Berta-Baltikum26-Tag24


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Dienstag, 23.06.2026 – Veczemju Klippen, Pärnu

Von Tuja über Pärnu bis Tori - 193 km, Stadtspaziergang 5 km

Wetter: sonnig, 20 Grad

Nachdem alle Strandbesucher abgefahren waren, war es total ruhig auf unserem Platz und wir schliefen bis 8:45 Uhr – eine Stunde länger als üblich.

Wir entschieden uns, heute nach Pärnu zu fahren und dort zu schauen, ob wir noch einmal an einer Mittsommerfeier teilnehmen können. Google-Recherchen hatten ergeben, dass in Valgeranna, gleich neben Pärnu, ein großes Festival stattfindet.

So machten wir uns um 10 Uhr auf gen Norden. Unterwegs legten wir einen Zwischenstopp bei den Veczemju Klippen ein. Überrascht waren wir, als wir vorne am Meer am Parkplatz ankamen. Hier gab es einen Waldcampingplatz, auf dem eine Menge los war. Eine große Anzahl an Zelten war im Wald aufgebaut. Auf dem Parkplatz durfte man nur bis 19 Uhr parken, danach war hier Fest.

Wir gingen vor an den Strand, drehten aber nochmals um, um uns eine Jacke zu holen. Nur im T-Shirt war es zu frisch. Außerdem hatten wir keine Klippen gesehen. Wir fragten eine Frau, die mit ihren Freundinnen beim Parkplatz saß und gut Deutsch konnte, nach dem Weg. Sie schickte uns 200 Meter weiter und da wurden wir dann auch fündig.

Die Wellen der Ostsee haben hier ein bis zu 6 Meter hohes Steilufer geformt, an dem auf einer Länge von mehreren hundert Metern rote Sandsteinfelsen freiliegen. Die Klippen sind durchzogen von Nischen, Grotten und anderen Auswaschungen. Xenia hatte tolle Bilder im Internet gesehen, in der Realität war es nicht ganz so spektakulär und leider lagen die Klippen auch im Schatten.

So waren wir recht schnell mit unserer Besichtigungsrunde fertig und fuhren weiter über die Grenze nach Estland. An Pärnu, Estlands Sommerhauptstadt, fuhren wir erst einmal vorbei, um nach Valgeralla, westlich der Stadt, zu gelangen. Eigentlich wollten wir hier nur auf einen Parkplatz, aber Udo hatte aus Versehen einen Campingplatz ins Navi eingegeben. Als wir den Irrtum vor Ort bemerkten, machte Udo aus der Not eine Tugend, ging zur Rezeption und fragte ein nettes junges Mädel, wo denn die Mittsommerveranstaltung sei. Sie antwortete, dass es hier in Valgeralla ein Rock- und Popfestival geben wird. Das war jetzt nicht das, was wir uns vorgestellt hatten. Sie zeigte Udo aber auf der Karte einen Platz in Paikuse, einem Vorort genau auf der anderen Seite von Pärnu, wo eine traditionelles Folkloreveranstaltung stattfinden sollte.

Also fuhren wir zurück, wieder um Pärnu herum, und fanden den Platz auch. Allerdings hatte das Fest schon gestern stattgefunden, heute stieg nur noch etwas Rauch aus der Feuerstelle. Wir erkundigten uns wieder bei einer Frau, die neben uns einparkte, und sie fand für uns heraus, dass im Weiterbildungszentrum Nooruse Maja in Pärnu ab 19 Uhr ein Mittsommer-Brauchtumsabend stattfinde.

Wir fanden in Park4night einen Parkplatz bei einer Brücke über den Pärnu-Kanal, von dem aus das Zentrum zu Fuß erreichbar ist. Dorthin fuhren wir – wieder die A4 zurück. Inzwischen kannten wir uns ganz gut aus auf dieser Strecke. An der Brücke angekommen, war es 14:30 Uhr und Xenia machte erst einmal etwas zum Essen. Udo führte in dieser Zeit eine kleine Reparatur am Router durch, der wohl einen Wackelkontakt hatte und immer wieder ausfiel.

Um 15:30 Uhr brachen wir auf zu einem Stadtspaziergang durch Pärnu, zuerst vor an den Strand und dann durch die Altstadt zurück. Immer wieder begegneten wir Elefanten. Sie sind die Maskottchen von Pärnu und man findet sie zuhauf in der Stadt. Der Legende nach soll der berühmte Heilschlamm der Region durch Elefanten entstanden sein, die über Jahrzehnte im Meer gestampft haben.

Um 17 Uhr waren wir wieder an der Berta und machten uns einen Kaffee. Anschließend gab es eine Erholungspause bis kurz vor 19 Uhr – Zeit für den Mittsommerabend.

Im Innenhof des Kulturzentrums war eine Bühne aufgebaut. Als wir ankamen waren schon viele Besucher da, aber wir bekamen sogar noch einen Platz in der ersten Reihe. Wenn wir schon nichts verstehen konnten, dann wollten wir doch wenigstens etwas sehen! Von den einführenden Worten haben wir natürlich nichts verstanden, aber dann trat eine Volkstanzgruppe auf, die etwa das Niveau von den Sontheimer Volkstänzern hatte. Sie tanzten zu nationalen und internationalen Hits in zwei Blöcken mit unterschiedlichen Trachten. Nach einer Stunde waren sie fertig. Jetzt kamen 2 Gitarristen auf die Bühne, die mit Playback-Unterstützung zum Tanz aufspielten. Schnell füllte sich die Tanzfläche und es deutete alles darauf hin, dass das bis zum Ende des Abends so weitergehen würde. Wir schauten noch eine halbe Stunde zu, dann verließen wir die Veranstaltung und gingen zurück zur Berta.

Der Platz an der Brücke war vor allem Xenia zu laut zum Übernachten, deshalb fuhren wir noch eine halbe Stunde in Richtung Soomaa-Nationalpark und übernachteten auf einem Friedhofsparkplatz in Tori. In Tori gab es auch ein öffentliches WC-Haus mit Wasserspülung, das wir zur Toilettenentleerung nutzen konnten. Das war nämlich auch dringend wieder nötig.

Xenias Bauch hatte den ganzen Tag Ruhe gegeben, aber jetzt am Abend kamen die Krämpfe wieder. Hoffentlich geht das nicht wieder die halbe Nacht so weiter ...


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