Berta-Baltikum26-Tag25


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Mittwoch, 24.06.2026 – Tori Pörgu, Soomaa Nationalpark, Fähre nach Muhu, Üügu Klippen

Von Tori in den Soomaa Nationalpark, weiter bis zu den Üügu Klippen - 164 km, Wanderung Ingatsi Trail 4 km

Wetter: vormittags Regen, nachmittags bewölkt, abends sonnig

Xenia hatte leider bis 2:30 Uhr Magenkrämpfe, aber dann konnte sie schlafen. Am Morgen war es vorbei und es blieb auch den ganzen Tag über gut.

Der Regen war nicht zu überhören, der beim Aufwachen aufs Bertadach trommelte. Nun ja, so war es angesagt gewesen.

Als der Regen nach dem Frühstück etwas nachließ, zogen wir Regenjacken an, schnappten unsere Regenschirme und machten uns auf in die “Tori-Hölle” (Tori Pörgu). Direkt hinter unserem Parkplatz führten Stufen hinunter ans Flussufer.

Tori Põrgu (deutsch: die „Tori-Hölle“) ist eine bekannte Höhle und Sandsteinklippe in der Gemeinde Tori am linken Ufer des Flusses Pärnu. Man kann auf aufgestellten Tafeln mancherlei Sagen, Mythen, Geschichten und Gedichte über einen schelmischen, guten Teufel lesen, der hier gelebt und Menschen und Tieren geholfen haben soll. Seine Höhle ist heute aber eingestürzt und kann nur noch von außen besichtigt werden, zusammen mit den Sandsteinklippen am Flussufer. Diese liefen wir unten am Flussufer einmal ab und kehrten oben wieder zur Berta zurück.

Im Regen fuhren wir in den Soomaa Nationalpark zum Startparkplatz für den Ingatsi-Trail. Die letzten drei Kilometer mussten wir auf einer unbefestigten Straße fahren, die heute matschig und voller Regenlöcher war. Außerdem war die Straße so eng, dass wir einmal ein Stück rückwärts zurück fahren mussten, als ein Auto entgegenkam.

Um 11:30 Uhr waren wir am Ziel und es regnete immer noch. Wir hofften, dass der Wetterbericht stimmte und es ab 13 Uhr wieder trocken war. Xenia kochte Nudelsuppe mit Karotten, danach gab es eine Lese- und Ruhepause.

Tatsächlich, um 12:30 wurde der Regen weniger und hörte kurze Zeit später auf. Auch wenn kein weiterer Regen mehr angesagt war, trauten wir dem Wetter nicht so ganz und nahmen Regenschirme auf die kleine Wanderung mit. Wir haben sie nicht gebraucht.

Der Ingatsi-Trail führte uns durch einen richtigen Urwald zu einem Moor. Alles war satt grün und die Nässe und die klare, kühle Luft hatten durchaus auch ihren Reiz. Die Vögel zwitscherten schon wieder und auf dem kleinen Waldwegchen zu gehen, das ab und zu über eine kleine Brücke oder einen Damm im Wald führte, war sehr schön.

Dann bog der Weg ab in ein Moor und wurde zu einem Bohlenweg. Am Anfang des Moorgebiets befand sich ein Aussichtsturm, den wir natürlich besteigen mussten. Außer dem Bohlenweg war nur unberührte Natur um uns herum.

Ein Stück kann man ins Moor hineingehen bis zu ein paar Mooraugen, in denen man auch baden darf. Heute war es mit 15 Grad aber etwas zu frisch dafür, auch wenn das Moorwasser gar nicht kalt, sondern angenehm temperiert war.

Nun hieß es wieder umkehren und die Runde im Wald zurück zur Berta fortzusetzen. Wie schön, dass wir diese Wanderung noch unternehmen konnten und so den Soomaa Nationalpark mit seiner üppigen Natur ein bisschen kennenlernen durften.

Wir entschlossen uns zur Weiterfahrt auf die Inseln vor der Westküste Estlands. Die Wege zu den anderen Trails im Nationalpark waren auch schlammig und Xenia wollte sich heute nicht zu viel zumuten. So fuhren wir um 15 Uhr wieder zurück nach Pärnu und weiter an die Westküste Estlands nach Virtsu. Von dort setzten wir mit der Fähre über nach Kuivastu auf der Insel Muhu. Wir hatten Pech: die Fähre fuhr uns direkt vor der Nase davon. Das Auto vor uns erwischte die Fähre noch, wir wurden nicht mehr durchgelassen. So mussten wir 30 Minuten auf die nächste Fähre warten, was im Wohnmobil auch nicht schlimm war. Xenia aß noch einen Rest Nudelsuppe von Mittag. Sie hatte da nur eine kleine Portion zu sich genommen, da sie nicht sicher war, wie ihr Magen aufs Essen reagiert. Aber es war alles gut gegangen und jetzt hatte sie Hunger.

Um 17:30 Uhr waren wir auf Muhu und fuhren in den Norden der kleinen Insel zu den Üügu Klippen. Diese Steilküste ist ein Kalkstein- und Dolomitkliff. Da das Meer über Jahrtausende direkt an das Gestein schlug, hat die Brandung den weichen Stein unterhöhlt und teils höhlenartige Nischen geformt. Wir gingen zuerst einen schmalen Pfad auf dem Kliff entlang mit Blick über die Ostsee. Zurück wählten wir einen Pfad am Fuß des Kliffs und konnten so die Höhlungen aus der Nähe begutachten.

Als Übernachtungsplatz hatten wir uns den nördlichsten Zipfel von Muhu ausgesucht, wo wir die Berta mit Meerblick abstellen konnten. Ein Hamburger Wohnmobil war schon dort, als wir ankamen, aber sie haben den schönsten Platz uns überlassen.

Nach einem kleinen Gang zum Meer gab es Abendessen mit Meerblick – allerdings in der Berta. Draußen sitzen war trotz Sonnenschein wegen dem kalten Wind, der hier wehte, nicht angesagt.

Der Himmel blaute immer mehr aus und unser Stellplatz war der ideale Sonnenuntergangsplatz. Wie schön!


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