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Donnerstag, 25.06.2026 – Muhu: Liiva Bäckerei, Freilichtmuseum; Saaremaa: Koigi Hochmoor Bog Trail, Kaali Krater
Von Üügu bis Kuressare - 102 km, Bog Trail 6 km
Wetter: heiter bis wolkig, nachmittags ein kurzer Schauer, 23 Grad
Wir erwachten mit herrlichem Ausblick aufs Meer, Vogelgezwitscher und Sonnenschein. Wir hatten uns wirklich einen wunderschönen Platz zum Übernachten ausgesucht und genossen die Aussicht und die Ruhe um uns herum zum Frühstück.
Unser erster Anlaufpunkt war die in allen Reiseführern aufgelistete Bäckerei Pagarid in der zentralen Stadt Liiva. Hier wollten wir das berühmte Schwarzbrot von Muhu kaufen, das direkt aus dem Ofen kommt und noch warm in einer Papiertüte verkauft wird. Wir nahmen auch noch ein Bananebrot mit und freuten uns schon aufs Probieren. Das musste allerdings noch etwas warten, da wir gerade erst gefrühstückt hatten.
Nachdem wir uns noch ein bisschen auf dem Platz umgeschaut hatten, fuhren wir weiter zum Muhu Museum, einem sehr schönen Freilichtmuseum mit Häusern, wie sie früher auf den estnischen Inseln gebaut und bewohnt wurden. Das Museum öffnete um 10 Uhr. Fünf Minuten vorher waren wir auf dem Parkplatz und die ersten und vorerst einzigen Besucher. Die strohgedeckten Häuser waren schnucklig anzusehen, aber wenn man sich vorstellt, darin leben zu müssen, dann ist man doch wieder froh ums eigene Heim. Die Räume waren schon sehr klein und niedrig. Auch eine Schule wurde von Saaremaa hierher transportiert und wieder aufgebaut. Neben dem Inventar waren noch originale Schulbücher zu sehen. Eines für den Deutschunterricht fanden wir besonders spannend, ebenso wie die originalen handgeschriebenen Schülerhefte. In einem weiteren Gebäude waren Kleider und Trachten ausgestellt und man konnte sehen, wie sie sich in den letzten 150 Jahren bis heute entwickelt haben. Es war wirklich ein sehr schönes Freilichtmuseum! Als wir es verließen, kam gerade ein Bus auf dem Parkplatz an und spuckte eine größere Reisegruppe aus. Wie gut, dass wir vor ihnen da gewesen waren!
Jetzt verließen wir Muhu und fuhren über einen Steg auf die größere Nachbarinsel Saameraa. Das Wetter war ideal zum Wandern und so fuhren wir zum Koigi Hochmoor, um dort durchs Moor und um einen kleinen See herum zu laufen. Am Parkplatz angekommen, testeten wir das Bananenbrot mit einer Tasse Kaffee. Sehr lecker! Es hat uns etwas an unseren “Hermann”-Kuchen erinnert.
Inzwischen hatte sich der Himmel bewölkt, was aber zum Wandern sehr angenehm war. Der Weg führte zuerst durch einen Wald, dann hinaus aufs Moor. Wir hatten wohl Hüte dabei, aber der himmlische Sonnenschirm war trotzdem willkommen. Die Temperatur war mit 23 Grad ideal, aber es war etwas schwül. Wieder ging es auf einem Bohlenweg durchs Moor und um den See herum. Udo hatte die Susi dabei und übte, sie hinter uns herfliegen zu lassen. Auf dem letzten Stück zurück durch den Wald wurden wir von Mücken regelrecht umschwärmt. Zum Glück hatten wir uns mit Mückenschutz eingesprüht, sonst wären wir übel zugerichtet worden. Auf dem Hinweg war uns das gar nicht so aufgefallen, aber da waren wir auch noch nicht so verschwitzt wie auf dem Rückweg.
Auf dem Parkplatz retteten wir uns in die Berta und machten, dass wir davon kamen. Es war erst kurz nach 15 Uhr, so fuhren wir noch nach Kaali, wo es einen Meteoritenkrater und ein dazugehöriges Meteoritenmuseum gibt. Um 15:45 Uhr kamen wir dort an. Heute war es Xenia, die sich gerne noch ein bisschen ausruhen wollte, bevor wir zum Krater gingen. Udo hatte nichts dagegen und so legten wir uns eine halbe Stunde in unsere Betten.
Das Meteoritenmuseum war ein Witz. Wir waren gerade mal 10 Minuten drin, hatten aber auch nur 1,50 € Eintritt bezahlen müssen. Zum Krater waren es nur 200 Meter. Wir waren noch am Weg suchen, als ein Reisebus ankam und die Reisegruppe regelrecht zum Krater stürmte. Sie hatten wohl nur 10 Minuten Zeit und waren schnell wieder verschwunden. Als wir am Krater waren, fing es leicht zu tröpfeln an. Wir umrundeten den Kratersee ohne große Eile und aßen ein Eis dabei.
Nun hatten wir genug für heute und entschieden uns, auf einen privaten Wohnmobilplatz in Kuressaare, der Hauptstadt von Saaremaa, zu fahren. Seit Riga hatten wir kein frisches Wasser mehr getankt und alles wieder aufzutanken und frisch zu machen, bot sich an vor der Weiterfahrt in Gegenden ohne Infrastruktur.
Wir waren keine fünf Minuten gefahren, da kamen wir durch einen Regenguss. In Kuressaare schien wieder die Sonne. Wir tankten Sprit und AdBlue und fuhren weiter zu einer Station, wo man Gas nachfüllen kann (eine Gasflasche war leer). Leider hatte diese schon geschlossen. Sie war aber nur 500 Meter vom Wohnmobilstellplatz entfernt, da können wir morgen nochmals vorbeifahren.
Der Stellplatz war in einem privaten Garten und von den zehn zur Verfügung stehenden Plätzen waren nur zwei belegt. So konnten wir uns ein schönes Plätzchen aussuchen, Tisch und Stühle rausstellen und gemütlich zu Abend essen. Jetzt probierten wir das Brot aus Muhu und fanden auch dieses sehr lecker. Es war sehr saftig und leicht süß – wir vermuteten Feigen oder Ähnliches darin, denn wir bissen auf kleine Kernchen, die im Mund krachten.
Zum Tagesabschluss nutzten wir die Dusche des Platzes und wuschen ein paar T-Shirts und etwas Unterwäsche.
















