Berta-Baltikum26-Tag47


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Donnerstag, 16.07.2026 – Tartu: Haus auf dem Kopf, Uku-Höhle, Meenikunno Moorwanderung und Moorseebaden, Fahrt nach Piusa

Von Tartu bis Piusa – 106 km, Moorwanderung 7 km

Wetter: sonnig, 24 Grad

Es erwartete uns ein herrlicher Sommertag mit 24 Grad, einer leichten Brise und null Regenwahrscheinlichkeit – optimal!

Am Vormittag hatten wir es sehr entspannt, da wir nur zwei Minuten vom “Haus auf dem Kopf” Tagurpidi Maja geparkt hatten und das Haus erst um 10 Uhr öffnete. So blieb uns Zeit zum Reden, Planen, Aufräumen und Putzen.

5 Minuten nach 10 Uhr waren wir am Haus und heute nicht die Ersten! Es kam schon eine Familie wieder heraus. Das Haus selbst und alles, was sich drinnen befindet, steht auf dem Kopf – was zu lustigen und kuriosen Bildern führt, wenn man sie umdreht. Wir versuchten uns an verschiedenen Arrangements und hatten Spaß dabei.

Nun mussten wir Tartu wieder verlassen und fuhren von der Stadt in die Pampa ins Naturreservat Süvahavva. Unser Ziel war die Uku-Höhle (Uku koobas), eine Sandsteinhöhle am Fluss Võhandu im Süden Estlands. Direkt neben ihr befindet sich die größere, aber eingestürzte Sõjatare-Höhle, von der nur noch ein Kerbtal erhalten geblieben ist. Aus der Uku-Höhle fließt eine Quelle, die Höhle ist wohl durch Auswaschungen im rissigen und weichen Sandsteinfelsen entstanden.

Auf dem Weg zur Höhle wurden die Straßen immer kleiner, bis wir die letzten 7 Kilometer auf Schotter fahren mussten. Dort, wo ein kleiner Pfad zur Höhle von der Straße abgeht, stand bereits ein PKW. Einen weiteren Parkplatz gab es nicht, so stellten wir uns dahinter und machten erst einmal ein Mittagsvesper. Als wir beim Abspülen waren, kam der Fahrer des Wagens aus dem Wald zurück mit einem großen Korb voller Pfifferlingen in der Hand. Er war wohl nicht an der Höhle, sondern beim Pilzesammeln gewesen.

Als er weggefahren war, konnten wir die Berta ein bisschen besser hinstellen und machten uns dann auf den Weg zur Höhle. Das war ganz schön abenteuerlich! Eigentlich hätten zwei Leitern die Sandsteinböschung zur Höhle hinunter führen sollen. Die erste gab es zwar noch, aber sie war ziemlich marode. Die zweite war abgebaut. Auf einem Schild stand, dass beide Treppenleitern ersetzt werden sollen und wenn das geschehen ist, würde ein Schild darauf hinweisen. Na toll!

Wir stiegen zuerst die marode Treppenleiter und dann den Abhang ohne Leiter vorsichtig hinunter und kamen wohlbehalten unten am Flussufer an. Bis zur orangefarbenen Höhle waren es nur noch wenige Meter. Udo bedauerte, die Wasserschuhe und eine Taschenlampe in der Berta gelassen zu haben. Durch die Höhle floss ein Quellbach, der den Boden ein paar Zentimeter unter Wasser setzte. Wie es hinten weitergeht, konnten wir von vorne nicht erkennen. Wir setzten uns ein paar Minuten auf zwei kleine Bänkchen und stiegen dann wieder den Hang zur Berta hinauf. Rauf geht es ja meistens einfacher als runter, so war es auch hier.

In Anbetracht des herrlichen Wetters entschieden wir uns, auf einen Spaziergang den Fluss entlang im Wald zu verzichten und dafür zum Meenikunno-Moor zu fahren. Xenia wollte so gerne einmal in einem Moorsee baden und heute gab es die Gelegenheit dafür.

Die Anfahrt zum Moorparkplatz verlief die letzten sieben Kilometern auf einer Schotterstraße. Wir waren ganz allein, bis wir zum Parkplatz für die Moor-Runde kamen. Dort standen schon sechs Autos und einige Leute waren unterwegs, auch mit Hunden und Kinderwagen.

Wir packten trotzdem Badesachen in den Rucksack und machten uns auf den Weg. Bevor wir zum Moor kamen, mussten wir ein Stück durch den Wald gehen, der auch hier voller Heidelbeeren war. Diese waren inzwischen reif und süß und wir sahen einige Leute, die mit Bechern im Wald unterwegs waren. Ob sie Pilze oder Heidelbeeren sammelten, konnten wir aus der Entfernung nicht erkennen, aber wir vermuteten Heidelbeeren.

Am Beginn des Moores, kurz bevor der Bohlenweg startete, befand sich ein RMK-Platz und ein Aussichtsturm. Wir stiegen hinauf, aber die Aussicht war nicht toll.

Auf dem Moorweg kamen wir an drei Seen vorbei: zuerst einem größeren, dann einem mittelgroßen und zum Schluss noch an einem kleinen. Im ersten und dritten See konnte man schwimmen.

Am ersten See angekommen, war gerade eine Gruppe von vier Damen am Gehen. Sie sagten uns, dass das Wasser herrlich zum Schwimmen sei. Xenia ging zuerst in den See, Udo kam nach wenigen Minuten nach. Es war wirklich klasse! Das Wasser hatte eine angenehme Temperatur und war total sauber. Durch den moorigen Untergrund erschienen einem die Hände und Füße im Wasser orange-braun. Leider blieben wir nicht allein, es kamen noch zwei andere Paare, die ebenfalls ihre Kleider auszogen und zum Schwimmen kamen. Der See ist so tief, dass man nicht stehen kann und über eine Leiter vom Steg ins Wasser steigen muss. Kommt man in Ufernähe auf den Boden, ist dieser morastisch weich, aber es sind auch Äste darin. Besser, man hält sich davon fern, um sich nicht zu verletzen.

Als wir genug gebadet hatten, zogen wir uns wieder um und marschierten am mittleren See vorbei bis zum kleinen See am anderen Moorende. Auch dort gab es einen Steg zum Einsteigen in den See, allerdings ohne Leiter. Beim Hineinrutschen tauchte Xenia komplett unter. Das hatte sie eigentlich nicht gewollt, aber die Sonne trocknete auch die Haare wieder. An diesem See waren wir ganz allein. Er war allerdings zu einem Teil zugewachsen und daher nicht ganz so schön wie der erste See.

Die Wanderroute hätte nun durch den Wald zurück zum Parkplatz geführt. Wir entschieden uns, diesen Weg nicht zu nehmen und stattdessen den Bohlenweg durchs Moor zurückzugehen. Als wir wieder an den ersten See kamen, herrschte dort Hochbetrieb. Da hatten wir es doch gut erwischt!

Wieder zurück an der Berta entschieden wir uns, heute noch bis Piusa weiterzufahren, um dort zu übernachten und am nächsten Tag die Sandhöhlen zu besichtigen. Der Waldparkplatz, auf dem wir standen, war voller Mücken. Daher wollten wir dort nicht bleiben.

Die Strecke bis Piusa war nicht weit, aber die ersten 15 Kilometer waren Schotterstraße. Zum Glück war die Piste weder ausgewaschen noch voller Schlaglöcher, so dass das ganz gut ging.

Kurz vor Piusa parkten wir auf einer Stellfläche neben der wenig befahrenen Straße mit Blick auf die große Sanddüne beim Museum.

Zum Abendessen gab es ein Kinderessen: Debrezinerwürstchen, Nudeln mit Bratensoße und Salat.


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