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Dienstag, 14.07.2026 – Rote Felsen am Ufer von Kallaste, Schloss Alatskivi, Fahrt nach Tartu
Von Ruine Laiuse bis Tartu – 100 km
Wetter: vormittags heiter, nachmittags bewölkt – 21 Grad
Heute mussten wir wieder einmal Ver- und Entsorgen. Auf unserem Übernachtungsparkplatz war ein Klo, auf dem wir gut unser Campingklo ausleeren konnten. In Mustvee am Peipus-See gab es eine Tankstelle, an der wir tanken, unser Frischwasser auffüllen, die Scheiben reinigen und den Reifendruck überprüfen konnten.
So versorgt fuhren wir weiter nach Kallaste. Der Este von der Trinkwasserbrunnen hatte uns diesen Ort und auch das Schloss Alatskivi ans Herz gelegt.
Wir parkten die Berta ganz in der Nähe der Roten Felsen und gingen vor an den Strand. Der Sand war rötlich und sauber, das Wasser des Sees aber nicht mehr ganz so klar wie am Nordufer. Es war irgendein Grünzeug darin. Dafür war der Strand voller Muscheln und die hintere Kulisse bestand aus einer 900 Meter langen Felswand aus rotem Sandstein mit einigen Auswaschungen darin. Wir gingen ein Stück den Strand und an den Felsen entlang, so weit das möglich war.
Dann stiegen wir die Böschung hinauf und schlenderten weiter durchs Dorf, vorbei an kleinen, schönen Häusern, bis zum eigentlichen Badestrand von Kallaste. Das Wetter war schön, es waren Schulferien und Hauptsaison. Trotzdem waren nur wenige Leute am Strand.
Auf dem Rückweg zur Berta kamen wir an einem kleinen Fischrestaurant vorbei. Es war mehr eine Fischräucherei mit ein paar Tischen und Stühlen an der kleinen Straße. Der Besitzer sprach uns an und lud uns ein, Platz zu nehmen. Es war 12 Uhr, so nahmen wir sein Angebot an und bestellten Fischfilet. Am Nachbartisch verzehrten drei ältere Frauen geräucherte kleinere Fische, die sie in die Hand nahmen und abnagten. Wir hatten keine Lust, mit den Gräten zu kämpfen, deshalb wählten wir das Filet. Es dauerte nicht lange, da waren alle Tische belegt. Einen Innenraum gab es hier nicht und die Küche war eine kleine Zeile vor dem Wohnhaus mit Herd und Fritteuse. Wer auf die Toilette wollte, wurde auf ein Dixi verwiesen. Wir warteten eine gute halbe Stunde auf unser Essen, dafür wurde der Fisch frisch zubereitet. Der Besitzer lud uns nach dem Essen ein, einen Blick auf seine Räucherofen zu werfen. Seit 35 Jahre würde er jeden Tag räuchern, erzählte er uns. Es klang ein bisschen frustriert.
Wieder an der Berta gab es eine kurze Mittagspause vor der Weiterfahrt zum Schloss Alatskivi. Das weiße neugotische Gebäude wurde von der Adelsfamilie von Nolcken Ende des 19. Jahrhunderts nach dem Vorbild der königlichen Residenz Balmoral in Schottland erbaut. Das Anwesen war einmal ziemlich heruntergekommen, wurde aber wieder komplett renoviert und teilweise mit originalen Möbelstücken eingerichtet.
Man kann das ganze dreistöckige Gebäude besichtigen. Im Erdgeschoss zeigt eine Ausstellung das Leben der von Nolckens. Im Obergeschoss befindet sich ein Museum, das dem estnischen Komponisten Eduard Tubin gewidmet ist. Im Untergeschoss gibt es eine Keramikwerkstatt und eine Ausstellung von Wachsfiguren, die die einstigen Schlossbediensteten darstellen.
Außerdem kann man die Stallungen besichtigen, in denen wir noch einiges zur Geschichte des Schlosses und über das Leben in dieser Zeit erfuhren.
Das Schloss liegt an einem kleinen See, den man mit einem Spaziergang umrunden kann. Wir verzichteten darauf, da der Weg sehr uneben war und das Udos Fuß Probleme bereitete.
Jetzt hatten wir Lust auf einen schönen Kaffee. Im Coop nebenan gab es aber leider keine Backstube. So mussten wir uns mit einem Tüteneis begnügen. Vor dem Coop verkaufte ein Mädel Tomaten und Gurken. Bei ihr holten wir uns etwas und fuhren weiter zum Lidl in Tartu. Unser Kühlschrank, das Getränkefach und die Kühltasche für Obst und Gemüse konnten wieder Nachschub vertragen.
Als Nachtplatz hatten wir uns einen Parkplatz am Fluss Emajögi hinter dem AHHAA Science Center ausgesucht. Zum Abendessen gab es Tomaten-Gurken Salat mit Zwiebeln, Olivenöl und Balsamico-Essig. Dazu eine frische Brezel und einen frischen Wecken vom Lidl – wir haben es genossen! Vor uns fuhren ein paar Boote den Fluss entlang.
Am Abend machte sich der Himmel noch einmal auf und die Sonne kam wieder hervor.























