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Dienstag, 16.06.2026 – Kuldiga Sandhöhlen, Ventspils
Von Jelgava bis Ventspils – 205 km
Wetter: viel Regen, abends an der Küste trocken
Wir begannen unseren Tag mit Tanken und einem Lidl-Einkauf in Jelgava. Heute wollten wir eine größere Strecke zurück an die Ostseeküste nach Ventspils fahren mit einem längeren Zwischenstopp in der Weltkulturerbe-Stadt Kuldiga.
Kurz nach Jelgava begann es zu regnen, aber noch dachten wir uns nicht viel dabei. Schließlich hatten wir noch fast 2 Stunden Fahrt bis Kuldiga vor uns. Während der Fahrt las Xenia aus dem Reiseführer die Seiten über Kuldiga und die sich in der Nachbarschaft befindenden Riežuper Sandhöhlen vor. Da die Straße meist wieder geradeaus ging, war das möglich, ohne dass es ihr schlecht dabei wurde. Auch heute fuhren wir wieder an mehreren Störchen vorbei, die teilweise ganz nah an die Straße herankamen.
In Kuldiga angekommen regnete es immer noch. So fuhren wir 10 Kilometer weiter in nördliche Richtung zu den Sandhöhlen. Als wir dort ankamen, standen ein Reisebus und ein PKW auf dem Parkplatz. Ausgerüstet mit Schirmen und Regenjacken machten wir uns auf den Weg durch den Wald zur 400 Meter entfernten Höhle. Unterwegs kamen uns die Leute aus dem Reisebus entgegen – wie schön! Auf dem Weg zu den Sandhöhlen gab es rechts und links einige, wohl selbstgebaute, Spielgeräte.
An der Höhle waren wir dann tatsächlich die einzigen Besucher und bekamen eine Privatführer auf Englisch von einem jungen Höhlenführer.
Die Riežuper Sandhöhlen sind ein ehemaliges Bergwerk und das längste unterirdische Höhlenlabyrinth Lettlands. Das künstlich von Menschenhand geschaffene Höhlensystem erstreckt sich über eine Gesamtlänge von rund zwei Kilometern, wovon ein Teilabschnitt von 450 Metern für Besucher im Rahmen von Führungen zugänglich ist. Vor über 100 Jahren gruben Menschen über drei Generationen hinweg dieses Labyrinth. Der gewonnene weiße Sand wurde in ein nahegelegenes Dorf gebracht und von dort aus über die Venta nach Riga transportiert. Der Sand ist so rein und fein, dass er zur Herstellung von Glas verwendet wurde. Heute wird hier nichts mehr abgebaut. Mit den Führungen für Touristen ist wahrscheinlich mehr und leichter Geld verdient.
Im Licht unserer Taschenlampen gingen wir durch das stockdunkle Höhlenlabyrinth und waren froh um unseren Führer und seine Begleitung, ein vielleicht 6 Jahre altes Mädchen. Teilweise waren die Gänge niedrig und sehr eng, aber mit Bücken kam man überall durch.
Wieder über Tage hatte es aufgehört zu regnen, doch dieser Zustand sollte leider nicht lange anhalten. Wir fuhren zurück nach Kuldiga und parkten am Ortseingang in der Nähe des Aussichtsturmes. Er ist 25 Meter hoch und schief. Von oben hat man eine schöne Aussicht auf die Altstadt von Kuldīga, den Venta-Wasserfall und die historische Backsteinbrücke. Oben angekommen, sahen wir auch schon die nächste Regenfront auf uns zukommen.
Es dauerte keine 5 Minuten, da fing es zu regnen an. Wir flüchteten in die Berta und machten Mittagessen mit einem Salat und Brezeln vom Lidl. Da es danach immer noch regnete, parkten wir die Berta etwas mehr ins Zentrum und entschlossen uns, den Regen für einen Mittagsschlaf zu nutzen. Nur leider hörte er nicht mehr auf. Immer, wenn wir dachten, jetzt wird es besser, kam wieder ein neuer Schütter. Bis 16:30 Uhr bleiben wir in der Berta und machten ein paar Reiseplanungen. Dann wagten wir es mit Schirm und Regenjacke nach draußen. Wir kamen aber nicht weit. Zum Regen war jetzt auch noch Wind aufgekommen und dieser war auf der alten Backsteinbrücke über die Venta so stark, dass es uns die Schirme umdrehte. Das hatte so wirklich keinen Sinn. Wir kehrten um und gaben die Stadtbesichtigung von Kuldiga auf. Dabei hatten wir uns schon so auf das “Venedig Lettlands” mit seinen historischen Holzhäusern und Gassen, den Alekšupīte-Wasserfall und vor allem den Venta Wasserfall (Ventas Rumba) gefreut. Letzterer ist zwar nur knapp zwei Meter hoch, aber mit einer Breite von bis zu 249 Metern ein imposanter Anblick und der breiteste Wasserfall Europas. Wenigstens einen kurzen Blick im Regen konnten wir auf ihn werfen, bevor wir wieder umdrehten.
Wir hatten nun endgültig genug vom Regen, verließen Kuldiga und fuhren nach Ventspils an die Ostsee. Hier war das Wetter besser. Der Regen war durchgezogen und wir fanden am Kanal einen Nachtplatz für die Berta. Nach dem Abendessen (Hähnchengeschnetzeltes mit Reis) drehten wir noch eine kleine Runde entlang des Kanals und durchs Ortszentrum. Was wir gesehen haben, hat uns nicht wirklich begeistert. Mal sehen, ob wir morgen hier noch irgendwo Wasser tanken können, bevor wir bei hoffentlich besserem Wetter zum Kap Kolka weiter fahren.















