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Mittwoch, 10.06.2026 – Parnidis Düne, Litauisches Meeresmuseum
Von Nida bis Klaipeda – 67 km. Dünenwanderung 5 km
Wetter: heiter, 17 Grad
Es schüttete bis weit in die Nacht hinein, doch am Morgen war der Spuk vorbei und die Sonne schien wieder. Aufgrund des Sandbodens trocknete alles sehr schnell ab, sodass außer dem Wasser auf dem Dach nichts mehr vom starken Regen zu bemerken war.
Heute wollten wir den Vormittag, an dem wir die Berta noch auf dem Campingplatz parken konnten, für eine Wanderung zur und durch die Parnidis-Düne nutzen. Sie ist eine der höchsten Wanderdünen Europas und die Hauptattraktion Nidas.
Um 9:15 Uhr gingen wir los. Zuerst umrundeten wir den Campingplatz durch den Wald und wurden dabei von Schnaken umschwärmt und verfolgt. Erstaunlicherweise wurden wir aber nicht gestochen.
Unser Weg führte an einer Gedenkstätte für die ehemalige Segelfliegerschule Nida vorbei. Zwischen 1933 und 1939 befand sich hier eine der modernsten Segelflugschulen Europas. Dank der bis zu 60 Meter hohen Düne und den konstanten Winden wurden hier zahlreiche Weltrekorde aufgestellt.
Wir verließen den Wald und kamen durch das “Tal des Todes” am unteren Ende der Düne vor an den Strand. Wieder erwartete uns feinster Sand, diesmal mit ein paar Tierspuren. Außer uns war keiner da. Wir gingen ein Stück am Wasser entlang, dann bogen wir ab und gingen einen Weg durch die Düne den Berg hinauf. Oben konnten wir Menschen an der Aussichtsplattform erkennen und vereinzelt kamen uns jetzt auch Leute entgegen.
Oben angekommen waren wir zurück in der Zivilisation. Der Parkplatz für Reisebusse war nur ein paar Meter entfernt und immer wieder wurden Reisegruppen durchgeschleust, die die besondere Sonnenuhr anschauen sollten, die sich hier oben auf der Düne befindet. In der Mitte steht ein Obelisk, dessen Schatten den Uhrzeiger bildet. Darum liegen Granitplatten, die die Uhrzeit markieren. Auf beiden Seiten des Obelisken ist ein Runenkalender eingemeißelt, der auf dem Holzkalender aus dem 17. Jh. basiert. Außerhalb des Rundganges stehen die vier Kalender-Statuen für die Frühlings- und Herbst-Tagundnachtgleiche sowie die Sommer- und Wintersonnenwende.
Die Landzunge am Horizont ist schon Russland, weiter als hier zu gehen, ist nicht ratsam!
So ganz kamen wir mit dieser Sonnenuhr nicht klar, denn die Zeit, die sie anzeigte, passte nicht zu unserer Uhrzeit (auch nicht unter Berücksichtigung der Sommerzeit). Dafür war der Blick von der Aussichtsplattform über die Düne bis nach Russland phantastisch.
Nur ein paar Meter weiter befindet sich die Bronzestatue „Prieš vėją“ (Gegen den Wind). Sie wurde 2018 vom Bildhauer Klaudijus Pūdymas errichtet und erinnert an den Besuch des französischen Philosophen Jean-Paul Sartre aus dem Jahr 1965, der damals durch die Dünen wanderte und gegen den Wind ankämpfen musste. Die Szene basiert auf historischen Fotografien von Antanas Sutkus, der Sartre damals begleitete.
Vorbei an einigen Souvenirständen führte unser Weg wieder den Berg hinunter zum Campingplatz.
Es war jetzt 11:45 Uhr. Wir machten uns ein kleines Vesper, die Berta bekam einen kompletten Camperservice und dann verabschiedeten wir uns von Nida und fuhren wieder zurück in Richtung Klaipeda. Unterwegs kamen wir wieder an der Bernsteinbucht vorbei und diesmal gab es hier etwas zu sehen. Eine Schilfskulptur war inzwischen fertiggestellt und auf dem Wasser, zwei weitere waren noch in Bearbeitung. Wir parkten die Berta in einem Bootszufahrtsweg und schauten uns das Ganze aus der Nähe an.
Anschließend ging die Fahrt weiter bis an den nördlichsten Zipfel der Nehrung, zum Litauischen Meeresmuseum bei Smiltynes (gegenüber von Klaipeda). Um 14 Uhr waren wir dort und bekamen Karten fürs Museum und die Delphinshow um 15 Uhr.
Zuerst durchstreiften wir das Museum, das ähnlich wie Sea-Life ist: in der Mitte ein großes Becken mit einem Glastunnel darin, durch den man gehen und die Fische von allen Seiten sehen kann. Darum herum viele kleinere Aquarien und Ausstellungsbecken mit Fischen, Meerestieren und anderen Exponaten aus der Ost- und Nordsee.
In extra Zellen im Gelände befinden sich kleinere Ausstellungen zur Schifffahrt. Das war für uns weniger interessant, weil wir die Texte nicht lesen konnten.
Um 14:45 Uhr gingen wir ins Delfinarium. Die Karten waren Platzkarten. Wir hatten Glück und sehr gute Plätze in der Mitte der 4. Reihe bekommen. Die ersten zwei Reihen wurden bei einigen Sprungvorführungen der Delphine und Seehunde ziemlich nass. Die Show dauerte eine gute halbe Stunde und hat uns gut gefallen.
Danach hätten wir noch einmal zurück ins Museum gehen können, aber wir hatten genug.
Die Fähre brachte uns zurück aufs Festland nach Klaipeda. Da wir unsere Brotvorräte komplett aufgefuttert hatten, fuhren wir noch einmal zu einem Lidl, bevor wir uns wieder auf den Skulpturenparkplatz stellten, an dem wir vor 2 Tagen schon einmal waren. Xenia hatte inzwischen herausgefunden, dass er doch kostenpflichtig ist, aber nur 60 Ct in der Stunde und nur wochentags zwischen 8 und 18 Uhr. Da hatten wir am Sonntag Glück gehabt und die eine Stunde am Montag, die wir hätten bezahlen müssen, hat hoffentlich nichts ausgemacht.
Wir verzehrten einen Teil unserer Lidl-Köstlichkeiten und richteten uns ein für die Nacht. Der Wetterbericht sagte Regen für den nächsten Tag an. Mal sehen, was kommt ... Wir waren auf jeden Fall sehr dankbar für die schöne Zeit und das super Wetter, das wir auf der Kurischen Nehrung hatten!




















