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Sonntag 09.06.2024 – Tanum Weltkulturerbe Felsritzungen
Unser Standplatz war ganz ähnlich zu diesem hier:
Am Morgen erwachten wir mit einer bösen Überraschung: Kein Strom mehr da! Die Batterien waren komplett leer, obwohl wir abends keine Laptops geladen hatten. Udo hatte schon in Deutschland die Befürchtung, dass die Batterien nicht mehr in Ordnung sind, da sie auch in der Scheune komplett leer waren, als Udo die Berta holte. Das war jetzt schon blöd ... Nun ja, wir behalfen uns, indem wir weiterfuhren. Kaum war der Motor an, ging zumindest die Pumpe sofort wieder, die wir zur Klospülung und für die Wasserhähnen brauchen.
Wir fuhren bis zum Vitlycke-Museum, wo erst zwei Fahrzeuge auf dem Parkplatz standen. Wir gesellten uns dazu und machten erst einmal Frühstück. Durch das Fahren und da jetzt auch immer wieder die Sonne zum Vorschein kam, waren die Batterien wieder einigermaßen geladen und alles funktionierte problemlos.
Das Museum öffnete um 10 Uhr. Wir drehten zuerst noch eine Runde um das Gebäude und waren dann bei den Ersten, die hineingingen.
Die Ausstellung ist klein aber fein, sehr modern gemacht. Es wird eine fiktive Geschichte von einer Familie erzählt, die in der Bronzezeit in Tanum lebte. Anhand dieser Geschichte werden die Probleme, Riten, Arbeits-, Denk- und Lebensweisen der damaligen Zeit lebendig und anschaulich dargestellt.
Die Unisex-Toiletten waren stilecht mit den Felszeichnungsmenschen gekennzeichnet:
Zum Museum gehört ein Außenbereich mit ein paar Häusern, wie sie damals bewohnt wurden.
Anschließend besuchten wir die vier Plätze, an denen sich Steinplatten mit Felsritzungen befinden. Udo fotografierte die Erklärtafeln mit Google-Lens, dann ließen wir uns die Texte übersetzen und vorlesen – sehr praktisch! So haben wir viel darüber erfahren, wer hier was in den Stein gemeißelt hat – auch wenn die Zeichnungen bis heute Rätsel aufgeben. Nicht so sehr, was hier dargestellt wird, sondern mit welcher Absicht die doch sehr aufwändigen Zeichnungen in den Stein geritzt wurden. Sie stammen von unterschiedlichen Künstlern, die zum Teil hunderte von Jahren auseinander gelebt haben.
Das Wetter machte einige Kapriolen. Es war ziemlich windig, meist sonnig mit Wolken, aber vormittags zogen immer wieder auch kurze Schauer durch, einmal sogar mit Hagel. Der Spuk war dann nach wenigen Minuten vorbei und die Sonne kam wieder hervor.
Das größte Besichtigungsareal befindet sich gleich neben dem Museum. Neben vielen anderen Zeichnungen kann man dort das bekannteste Motiv, das Brautpaar, bewundern. Außerdem führt der Weg zu einem Gräberfeld mit schönem Ausblick übers Land.
Um 13:30 Uhr waren wir wieder an der Berta und machten Mittagessen: Spaghetti mit Pesto und Salat. So war es fast 15 Uhr, als wir zur weiteren Besichtigungstour starteten.
Wenige Kilometer von Vitlycke entfernt liegt Aspeberget. Hier geht man über einen Kilometer an sieben verschiedenen Felsen mit Zeichnungen vorbei. Die meisten sind rot eingefärbt und daher gut zu erkennen. Einige wurden aber auch natürlich belassen, da muss man ganz schön suchen, um die Zeichnungen zu entdecken.
Nur ein kleines Stück weiter ist Litsleby. Die Hauptsehenswürdigkeit besteht aus einem 2,3 Meter großen Mann mit einem Speer – wahrscheinlich der Darstellung eines Gottes.
Den Abschluss bildete Fossum & Balken, das kleinste Gebiet. Hier findet man das ebenfalls berühmte Sonnenpferd. Es ist allerdings so klein und unscheinbar, dass wir es nur wahrnehmen und würdigen konnten, weil wir auf der Tafel darüber aufgeklärt wurden.
Jetzt hatten wir aber genug von Felszeichnungen und beschlossen, noch bis Uddevalla weiterzufahren. Dort gibt es einen Womo-Platz mit Strom vor dem Bohuslans-Museum. Ein paar Kilometer davor kamen wir an einem McDonald vorbei und beschlossen, die schwedische Version dieser Fastfood-Kette zu testen. Es war keine gute Entscheidung. Die Burger waren ziemlich schlecht.
Auf dem Parkplatz angekommen, freuten wir uns zunächst, denn es gab tatsächlich Stromsäulen und der Platz leer war. Die Freude wurde jedoch getrübt, als wir das Schild an der Einfahrt sahen: Halteverbot auf diesem Platz vom 10.-17.06., also ab morgen. Was nun? Auch der große Parkplatz war mit den gleichen Schildern versehen. Wir beschlossen, vorerst trotzdem hier zu parken, die 100 SEK (8,50€) Parkgebühr zu bezahlen und Strom zu tanken. Alle Geräte wurden aufgeladen, Xenia hat geduscht, geföhnt und den Glättstab benutzt. Trotz dieser Einschränkung füllte sich der Platz in den nächsten Stunden mit weiteren Wohnmobilen. Vor dem Schlafengehen wollten wir uns für den Rest der Nacht auf einen anderen Parkplatz stellen. Udo hatte sich schon schlau gemacht und eine geeignete Sackgasse um die Ecke gefunden.
Hier die Komoot-Tour zu den Felszeichnung als Kombi von Wandern und Autofahren.
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