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Mittwoch, 22.07.2026 – Aukstaitijos Nationalpark
Im Nationalpark – 37 km; Wanderung 7,2 km, Abendspaziergang 2,5 km
Wetter: bewölkt, später Auflockerungen und kurze Sprühschauer – 17 Grad
Der vorhergesagte Regen um 7 Uhr blieb aus. Das machte Mut!
Da wir sehr eingekeilt zwischen zwei anderen Wohnmobilen standen, machte Udo den Vorschlag, auf unseren alten Parkplatz zurückzufahren und dort zu frühstücken. Das wäre ein guter Plan gewesen, wenn dort nicht gerade Gartenarbeiter ihre Rasentrimmer von einem Lastwagen abgeladen hätten und kurz darauf anfingen, begleitet von einem mords Lärm von gleichzeitig 3 Motorsensen, das Gras in unserer Nachbarschaft zu mähen. So packten wir wieder zusammen und fuhren ein paar hundert Meter weiter auf den Parkplatz des Besucherzentrums. Dort gab es dann endlich Frühstück.
Da wir nun einmal direkt davor standen, gingen wir um 9:15 ins Besucherzentrum. Eine freundliche Dame kam uns entgegen und meinte bedauernd, dass sie Stromausfall hätten und daher auch keine Beleuchtung im Ausstellungsraum. Wir könnten uns trotzdem umschauen, wenn wir das wollten. Das taten wir, zumindest im vorderen Bereich, der noch Fenster hatte.
Wir kamen mit ein paar Sachsen ins Gespräch, die kurz nach uns kamen. Wir hatten uns noch nicht lange unterhalten, da erschien eine weitere sehr freundliche Angestellte und bat uns, unsere Unterhaltung nach draußen zu verlegen. Sie müssten leider schließen. Bevor wir gingen, bekamen wir von ihr noch einen Plan vom Park mit eingezeichneten Zeltplätzen und die Auskunft, dass wir auf jedem offiziellen Parkplatz übernachten dürften, sofern wir nicht campen. Das ginge auch, aber nur auf den Zelt- oder Campingplätzen. Das war uns natürlich eine sehr nützliche und entspannende Info. Außerdem informierte sie uns darüber, dass am kommenden Tag im Besucherzentrum des Nachbarparks Labanoras ein Musikertreffen mit traditionellen Musikinstrumenten stattfinden würde. Das interessierte uns!
Doch zunächst mussten wir entscheiden, was wir mit dem heutigen Tag und dem sehr wechselhaft vorhergesagten Wetter anfangen wollten. Sehr gerne hätten wir eine Radtour gemacht, aber das war uns doch zu riskant. Die Gefahr, in einen Regenguss zu kommen, war uns zu groß. So beschlossen wir, den ersten Teil der geplanten Tour mit dem Auto zu fahren, drei Highlights auf einer Wanderung abzulaufen und das vierte Highlight, einen Aussichtsturm, wieder mit der Berta anzufahren.
Das war eine gute Entscheidung. Wider Erwarten erreichten wir den Parkplatz zum Start der Wanderung auf einer asphaltierten Straße. Ausgerüstet mit Regencapes und Schirmen, die wir zum Glück brauchten, ging es los.
Die Wanderung startete gleich mit Treppen hinauf auf den Burghügel Ginuciai. Dort stand vom 11. bis zum 15. Jahrhundert die anfangs hölzerne Burg Linkmenai. Von ihr ist allerdings nichts mehr übrig. Was blieb ist ein schöner Blick von einer Aussichtsterrasse auf die umliegenden Seen Linkmenas und Asalnai.
Weiter ging der Pfad auf dem Bergrücken zum Aussichtspunkts Ladakalnis, einer historische Opferstätte, von der aus wir einen Panoramablick über die schöne Natur des Nationalparks und sechs seiner Seen hatten.
Unser Wanderziel war das ethnographische Dorf Salos II. Es gilt als architektonisches Denkmal, da es die historische Struktur und die Holzbauweise eines traditionellen „haufenförmigen“ Dorfes aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert bewahrte.
Nach dem Rundblick vom Ladakalnis machten wir uns auf den Weg dorthin. Wir waren so in ein Gespräch vertieft, dass wir an einer Wegabzweigung vorbeigingen, die wir eigentlich hätten nehmen sollen. Bis wir es merkten, waren wir schon 600 Meter weitergegangen, die wir wieder zurück mussten.
In Salos angekommen, schlenderten wir ein bisschen durch die wenigen Häuser und setzten uns dann auf eine schöne Bank auf einem Holzsteg am See. Das Dorf soll teilweise noch bewohnt sein. Wir haben niemanden gesehen, aber ein Hund hat gebellt, als wir auf der Bank am See saßen. Dort gab es ein paar Tuc-Kekse und zwei Schokoriegel, während wir wieder einmal das Sein übten.
Der Himmel begann sich aufzumachen, ab und zu kam die Sonne hervor, aber dann zogen auch wieder kurze Sprühschauer über uns hinweg. Sie waren immer nur kurz und so schwach, dass wir nicht einmal die Regenjacken anzogen. Aber sie begleiteten uns den ganzen Rückweg.
Zurück gingen wir nicht mehr über den Bergrücken und die Aussichtspunkte, sondern blieben auf einem kleinen Pfad unten am See. Das allerletzte Stück mussten wir auf der kaum befahrenen Landstraße marschieren.
Wir hatten gerade die Türe der Berta zugemacht, als es zu Prasseln anfing. Damit hatten wir nun wirklich nicht gerechnet, aber es zog ein kurzer, aber heftiger Schauer über uns hinweg. Er dauerte keine 10 Minuten, aber eine Frau, die in der Nähe der Straße Himbeeren gesammelt hatte, kam tropfnass zu ihrem Auto zurück.
Nun fuhren wir weiter zum Šiliniškių Aussichtsturm (Bičiulių apžvalgos bokštas). Auf dem Weg dorthin startete Udo einen Versuch, einen kleinen Zeltplatz an einem See anzufahren. Er musste das Unterfangen allerdings abbrechen, als der Waldweg dorthin nicht nur sehr schmal, sondern auch noch sandig wurde. Zudem ging es leicht bergab. Wir waren froh, als wir aus dieser Gasse wieder heraus waren, ohne stecken- oder hängengeblieben zu sein.
Der Aussichtsturm ließ ich wieder gut anfahren. Beim Šiliniškių handelt es sich um einen 60 Meter hohen Telekommunikationsmasten. Auf einer Höhe von 30 Metern hat er eine frei zugängliche Aussichtsplattform, von der aus man eine wunderschöne Sicht übers Land und die Seen hat. So haben sich die 174 Stufen, die wir hinaufsteigen mussten, doch gelohnt.
Nun hatten wir alle Punkte für heute “abgearbeitet” und fuhren zurück nach Paluse zum Seeparkplatz. Es war jetzt 15 Uhr, der Himmel hatte sich zugezogen und Schauer überquerten das Land. Zudem windete es kräftig.
Wir machten erst einmal Essen (Grießbrei mit einer Honigmelone) und anschließend Pause in der Berta. Um 18 Uhr waren die Schauer vorbei und es kam tatsächlich noch einmal die Sonne heraus. Nach einem Abendvesper machten wir zum Tagesabschluss einen schönen Abendspaziergang vom Parkplatz aus am Seeufer entlang.


















