Berta-Baltikum26-Tag14


< Fr 12.06.26 - Radtour um den Plateliai-See mit Museum des Kalten Krieges, Freilichtmuseum in Telsiai | zurück | So 14.06.26 - Kreuzhügel, Birzai mit Regionalpark >


Samstag, 13.06.2026 – Siauliai

Von Pakumulsiai bis Siauliai - 31 km; Stadtspaziergang 5 km

Wetter: bis 15 Uhr sonnig, dann zunehmend bewölkt, ab 19:45 Uhr Regen

Wir hatten uns keinen Wecker gestellt und haben dadurch tatsächlich bis 8:30 Uhr geschlafen. Heute begrüßte uns die Sonne wieder und blieb uns bis zum späten Nachmittag treu.

Wir hatten für heute Siauliai auf dem Programm. Um 10:30 Uhr waren wir auf dem von Xenia ausgesuchten Wunschparkplatz in der Nähe des Sonnenuhrplatzes und haben dort tatsächlich ein Plätzchen für die Berta bekommen. Unter der Woche ist dieser zentrale und trotzdem relativ ruhige Parkplatz kostenpflichtig, aber am Wochenende frei (wie fast alle öffentlichen Parkplätze in Litauen). Von dort aus konnten wir die Innenstadt und den See gut zu Fuß erreichen.

Wir marschierten zuerst durch die Fußgängerzone und stellten fest, dass die Stadt voller Skulpturen und Wandgemälde ist.

Über den Siauliai Sviecia Platz kamen wir zur Peter-und-Paul Kathedrale. Sie hat in Innern zwei große Kronleuchter. Bei einem wurden gerade defekte Birnen ausgetauscht.

Weiter ging es zum Sonnenuhrplatz. In dessen Mitte steht Litauens höchster Sonnenuhr-Obelisk mit einem goldenen Bogenschützen auf der Spitze. Der Platz war heute mit einer Freiluftbühne belegt, sodass wir leider nicht bis zum Obelisken gehen konnten. Dafür fanden wir heraus, dass hier ab 17 Uhr das kostenlose Big-Band-Festival 2026 stattfindet.

Weiter ging es zum “Eisernen Fuchs” am Ufer des Talksa-Sees. Er wiegt 7 Tonnen, ist ca. 15 Meter lang und 6,6 Meter hoch. Das macht ihn zur größten Tierskulptur des Landes, was auch im litauischen Guinness-Buch der Rekorde festgehalten ist. Noch eine Besonderheit: In der Brust des Fuchses befindet sich ein Stahlherz, das eine Zeitkapsel mit Botschaften für kommende Generationen birgt. Was da wohl drin steht??

Direkt daneben befindet sich ein aus Steinen gebautes energetisches Labyrinth. Es besteht aus 7 Kreisen und soll im Zentrum ein guter Ort zum Meditieren sein. Im Reiseführer steht: “Wenn man durch dieses Labyrinth geht, arbeiten ganz intensiv die beiden Gehirnhälften, deswegen werden die Wahrnehmung, die Gefühle und das Bewusstsein besser. Hier findet man Antworten auf die Fragen, Probleme werden gelöst und man kommt zur Ruhe. Der angenehme Spaziergang kann Körper und Seele geben, was der Verstand noch nicht begreifen kann.” Xenia lief das Labyrinth einmal ab. Ob sich an ihrem Gemütszustand etwas verbessert hat, lässt sich noch nicht genau sagen ...

Nun bummelten wir am Seeufer entlang, kauften uns ein Softeis und sahen auf einer Bank ein paar Wakeboardern bei ihren Surfkünsten zu. Hier gab es auch Schwäne, sogar mit Jungen.

Auf den zuerst angedachten Talska-Ökopfad verzichteten wir, er führte fast nur durch den Wald. Dafür gingen wir noch einmal zurück in die Fußgängerzone und aßen im BOHO sehr gut zu Mittag: Glasierte Entenkeule mit jungen Kartoffeln und einem Rote-Beete-Mischgemüse. Es war ziemlich süß, schmeckte aber sehr gut!

Aus der gegenüberliegenden Konditorei holten wir uns noch ein paar Köstlichkeiten für einen späteren Kaffee.

Um 14:45 Uhr waren wir wieder an der Berta und beschlossen, es uns bis 16:30 Uhr gemütlich zu machen und dann noch einmal zum Sonnenuhrplatz zum Jazz-Festival zu gehen. Auf direktem Weg konnten wir den Platz in nur 5 Gehminuten erreichen.

So gönnten wir uns beide einen Mittagschlaf, machten uns anschließend einen Kaffee und gingen dann zum Sonnenuhrenplatz. Es waren noch kaum Leute da und wir konnten uns einen schönen Sitzplatz aussuchen. Auch als um 17 Uhr die erste Gruppe auftrat, waren noch viele Plätze frei, die sich dann aber zunehmend füllten.

Das Konzert war sehr beeindruckend und hat sich wirklich gelohnt. Die erste Gruppe nannte sich “Mirage Jazz Orchestra”. Die Musiker waren schon etwas älter und echte Profis. Sie spielten eine Stunde. Danach gab es eine kurze Umbaupause und anschließend waren junge Musiker dran. Wenn wir es richtig verstanden haben, handelte es sich bei ihnen um eine Jazz-Band eines Musikgymnasiums, die unter der Leitung ihres Musiklehrers auftrat. Auch sie waren sehr gut! Vielleicht nicht ganz so virtuos wie die ersten, aber mit einem sehr schönen Repertoire und jugendlichem Charme. Wir haben es genossen!

Ihr Auftritt war um 19:30 Uhr beendet. Danach ging Xenia zur Berta, um sich wärmer anzuziehen. Es war inzwischen doch deutlich kühler geworden und Xenia fror ziemlich. Für Udo brachte sie auch noch eine zusätzliche Jacke mit, blieb aber dann nicht mehr lange, weil ihr die dritte Gruppe mit afrikanischen Sängern nicht mehr so gut gefallen hat. Außerdem war es so laut, dass sie Kopfschmerzen bekam. So machte sie sich wieder auf den Rückweg zur Berta. Udo kam 45 Minuten später nach. Jetzt hatte es auch zu regnen angefangen und wir waren froh, auf dem Parkplatz über Nacht stehen bleiben zu können.

Um 21:30 Uhr wurde der Springbrunnen neben unserem Parkplatz bunt, um 22 Uhr begann er dann sogar zu verschiedenen Musikstücken zu tanzen. Leider war es noch nicht ganz dunkel, sonst hätte das Schauspiel bestimmt noch spektakulärer ausgesehen.


Page last modified on 13.06.2026, at 10:45 PM CEST
Powered by PmWiki