Berta-Baltikum26-Tag52


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Dienstag, 21.07.2026 – Daugavpils Zarenfestung, Zarasai, Lusiai-See bei Paluse (Aukstaitijos Nationalpark)

Von Daugavne bis Paluse – 113 km, Zarenfestungsrunde 3,5 km, Zarasairunde 4 km

Wetter: vormittags sonnig, dann zunehmend bewölkt und Regen, abends wieder Sonne – 18 Grad

Wir erwachten bei Sonnenschein. Heute wollten wir in Daugavne die Zarenfestung erkunden. Um Udos Fuß etwas zu schonen, gingen wir nicht direkt vom Parkplatz los, sondern fuhren mit der Berta zur Festung.

Eigentlich wollten wir auf einem Parkplatz außerhalb der Festung parken, da die Eingangstore nicht hoch genug für uns waren, um hindurchfahren zu können. Doch die ersten Parkplätze waren alle PKW-Plätze, dann fuhr Udo aus Versehen an einem Platz vorbei und so bogen wir ein Stück weiter notgedrungen zur Festung ab, weil wir inzwischen zu weit von ihr entfernt waren. Wie es der Zufall wollte, hätten wir keinen besseren Weg nehmen können, denn wir trafen genau auf den einen LKW-Zugang ins Festungsinnere, der ohne Tor war. So konnten wir hineinfahren und drinnen parken. Parkplätze gab es dort genug.

Die Festung hat uns stark an die Ulmer Festung erinnert. Erbaut wurde die über 150 Hektar große Anlage ab dem Jahr 1810 durch das russische Zarenreich, um die Westgrenze gegen die herannahende Armee Napoleons zu verteidigen. Heute ist sie teilweise wieder bewohnt. Wir sahen baufällige Gebäude und Ruinen neben restaurierten schönen Gebäuden. Die schönsten waren das Kommandantenhaus und das Arsenalgebäude, in dem heute das Rothko Museum untergebracht ist. Dieses haben wir aber nur von außen angeschaut, da uns die Bilder des in Daugavpils geborenen Malers Mark Rothko nicht so interessiert haben. Da fehlt uns einfach das Kunstverständnis.

3 Stadien der Renovierung: Urzustand, in Arbeit und fertig renoviert.

In einem Mini-Lädle, das stark an russischen Tante-Emma-Laden erinnerte, kauften wir uns zwei süße Stückle, ein Päckchen Nudeln und etwas Ähnliches wie Maultaschen.

Die süßen Stückle verzehrten wir nach der Besichtigungsrunde gleich am Ufer der Düna. Trotz Sonnenschein war es ziemlich frisch, aber sehr schön.

Nun ging unsere Fahrt weiter über die Grenze nach Zarasai. Wieder mussten wir einem baltischen Land Lebewohl sagen. Diesmal wurden wir an der litauischen Grenze angehalten und heraus gewunken. Eine litauische Polizeibeamtin warf einen Blick in die Berta und wünschte uns dann eine gute Reise. Papiere wollte sie keine sehen.

Zarasai empfing uns freundlich, die Sonne schien und wir parkten am Zarasas-See, direkt bei der Brücke zur kleinen Insel. Wir verzichteten auf einen Rundgang um die Insel, überquerten nur die Brücke zum kleinen Strand und den Wasseranlagen und hatten von dort einen sehr schönen Blick über den See mit seinem Springbrunnen.

Anschließend gingen wir am Zarasas-Ufer entlang bis zum Observation Circle und durch die Stadt wieder zurück zur Berta.

Kurz überlegten wir, ob wir noch baden gehen, denn neben unserem Parkplatz war direkt ein Einstieg in den See. Wir machten es dann doch nicht, da es uns etwas zu kalt dafür war. Der Himmel hatte sich inzwischen ziemlich bewölkt und es hatte nicht mehr als 16 Grad. Da zogen wir eine Mittagspause in der Berta vor.

Um 15 Uhr fuhren wir weiter nach Paluse im Nationalpark Aukstaitijos. Noch in Zarasai begann es zu regnen und der Regen begleitete uns bis Paluse. Dort stellten wir uns auf einen schönen Parkplatz direkt am See. Wir hatten Hunger und überbrückten die Zeit, bis der Regen aufhörte, mit Kochen und Essen. Es gab die lettischen Maultaschen, angebraten mit Ei, Paprika und Käse, dazu einen Rest Salat mit ein paar Tomaten und Gurken. Was wir tatsächlich gegessen hatten, konnten wir auch im Internet nicht recherchieren. Es hat aber gut geschmeckt – wie Maultaschenfüllung eingerollt in einen Pfannenkuchenteig.

Um 18 Uhr hörte der Regen auf, die Sonne kam wieder hervor und es wurde gleich wärmer. Xenia entschied sich für ein Bad im See, Udo kam ein paar Minuten später nach. Das Wasser war nicht sehr kalt, sauber und klar. Ein paar kleine Fische schwammen in Ufernähe und zwei Enten mit ihren Jungen gab es auch, die sich aber durch uns nicht stören ließen. Um auch die Haare noch waschen zu können, duschten wir nach dem Seebaden in der Berta. Waren wir beim Essen noch allein auf dem Platz gewesen, füllte er sich bei dem schönen Wetter zunehmend. Es war aber auch herrlich am See!

Um 19 Uhr verließen wir den schönen Parkplatz und fuhren 1,5 Kilometer weiter auf einen kleinen Zeltplatz, auf dem man übernachten darf. In den Nationalparks ist das immer ein bisschen kritisch. Auf dem Zeltplatz waren schon einige Wohnmobile und wir waren froh, noch einen Platz zwischen ihnen zu ergattern. Hier war es viel weniger schön als vorne am See, aber es ging schon für die Nacht, und es war vor allem erlaubt.


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