< So 14.06.26 - Kreuzhügel, Birzai mit Regionalpark | zurück | Di 16.06.26 - Kuldiga Sandhöhlen, Ventspils >
Montag, 15.06.2026 – Bauska Kreuzritterburg, Schloss Rundale, Jelgava
Von Bauska bis Jelgava – 65 km
Wetter: regnerisch mit sonnigen Abschnitten
Heute hatten wir einige Besichtigungen auf dem Programm – genau das Richtige für das regnerische Wetter.
Um kurz nach 9 Uhr waren wir auf dem Parkplatz der Deutschordensburg Bauska und es schüttete kräftig. Diesen Schauer warteten wir noch ab und machten uns dann auf zur Burg. Wir waren die ersten und anfangs auch einzigen Gäste. Es kam dann noch ein weiterer Besucher dazu und als wir die Burg wieder verließen, stand eine weitere Familie an der Kasse. So hatten wir die Burg ziemlich für uns allein und durchstreiften die verschiedenen Räume. Einen Audioguide gab es nicht, aber Udo ließ Google Lens ein paar Tafeln übersetzen.
Das Personal hatte historische Trachten an, was der Burg noch ein besonderes Flair verlieh. Sie besteht aus einem neueren, in den letzten Jahrzehnten renovierten Renaissance-Schloss und Resten der alten Ordensburg aus dem 15. Jahrhundert. Im neuen Teil ist das Burgmuseum untergebracht. Dort muss man sich Plastiktüten über die Schuhe ziehen, um die Böden nicht zu beschädigen.
Zu sehen gibt es historische Ausstellungen, Interieur aus der Herzogszeit und die größte Sammlung gusseiserner Kanonen aus dem 17. Jahrhundert in Lettland. Im älteren Teil ist eigentlich nur der Turm interessant, den man besteigen kann und von oben eine schöne Aussicht hat. Die Anlage liegt auf einer Landzunge, wo die Flüsse Mūsa und Mēmele zusammenfließen und die Lielupe bilden.
Weiter ging es zum nur wenige Kilometer entfernten Schloss Rundale, einem touristischen Hotspot. Schloss Rundale ist das bedeutendste Barockschloss in Lettland und wird oft als das "Versailles des Baltikums" bezeichnet. Es wurde vom berühmten italienisch-russischen Architekten Francesco Bartolomeo Rastrelli entworfen, der auch die Eremitage in St. Petersburg gestaltete.
Schon unterwegs und auch als wir ankamen, hat es wieder geregnet. Diesmal zogen wir Regenjacken an und gingen zum Schloss, das wirklich sehr schön und beeindruckend aussieht. Hier waren mehr Leute und auch ein paar Reisegruppen da, aber nicht so viele, wie der Reiseführer hatte erwarten lassen. Man kann sich eine App in mehreren Sprachen auf sein Handy herunterladen und so Erklärungen zu den vielen Räumen des Palastes bekommen.
Wir kamen durch eine stattliche Anzahl von Alltags- und Prunkräumen der Herzöge mit beeindruckenden Deckenmalereien, Stuckaturen, Bildern (v.a. Portraitmalereien, aber auch Stil- und Landschaftsbilder) und Einrichtungen. Es war sehr schön, aber auch sehr viel, so dass wir die zwei Ausstellungen zu Blumen und Alltagsgegenständen nur noch oberflächlich durchstreiften. Hier hätte man noch viel mehr Zeit verbringen können, aber unsere Köpfe waren voll und die Füße müde. Außerdem hatten wir Hunger, es war schließlich schon 14 Uhr!
Zunächst die Küche, im Erdgeschoss. Hier wurden auf 4 Brennstellen täglich über 100 Personen versorgt. Im rechten Bild sieht man einen Spießdrehautomaten.
Schlafzimmer des Herzogs. Sein Zubettgehen war wohl ein größeres Ereignis. Und sein Badezimmer.
Der Festsaal und das Schlafgemach der Herzogin
Und jede Menge sonstiger Stücke, aus der Sonderausstellung.
In der Blumenausstellung gab es noch die Möglichkeit ein besonderes Bild zu machen
So gingen wir nach 2,5 Stunden Schlossbesichtigung zurück zur Berta und machten uns ein spätes Mittagessen: Bratkartoffeln mit Spiegeleiern und Speck. Anschließend gönnten wir uns ein Mittagschläfle, das aber durch einen Gartenarbeiter und den Regen, der aufs Dach prasselte, gestört wurde.
Wir genehmigten uns noch eine Tasse Kaffee – und siehe da, der Himmel machte sich auf und es schien vorübergehend einmal die Sonne. Das nutzte Udo für ein paar Drohnenaufnahmen vom Schloss und dem barocken Französischen Garten. Letzterem statten wir noch einen Besuch ab, bevor wir weiterfuhren.
Unser Ziel für heute war Jelgava. Dort wollten wir auf einem Parkplatz am Fluss die Nacht verbringen. Um 17:45 Uhr kamen wir dort an und da es gerade nicht regnete, entschlossen wir uns zu einem Abendspaziergang auf die andere Flussseite auf die Pasta Insel.
Von unserem Parkplatz aus konnten wir dort schon den Sandskulpturenpark erkennen. Er hatte noch bis 20 Uhr geöffnet und war nicht groß, also noch gut am Abend zu schaffen. Jedes Jahr werden hier von verschiedenen Künstlern neue Sandskulpturen zu einem Jahresmotto erschaffen und prämiert. In diesem Jahr lautete das Thema „Mesozoikum / Juras-Zeitalter“ und wir konnten verschiedene Dinosaurier und prähistorische Kreaturen aus Sand bestaunen.
Gerade hatten wir ein Selfie gemacht, als Udos Handy klingelte und Marina anrief. Wie schön, mit ihr und dem kleinen Lars zu telefonieren! Unsere Familie fehlt uns schon ...
Nun ging es wieder zurück zur Berta. Von der Brücke aus sahen wir den Palast von Jelgava, das größte Barockschloss im Baltikum. Es beherbergt heute die Lettische Universität für Biowissenschaften und Technologie. Inzwischen waren wieder schwarze Wolken aufgezogen und es fing zu tröpfeln an. Zum Glück kam aber diesmal nicht mehr, dieser Schauer hat uns nur gestreift.
In der Berta gab es noch ein paar Reste zum Abendessen. Es war wieder Zeit, die Vorräte und den Kühlschrank aufzufüllen - ein Programmpunkt für den morgigen Tag.































