Berta-Baltikum26-Tag21


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Samstag, 20.06.2026 – Riga Altstadt und Mittsommerfest im Victory-Park

Berta 0 km, Stadtrunde 5 km, 25 km zu Fuß und mit Bussen

Wetter: Sonne pur, 26 Grad

Heute gingen wir zu Fuß durch die Altstadt. Um dorthin zu gelangen, nahmen wir den Öffentlichen Nahverkehr. Ein Tagesticket kostete 5 Euro, da kann man nicht meckern.

Um 10 Uhr kamen wir los und nahmen den Bus bis zum Brivibas Platz, wo die große Freiheitsstatue steht. Gestern hatten wir ja schon gesehen, wie hier eine Tribüne und mehrere Bühnen aufgebaut wurden. Als wir heute dort ankamen, waren verschiedene Gruppen am Üben – fürs morgige große Festival, wie man uns erklärte.

Wir gingen weiter in die Altstadt, vorbei an der Lama-Uhr und über den Livu-Platz zur Petri-Kirche. Heute gingen wir hinein, schauten uns das Kirchenschiff an und fuhren mit einem Aufzug hinauf auf den Turm. Von oben hatten wir einen tollen Blick auf Riga und entdeckten einiges wieder, an dem wir gestern vorbeigeradelt waren.

Als Nächstes kamen wir zum Mentzendorff-Haus. Das historische Wohn- und Geschäftshaus aus dem 17. Jahrhundert gehörte einst einem reichen Rigaer Bürger. Es wurde so hergerichtet, wie das wohlhabende Rigaer Bürgertum damals gelebt hat. Decken, Wände und Böden sowie das Mobiliar und einige Alltagsgegenstände sollten an diese Zeit erinnern. Wir waren die einzigen Besucher und konnten uns die Räume ungestört anschauen.

Nun gingen wir weiter auf den Rathausplatz und zum Schwarzhäupterhaus. Auch dieses prächtige Gebäude besichtigten wir von innen, diesmal mit deutschem Audio-Guide. Es diente über Jahrhunderte als zentraler Versammlungsort für Kaufleute und das gesellschaftliche Leben der Hansestadt. Nachdem es im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstört wurde, erstrahlt es seit seiner Rekonstruktion im Jahr 1999 wieder im alten Glanz auf dem Rathausplatz.

Zunächst besichtigten wir den mittelalterlichen Keller, der als einziger Teil des Hauses die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs überstanden hat. Im Erdgeschoss können neben den schönen Räumen eine bedeutende Silbersammlung bewundert werden, die zu den größten und wertvollsten des Baltikums zählt. Im Obergeschoss erwartete uns der Prunksaal mit seinen beeindruckenden Deckenmalereien, Kristallleuchtern und Herrscherporträts. Hier wurden einst rauschende Feste gefeiert und viele berühmte Persönlichkeiten waren zu Gast: Könige, Staatsmänner und Komponisten wie Liszt oder Schumann.

Wir bummelten noch etwas über den Rathausplatz und machten uns dann auf die Suche nach einem guten Restaurant für das Mittagessen. Diesmal überließen wir nichts dem Zufall, sondern Udo suchte nach den Google-Bewertungen in Maps etwas für uns heraus. Unsere erste Wahl hatte leider geschlossen, aber in der Nähe war ein schnuckliges kleines Lokal, in dem wir den „Fisch des Tages“, Lachs mit gegrilltem Gemüse und einer fruchtigen Soße, aßen. Es war wirklich sehr gut!

Nachdem wir uns gestärkt und etwas ausgeruht hatten, gingen wir noch einmal zum Rathausplatz zurück, da sich dort die Touristeninformation befindet und wir uns über das heutige Programm zur Mittsommerfeier erkundigen wollten. Wir bekamen ein Infoblatt, aus dem wir erfuhren, dass bis 16 Uhr im Vermanes Park und den ganzen Nachmittag und Abend auf der anderen Flussseite auf dem Victory-Platz ein Markt und verschiedene Veranstaltungen stattfinden.

Wir spazierten noch eine Runde über den Domplatz, vorbei am Katzenhaus und der Kleinen Gilde, und begaben uns dann auf den Weg zum Verkanes Park. Dort spielten auf einer Bühne verschiedene Musikgruppen der umliegenden Universitäten. Zwei davon konnten wir noch hören, wobei die zweite und letzte des Nachmittagsprogramms richtig gut war. Wir suchten uns einen schattigen Platz, sodass wir das Konzert genießen konnten. In der prallen Sonne wäre es wirklich zu heiß gewesen.

Nun wollten wir zur Berta zurück, um uns dort noch etwas auszuruhen, bevor wir abends noch einmal loszogen, um das Mittsommerfest auf der anderen Flussseite mitzufeiern. Jetzt den richtigen Bus zu erwischen, gestaltete sich schwieriger als gedacht – trotz Maps. Es gibt nämlich jede Menge Haltestellen nacheinander an einem Platz oder einer Straße, und die Busse halten nur an einer von ihnen. Aber schließlich hatten wir es geschafft und waren um 16:45 Uhr wieder an der Berta.

Um 18 Uhr brachen wir erneut auf und erreichten den Victory-Park um 18:45 Uhr. Dort war einiges los, aber trotz des schönen Wetters war es nicht zu voll. Der Skater-Parcours war gut frequentiert, einige Kinder drehten auf Scootern ihre Runden über verschiedene Hindernisse hinweg. Wir gingen zum Markt, schlenderten hindurch und aßen an einer Bude gegrilltes Fleisch (Udo) sowie herzhafte, dunkle lettische Würste (Xenia) mit Sauerkraut, Bratkartoffeln und Pilzen. Dazu gab es eine Knoblauchsoße. Wir wählten den Stand mit dem größten Ansturm, und das Essen war auch recht gut.

Bevor das Abendprogramm losging, schauten wir noch einigen traditionellen Handwerkern und Handwerkerinnen bei ihrer Arbeit zu. Es gab viel zu bestaunen: Weben, Flechten, Klöppeln, Korbflechten, Schnitzen, das Herstellen kleiner Tiere aus Ton, Lederarbeiten ... An manchen Tischen konnten die Besucher auch selbst Hand anlegen.

Das Abendprogramm startete um 19:30 Uhr. Zunächst trat eine Gruppe von fünf Sängerinnen auf, die für unsere Ohren eine ziemlich schrille und schräge Vorstellung mit traditionellen nordischen Volksliedern gaben. Schade, dass wir nichts verstehen konnten, denn zu den Liedern gab es immer eine Erklärung. Danach kam eine etwas größere Folkloregruppe mit Instrumenten und Gesang auf die Bühne. Zunächst präsentierten sie Lieder im ähnlichen Stil wie die Gruppe zuvor. Dann spielten sie Volkstanzmusik und ermutigten die Zuschauer zum Mittanzen. Wenn wir unsere Rucksäcke mit den wichtigsten Utensilien, auf die wir gut aufpassen mussten, nicht dabei gehabt hätten, hätten wir auch mitgemacht. So blieb es beim Zuhören und Zuschauen.

Um 21 Uhr waren diese Darbietungen beendet und das Programm ging auf einer anderen Bühne weiter, wo eine Musikgruppe spielte. Wir gingen noch einmal zum Markt und kauften uns ein sehr gutes Eis. Anschließend hörten wir der Musikgruppe zu, aber ihre Musik gefiel uns nicht so gut.

Es waren verschiedene Feuerkörbe und ein großes Pagodenfeuer vorbereitet. Wann diese entzündet werden würden, wussten wir jedoch nicht. Die Veranstaltung sollte bis 2 Uhr dauern. Um 22 Uhr beschlossen wir, dass wir genug vom Mittsommerfest gesehen hatten, und machten uns auf den Heimweg.

Zuhause gab es noch eine Dusche, dann beendeten wir den Tag.


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