen zu sehen, immer mit gemähtem Rasen und oft in idyllischer Lage, direkt an einem See.

Die meisten Leute gab es aber zweifellos in Trakai. Nachdem wir dort wieder angekommen waren, setzten wir uns in den Außenbereich eines Cafés mit See- und Schlossblick und gönnten uns einen Erdbeerkuchen mit einem Cappuccino. Eisdielen wie bei uns oder Eisbecher kennt man hier nicht. Auch wenn viel los war, war der Blick doch viel schöner als auf unserem Parkplatz, und der Kuchen war sehr gut.

Wieder an der Berta angekommen, luden wir die Räder, trockneten unsere Badeklamotten und Handtücher am Wäscheständer, duschten und machten uns noch ein Abendvesper. Die PKWs verließen nacheinander den Platz, dafür kamen einige neue Wohnmobile an.


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