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Freitag, 05.09.25 – Höhlentag im Mährischen Karst
Vormittags sonnig, ab 12 Uhr bewölkt aber bei uns trocken, 21 Grad
Von der Balcarka-Höhle bis Blansko – 24 km / Radtour 25 km
Es war leider doch ziemlich Verkehr auf der Straße neben unserem Parkplatz, die ganze Nacht über. Wir haben trotzdem geschlafen. Da wir in einem Tal standen, erreichte uns die Sonne erst während des Frühstücks. Heute beeilten wir uns etwas, um an der ersten Führung in der Balcarka Höhle teilnehmen zu können.
Wir waren die einzigen Höhlenbesucher um 9 Uhr. Unsere Führerin sprach nur ein paar Brocken Deutsch, mit denen sie uns auf die Hauptsehenswürdigkeiten aufmerksam machte. Wir hatten aber einen Zettel mit Informationen zu den Stationen bekommen und an den Hauptpunkten ließ die Führerin ein Tonband für uns in Deutsch ablaufen. So bekamen wir doch einige Erklärungen zu den Sälen, Tropfsteinen und anderen Gesteinsformationen. Im “großen Dom” herrscht eine tolle Akustik, was uns mit einer Musikeinspielung vorgeführt wurde. Wir sahen versteinerte Wasserfälle, eine plastische Landkarte und verschiedene Märchenfiguren und Makkaroni-Stalaktiten. Die Höhle hat mehrere Ebenen und wird von Fledermäusen bewohnt, die wir fliegen und auch an der Decke hängen sahen. Ganz am Ende im letzten Raum gibt es ein paar Ausstellungsvitrinen und es wird ein Film gezeigt, wie die Menschen früher hier gelebt haben. Die Höhle hat uns sehr gut gefallen.
Um 10 Uhr waren wir wieder draußen. Jetzt mussten die Räder aus der Berta geholt und gepackt werden. Bis wir dann zu unserer Höhlen-Radtour starten konnten, war es 10:35 Uhr geworden. Unser erstes Ziel waren die Sloup-Sosuvka-Höhlen. Xenia hatte die Radtour so ausgewählt, dass wir möglichst wenig auf Autostraßen unterwegs waren. Leider sieht man auf der Karte die Wegbeschaffenheit der Wald- und Flurwege nicht und in unserem Fall waren sie bis Sloup ziemlich katastrophal. Die meiste Zeit mussten wir über Steine, auf grobem Schotter und ausgewaschenen Wegen fahren. Das war mühsam und reduzierte den Spaßfaktor beträchtlich. Xenia war froh, als wir wieder eine Landstraße erreichten.
Um 11:06 Uhr kamen wir an der Höhlenkasse an, die nicht besetzt war. Die Führung um 11 Uhr war bereits gestartet und es wurde uns gesagt, dass wir erst um 12 Uhr an der nächsten Führung teilnehmen könnten. Was blieb uns anderes übrig?
Um die Zeit zu überbrücken, fuhren wir ein kleines Stück zurück ins Städtchen Sloup, wo wir zuvor an einer sehr schönen Kirche vorbeigeradelt waren. Diese wollte sich Xenia gerne etwas näher anschauen. Eine gute Entscheidung! Die barocke Marienkirche war auch innen wunderschön!
Zurück ging es zur Höhle und bevor wir hinein konnten, kauften wir uns noch zwei Hotdogs, eine Portion Pommes und aßen jeder noch zusätzlich ein Vesperbrot. So verging die Zeit schnell bis 12 Uhr.
Bei den Sloup-Sosuvka-Höhlen handelt es sich um zwei Höhlen, die durch bis zu 80 Meter tiefe Schluchten miteinander verbunden sind. Sie sind zweistöckig, aber man kann nur den oberen Stock besichtigen, da der untere durch den Slouper Bach durchflossen wird. Hier hat man auch Knochen und Skelettreste von Urzeittieren gefunden, einige Exponate von Ausgrabungen kann man auf der Tour sehen. Auch in dieser Höhle leben viele Fledermäuse, die uns streckenweise direkt um die Köpfe flogen. Wir mussten viele Treppen steigen und kamen durch teilweise sehr enge Gässchen in mehrere Säle mit sehr schönen Tropfsteinen und Sintervorhängen.
Der Höhlengang endete in der Kulna-Höhle, die schon immer von Menschen benutzt wurde. Schon Neandertaler lebten hier und die Nazis errichteten in dem Raum eine unterirdische Fabrik für Flugzeugmotorteile. Heute befindet sich hier eine Ausstellung über die Geschichte der Höhle mit einigen Fundstücken.
Für dies alles haben wir etwas länger gebraucht und waren erst um 13:30 Uhr wieder bei unseren Rädern. Der Himmel hatte sich inzwischen zugezogen und in der Ferne sah es verdächtig nach Regen aus. Wir ließen uns davon nicht beeindrucken und setzten unsere Radtour zur dritten Höhle fort, den Punkva-Höhlen. Bis zu ihnen fuhren wir auf einem wunderschönen geteerten Radweg die Punkva-Schlucht hinunter. Da liefen die Räder wie von selbst und es dauerte gerade einmal 25 Minuten, dann waren wir da.
An dieser Höhle war einiges los. Neben Einzelbesuchern waren auch zwei Schulklassen und eine polnische Reisegruppe da. Die nächste mögliche Führung für uns startete um 14:20 Uhr und wir mussten sie zusammen mit der polnischen Gruppe machen. Wir gingen mit einem anderen Paar ganz am Ende der Gruppe und bekamen von einer zweiten Höhlenführerin ein paar extra Infos auf Englisch.
Dieses Höhlensystem besichtigt man zuerst zu Fuß, den zweiten Teil mit einem Boot auf dem Punkva-Fluss. Zwischendurch kommt man ins Freie, und zwar in die berühmte Macocha-Schlucht, die wir uns später zum Tagesabschluss auch noch von oben anschauten.
Wieder sahen wir beeindruckende Tropfsteinhallen und die Fahrt mit dem Elektro-Boot durch den engen Felsenkanal des Punkva-Flusses war auch ein Erlebnis.
Nun fehlte uns nur noch die vierte Schauhöhle, zu der uns unsere heutige Radtour führte, die Katharinenhöhle. Sie ist die kleinste Höhle der vier, aber auch sehr schön. Wir erreichten sie um 15:30 Uhr und konnten somit noch an der letzten Führung des Tages um 16 Uhr teilnehmen.
Die Höhle besteht eigentlich nur aus einem großen Raum, in dem man an verschiedenen Stellen Halt macht und die Tropfsteine und die gute Akustik bewundert. Hier finden auch Konzerte statt. Neben dem Bambuswald bestehend aus dünnen Tropfsteinstangen, gibt es hier eine versteinerte Hexe zu bewundern. Wir hatten die Führung zusammen mit einer tschechischen Familie und als sie beendet war, hatten wir genug von Höhlen!
Jetzt blieb uns noch die Weiterfahrt zurück zur Berta, wo wir um 17 Uhr ankamen. Unterwegs fuhren wir ein Stück auf nasser Straße – da muss es wohl geregnet haben. Wir haben keinen Regen abbekommen und als wir an der Berta waren, schien wieder die Sonne. Dafür waren wir sehr dankbar, denn in den Höhlen herrschten Temperaturen von nur 8 bis 10 Grad. Wir waren schon ein bisschen durchgefroren nach 4 Höhlenbesuchen, auch wenn wir Jacken und Xenia auch eine lange Hose dabei hatten.
Zum Abschluss unseres Höhlentages fuhren wir noch zur oberen Brücke (Aussichtsplattform) der Macocha-Schlucht. Udo ließ die Susi fliegen und so bekamen wir noch ein paar Aufnahmen des Gebiets. Wir hätten auf dem dortigen Parkplatz übernachtet, aber der kostete eine Parkgebühr. Das Kassenhaus war nicht besetzt, so hatten wir die Berta ohne Bezahlen abgestellt. Aber das Ganze war uns nicht geheuer, zumal der Platz eine Schranke hatte, die jetzt noch offen war.
So fuhren wir noch ein paar Kilometer weiter zum Örtchen Rudovice, wo wir gerne am nächsten Tag eine kurze Wanderung durchs Karstgebiet gemacht hätten. Xenia hatte dafür einen Startparkplatz ausgesucht, aber dieser war leider nicht zu erreichen. Die Ortsmitte war eine einzige Baustelle. Auch zu anderen Parkplätzen im Ort war kein Durchkommen. So mussten wir dieses Vorhaben streichen und fuhren noch ein paar Kilometer bis Blansko, wo wir an einem Badesee parken und übernachten konnten.
Die Lage des Platzes war prima, nur waren die Parkplätze leider alle schief. Zuerst standen wir direkt an einem kleinen Bach, der vom Stausee herunterkommt. Dort machten wir uns ein paar Rühreier mit Speck und Ackersalat. Nach einer kleinen Erkundungsrunde am See parkten wir die Berta um, damit wir das Rauschen des Baches nicht so laut hören. Danach standen wir leider noch schräger, aber waren jetzt einfach zu müde, um noch nach etwas Besserem zu suchen. Es war inzwischen auch dunkel geworden und so bleiben wir für die Nacht hier stehen.































